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Bückeburg Stadt Gegen den Willen der Schule?
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Gegen den Willen der Schule?
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20:00 31.08.2018
Die Multifunktionsanlage soll oberhalb des bestehenden Fußballfeldes angelegt werden. Quelle: rc
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Bückeburg

Fast eine halbe Stunde diskutierte der Ausschuss für Jugend und Familie in seiner jüngsten Sitzung über das durch die Gesamtkonferenz des Gymnasiums abgelehnte Vorhaben, das komplett von der Stadt finanziert werden würde.

Am klarsten brachte es Ratsherr Benjamin Stahlhut (SPD) – an das Kollegium gerichtet – auf den Punkt. Er wisse nicht, was er als Chef von Landesbediensteten sagen würde: „Aber ich würde denen die Anlage dahin stellen. Das Augenmerk muss auf die Nutzer und nicht die Schule gelegt werden.“ Vorsichtiger formulierte es die Ausschussvorsitzende Iris Gnieser (CDU), als sie sagte: „Wir wollen den Vertrag nicht aufgeben.“ Es müsse abgewartet werden, was der Landkreis als Eigentümer sagt, der Kontakt müsse gesucht werden.

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Der Landkreis habe sich ohnehin schon gewundert, warum die Schule über Ja oder Nein abgestimmt habe und nicht über den Standort, zitierte Gnieser einen Verwaltungsvertreter aus dem internen Treffen von Politikern sowie Kreis- und Schulvertretern, das Mitte August stattgefunden hat und in dem Direktor Michael Pawel noch einmal die Ablehnung der Gesamtkonferenz dargelegt hatte.

So soll die Multifunktionsanlage aussehen, die auf dem umstrichelten Kreuz oberhalb des bestehenden Fußballfeldes angelegt werden soll.

Eine Haltung, die in der erregten Diskussion im Ausschuss noch einmal heftig kritisiert wurde. Auch die „überraschende Kehrtwende“, nachdem es zuvor deutliche Signale für eine Zustimmung gegeben hatte, wurde mehrfach thematisiert. „Das alles ist nicht nachvollziehbar, wir haben uns alle sehr gewundert“, so Gnieser. Ratsfrau Cornelia Laasch (Grüne): „Das mit dem befürchteten Schmutz, Scherben und Pinkeln hinter Büsche hätte schon vor zwei Jahren gesagt werden können.“

Die Politik habe sich beim Jugendforum anhören müssen, wann sie mal funktioniere. Die Multifunktionsanlage sei versprochen worden: „Wie können wir das den Jugendlichen jetzt vermitteln?“ Ratsfrau Sandra Schauer (SPD): „Wenn darauf verwiesen wird, das Exkremente hinter Büschen liegen: Was für einen Blick haben Pädagogen eigentlich auf Jugendliche?“

Heftige Kritik gab es auch an dem Schreiben der Schulleitung, mit dem die Schüler über die Multifunktionsanlage und die bevorstehende Abstimmung informiert worden sind (wir berichteten). „Ein sehr einseitiges Schreiben, das ich nicht nachvollziehen kann“, so Gnieser: „Das Schreiben hat viele Schüler eingeschüchtert.“ Wenn die Politik dieser Argumentation folge, müssten wir alle Spielplätze, Bolzplätze und Schulhöfe schließen: „An den Haaren herbeigezogene Gründe.“

Angeregt wurde, Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene zu motivieren, „in Erscheinung zu treten“. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Gesamtkonferenz (rund 80 Lehrer sowie je 16 Schüler- und Elternvertreter) sagte Ratsfrau Johanna Harmening (SPD): „Wir müssen uns mit der Meinungsbildung der Lehrer befassen.“ Oder den Schulvorstand einschalten, der eine ganz andere Zusammensetzung hat, so Ratsfrau Heike Donath (CDU). rc