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Bückeburg Stadt „Für Menschenrechte müssen wir zusammenarbeiten“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Für Menschenrechte müssen wir zusammenarbeiten“
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19:06 28.01.2014
Ausgelassen tanzen die jungen Leute mit einem Mitglied der „Initiative Black&White e.V.“ zu afrikanischer Musik.
Ausgelassen tanzen die jungen Leute mit einem Mitglied der „Initiative Black&White e.V.“ zu afrikanischer Musik. Quelle: wk
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Bückeburg

Konkret standen Mitmachaktionen auf dem Programm, bei denen den Schülern der 6. und 7. Jahrgangsstufe von afrikanischen Musikern Trommelrhythmen, Tänze und Gesänge nahegebracht wurden, wie sie für die Kultur auf dem schwarzen Kontinent typisch sind. Außerdem erfuhren die jungen Leute im Rahmen eines „Power-Vortrages“ sowie einer Diskussionsrunde Wissenswertes zu den überwiegend schwierigen Lebensumständen, mit denen die Menschen im von Kriegen gebeutelten Afrika zurecht kommen müssen, zu den wirtschaftlichen Interessen westlicher Industrienationen und zur Flüchtlingsproblematik.

 Die „Kernidee“ des unter dem Motto „Für eine Welt, die für alle funktioniert“ stehenden Workshops sei, Jugendliche für fremde Kulturen zu interessieren und etwaige Vorurteile abzubauen. Sie sollen dazu sensibilisiert werden, wie notwendig die Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der UN-Charta ist, erklärte Wolfgang Lieberknecht, Koordinator des Vereins. Zudem wolle man die Schüler gewinnen, über spezielle Angebote im Internet Kontakte zu Schülern aus Afrika zu knüpfen und sich hierzulande im Kleinen als „Botschafter“ in Sachen Menschenrechte und Völkerverständigung einzusetzen.

 In einer vorausgegangenen, an die Oberschüler gerichteten Ansprache in der Aula hatte er zudem gesagt, dass man zum Beispiel nur dann eine bessere Beziehung zu Afrika erreichen werde, „wenn sich ganz viele Leute hierfür engagieren“. Und überhaupt: „Für Menschenrechte müssen wir weltweit zusammenarbeiten.“ Ferner wies er mahnend darauf hin, dass laut einer Studie 85 Menschen auf der Welt genauso viel Vermögen besitzen würden wie die Hälfte der Menschheit (rund 3,5 Milliarden). Dadurch hätten diese wenigen, extrem reichen Menschen „eine ungeheure Macht“, die sie auch dafür einsetzen würden, immer vermögender zu werden. Und dies, „obwohl ganz viele Menschen in Armut leben und nichts zu essen haben“.

 Auf Lieberknechts Aufruf hin, an der Oberschule Bückeburg eine Arbeitsgemeinschaft von „Black & White“-Botschaftern zu gründen, meldeten sich schließlich etwas mehr als eine Handvoll Schüler. Darunter auch Jessica Teuke (13), die verriet, dass sie durchaus Verständnis dafür habe, wenn Menschen in der Hoffnung aus Afrika flüchten, sich in Europa ein besseres Leben aufzubauen. Denn: „Das würde ich selbst ja auch machen.“ Der 14-jährige Enes Mutlu sprach den „Black & White“-Akteuren und der Schule sogar einen großen Dank für den ausgerichteten Workshop aus. Man könne nämlich nicht oft genug hervorheben, wie wichtig es ist, andere Menschen zu respektieren. „Direkte Auseinandersetzungen“ mit rassistischem oder anderweitig extremistischem Hintergrund gebe es an der Oberschule Bückeburg derzeit nicht, berichtete deren Leiter, Herwig Henke. Ebenso keine offen zu Tage tretende „Rechts-Links-Problematik“. Beides sei ein Erfolg der ständigen Bemühungen, derlei Konflikten durch aufklärende Gespräche mit den Schülern und entsprechende Informationsveranstaltungen entgegenzusteuern. „Wir setzen uns intensiv mit diesen Themen auseinander“, betonte der Pädagoge.

 Infos unter www.blackandwhite-schwarzundweiss.de. wk