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Bückeburg Stadt Genug Krippen-, Kindergarten- und Hort-Plätze
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Genug Krippen-, Kindergarten- und Hort-Plätze
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20:01 25.05.2018
Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der „Juliane“ sind in vollem Gange und liegen im veranschlagten Zeitrahmen, sodass im Januar 2019 zwei weitere Krippen-Gruppen und zwei weitere Kindergarten-Gruppen in Betrieb gehen können.
Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der „Juliane“ sind in vollem Gange und liegen im veranschlagten Zeitrahmen, sodass im Januar 2019 zwei weitere Krippen-Gruppen und zwei weitere Kindergarten-Gruppen in Betrieb gehen können. Quelle: rc
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Bückeburg

Die Bestandssicherung der Krippengruppe in der Kindertagesstätte am Unterwallweg ist im Ausschuss für Jugend und Familie einmal mehr genutzt worden, um über die Situation im Krippen-, Kindertagesstätten- und Hortbereich zu diskutieren.

Die allgemeine Einschätzung: Nach dem derzeitigen Stand der Dinge gibt es mittelfristig in allen drei Bereichen genügend Plätze, auch wenn es einige schwer zu prognostizierende Variablen gibt. Dazu zählen: der anhaltende Bauboom in Bückeburg, eine Gesetzesänderung, die es Eltern ermöglicht, Kinder eines bestimmten Altersbereichs länger im Kindergarten zu belassen und später einzuschulen, die Frage, ob Eltern noch verstärkter Krippen-Plätze nachfragen, und die Unwägbarkeit, ob die Nachfrage nach Kindergarten-Plätzen wegen der am 1. August in Kraft tretenden Beitragsfreiheit noch steigt.

Krippen: Zwölf Gruppen mit 180 Plätzen sowie 20 Plätze in der Tagespflege hat die Stadt Bückeburg, wenn alle Gruppen in der Kindertagesstätte „Juliane“ an der Hinüberstraße in Betrieb gegangen sind. Dies ist nach Angaben von Fachgebietsleiter Christian Schütte Anfang 2019 der Fall. Bisher sind die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt im Zeitrahmen. Mit den 200 Plätzen erreicht die Stadt eine Versorgungsquote von 50 Prozent. Auf entsprechende Nachfrage aus dem Ausschuss, ob die Anzahl der Krippen-Plätze ausreicht, sagte Schütte: „Eigentlich ja.“ Und er verwies auf die eingangs erwähnten Unwägbarkeiten wie Elternnachfrage und Bauboom. Dies könne dazu führen, dass der Bedarf nach weiteren Betreuungsplätzen steigt.

Eine Aussage, die die Ausschussvorsitzende Iris Gnieser (CDU) zu der Frage veranlasste, ob die Übergangslösung Straußweg länger in Betrieb bleiben müsse als geplant. Schütte wies darauf hin, dass die Baugenehmigung auf zwei Jahre befristet sei und wegen der Energieeinsparverordnung auch nicht über den September 2019 hinaus verlängert werden könne. Die Stadt müsse daher im Hinterkopf behalten, dass Flächen für eine zusätzliche Einrichtung zur Verfügung stehen.

Unterversorgung im Kirppenbereich auffangen

Derzeit gibt es eine Unterversorgung im Krippenbereich. 17 Plätze fehlen. Um diesen Bedarf aufzufangen, wird die Krippen-Gruppe in der städtischen Kindertagesstätte nicht wie geplant mit der Eröffnung des zweiten Abschnittes der „Juliane“ und dem Umzug dorthin aufgelöst, sondern verbleibt als Dauerlösung am Unterwallweg. Daher steht die fünfte Krippen-Gruppe im Dachgeschoss der „Juliane“ zum 1. Januar 2019 mit 15 weiteren Krippen-Plätzen zur Verfügung – was den Bedarf nach dem Stand der derzeit vorliegenden Anmeldungen deckt. Die Entscheidung über die Dauerlösung muss der Rat fällen, da mit dieser Lösung die Einstellung weiteren Personals verbunden ist. Die Hausaufgabenbetreuung des Hortes, die wegen der Einrichtung der Krippe in die Hausmeisterwohnung der leer stehenden Herderschule verlegt wurde, kann an diesem Standort bleiben.

Zum jetzigen Bedarf an Krippenplätzen erklärte der Fachgebietsleiter, dass sich die Stadt derzeit in einer Sondersituation befindet. Theoretisch müssten bei 200 Krippen-Plätzen pro Jahr 100 Plätze frei werden. Das ist bis Ende 2019 nicht der Fall, da in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Plätze eingerichtet wurden, die mit vielen Einjährigen belegt wurden. Und da bis zur Eröffnung des zweiten Abschnittes der „Juliane“ auch noch Kindergarten-Plätze fehlen, bleiben einige Krippen-Kinder länger auf ihren Krippen-Plätzen. Schütte: „Wenn die ‚Juliane’ komplett in Betrieb ist, ist der Flaschenhals weg.“

Eventuell Leerstände in Kauf nehmen

Kindergarten-Plätze: 540 Plätze hat die Stadt derzeit, die zu 100 Prozent ausgelastet sind. Wenn die „Juliane“ in Betrieb geht, sind die 540 Plätze laut Schütte ausreichend.

Derzeit gibt es aufgrund einer Gesetzesänderung des Landes die Unwägbarkeit, wie viele Kindergartenplätze im dritten Kindergarten-Jahr benötigt werden, dem Jahr vor der Einschulung. Bei Kindern, die zwischen dem 1. Juni und 1. September eines Jahres geboren wurden, können die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind ein Jahr länger in den Kindergarten schicken.

„Wir wissen nicht, wie viel es werden“, so Schütte. Sollten es zu viele werden, reichten die Plätze nicht. Mittelfristig müsse die Stadt überlegen, ob sie ihre Kindergartenkapazität auf 110 Prozent erhöht und eventuell Leerstände in Kauf nimmt, um auf Jahresspitzen reagieren zu können.

Hort: 60 Hortplätze hat die Stadt derzeit. Sie sind alle belegt, die Anzahl der Plätze ist nach Angaben Schüttes derzeit ausreichend. Wartelisten, wie noch vor Jahren üblich, gibt es nicht mehr. Dazu beigetragen hat die Ganztagsbetreuung, die Bückeburgs Schulen mittlerweile durchgängig anbieten. Viele Eltern würden Ganztagsschulen aber nicht als vergleichbare Alternative sehen und Hortplätze für ihre Kinder bevorzugen. Zu guter Letzt:

Derzeit wird die gesamte Organisation und Verwaltungsarbeit im Krippen-, Kindertagesstätten- und Hortbereich noch analog gemacht und ist entsprechend zeitaufwendig. Die Anschaffung des bereits genehmigten Kindergarten-Verwaltungsprogramms soll nun endlich in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses beschlossen werden. „Ein großes Anliegen der Mitarbeiter“, so Schütte. Und auch der Eltern, die dann unmittelbar bei Anmeldung ihres Sprösslings erfahren können, in welcher Einrichtung noch ein Platz frei ist. rc