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Bückeburg Stadt Invasion der Raupen: Dieser Schädling sorgt in Bückeburg für Ärger
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Invasion der Raupen: Dieser Schädling sorgt in Bückeburg für Ärger
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11:16 02.10.2019
Der Buchsbaumzünsler sorgt auch in Bückeburg für Probleme und schädigt Buchsbäume. Quelle: pixabay
Bückeburg

Sie sind bis zu fünf Zentimeter lang, grün, haben schwarze Punkte – und sind ungebetene Gäste. Der Buchsbaumzünsler sorgt in Bückeburg aktuell für Ärger. Mit seinem Mundwerkzeug beißt sich die Raupe durch die Blätter der Buchsbäume und frisst die Rinden an. „Dabei will sie an den Saft der Pflanze ran“, weiß der Bückeburger Diplom-Garteningenieur Christian Engelke.

Trockenheit hat die Probleme verstärkt

Dem Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei ist die Raupe zum ersten Mal vor drei Jahren in Bückeburg aufgefallen. „Durch die Trockenheit und die lang anhaltenden warmen Temperaturen fühlt sich die Raupe des ostasiatischen Kleinschmetterlings offenbar sehr wohl in Bückeburg“, erklärt Engelke. Aus diesem Grund habe sich das Problem verstärkt.

Je wärmer es ist, desto mehr Raupen legen die Falter unter den Blättern der Buchsbäume ab.

Christian Engelke , Diplom-Garteningenieur

Durch die Trockenheit seien die Buchsbäume sehr geschwächt. Sie seien dadurch angreifbar und könnten sich generell nur schwer gegen die gefräßigen Raupen wehren. „Je wärmer es ist, desto mehr Raupen legen die Falter unter den Blättern der Buchsbäume ab“, erklärt der Garteningenieur. Wenn die Plagegeister aus den Eiern schlüpfen, beginnen sie damit, an den Pflanzen zu fressen.

So erkennt man einen Befall durch die Raupe

Erste Indizien für einen solchen Buchsbaumzünsler-Befall seien, dass die Blätter der Pflanze gelb werden und schließlich abfallen. Außerdem würde der Buchsbaumzünsler, der aus Ostasien nach Deutschland eingeschleppt wurde, die Buchsbäume einspinnen. „Die feinen Fäden sehen aus wie Spinnenweben“, sagt Engelke. Die Pflanze würde in den meisten Fällen durch den totalen Blattverlust sterben, denn: „Ohne Blätter gibt es keine Photosynthese, die zum Überleben benötigt wird.“

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Wie genau der Buchsbaumzünsler nach Deutschland eingewandert ist, weiß bisher niemand. Experten vermuten, dass eine Larve über ein Container-Schiff nach Europa gelangt ist. Natürliche Feinde hat die Raupe nicht. Deshalb kann sie sich ungestört ausbreiten.

Wie kann der Buchsbaum-Schädling bekämpft werden?

Bei der Stadt Bückeburg ist man gelassen. „Der Bauhof hatte bisher zum Glück noch nicht mit dem Buchsbaumzünsler zu tun“, sagt Bauamtsleiter Björn Sassenberg auf Anfrage dieser Zeitung. Christian Engelke hingegen sind viele Fälle bekannt. Besonders betroffen seien Buchsbäume in Privatgärten und auf Friedhöfen. Dort seien seine Gärtner auch im Einsatz.

Doch: „Im Kampf gegen die Raupen sind uns die Hände gebunden“, sagt Engelke. Um die Insekten langanhaltend bekämpfen zu können, müssten chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. „Ein Großteil davon ist aber durch neue Gesetze EU-weit verboten worden“, sagt der Diplom-Garteningenieur. Im Handel angebotene Wirkstoffe seien nur bedingt erhältlich.

„Es ist ein echtes Drama, bei dem wir machtlos sind“, sagt er. Zwar würden in Fachgeschäften biologische Mittel, wie etwa Essigsäure oder Kaliumlauge angeboten, doch: „Sie haben keine lang anhaltende Wirkung“, sagt Experte Christian Engelke. „Einen richtigen Erfolg kann man erst mit sehr großem Aufwand erzielen.“

Hobbygärtner sollten im Fachhandel Hilfe suchen

Auch das Bakterium Bacillus thuringiensis, das als Insektizid versprüht wird, habe einen Nachteil: „Der finanzielle Aufwand ist hier nicht zu unterschätzen und die Wirkung ist relativ langsam“, erklärt der Experte. Vorbeugend könne man nichts unternehmen, außer Netze zu spannen und die Larven per Hand aufzusammeln.

Die Gärtner auf den Friedhöfen würden vor allem abwarten und hoffen, dass sich der Buchsbaum doch noch erholt. Zeitgleich würden die Buchsbäume trotzdem mit einer Mischung aus Wasser und Kaliumlauge besprüht. „Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Engelke.

Hobbygärtnern, die etwas gegen die Raupe tun wollen, rät der Experte, im Fachhandel nach den biologischen Pflanzenschutzmitteln zu fragen. „Wir als Gärtnerei können bei dem Problem leider nicht helfen“, sagt Engelke. von Leonhard Behmann

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