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Bückeburg Stadt Konsequent fortsetzen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Konsequent fortsetzen
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21:05 24.08.2018
Das Gewerbegebiet Kreuzbreite: Die im B-Plan verankerte Sortimentbeschränkung zum Schutz des innerstädtischen Einzelhandels soll nicht aufgehoben werden, rät das überarbeitete Einzelhandelsgutachten. Quelle: jp
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Bückeburg

„Setzen sie den Weg konsequent fort. Er hat der Innenstadt geholfen, ein sehr positives Signal. Die Stadt schafft es, die Lange Straße zu bespielen.“ Das sagte der Diplom-Ingenieur Marc Föhrer von „Stadt + Handel“, als er jetzt in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Umwelt- sowie Wirtschafts- und Finanzausschuss den Entwurf der Fortschreibung des Bückeburger Einzelhandelskonzepts vorstellte.

Im Vergleich zu 2012 ist die Verkaufsfläche in der Stadt um sechs Prozent auf 51.740 Quadratmeter gestiegen, gleichzeitig ging die Anzahl der Betriebe von 169 auf 141 Betriebe zurück. Die Gesamtverkaufsfläche je Einwohner stieg auf 2,62 Quadratmeter je Einwohner (19.770 Einwohner). „Gesund und solide“, so die Wertung des Gutachters. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 1,5 Quadratmeter.

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Kaufkraft gesunken

Den Zentralitätswert bezifferte er mit 110 Prozent, was bedeutet, dass Bückeburg Kaufkraft in die Stadt holt, trotz der Konkurrenz mit den insbesondere im Westen angrenzenden Mittelzentren Minden und Porta Westfalica. Gegenüber 2012 sank die Kaufkraft um zehn Prozent. Geld, das in den stetig steigenden Onlinehandel fließt und von dem Bückeburg nicht profitiert. Einerseits sind alle Städte durch den Online-Handel schlechter geworden, konstatierte der Gutachter, andererseits sei das aber auch beunruhigend, weil die Stadt nicht eingreifen und steuern kann.

Auf Nachfrage sagte er, dass angesichts der Online-Konkurrenz erhöhter Steuerungsbedarf bestehe, die Innenstadt kompakt und attraktiv zu halten. Den gesamtstädtischen Einzelhandelsumsatz bezifferte er mit knapp 130 Millionen Euro.

Die Nahversorgungsanalyse ergab, dass Bückeburg im Bereich Lebensmittel mit 0,7 Quadratmeter je Einwohner um 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt und – außer in einigen Ortsteilen wie Bergdorf, Rusbend, Meinsen-Warber und Cammer – Nahversorger im Umkreis von 700 Metern zu finden und auch fußläufig zu erreichen sind. „Flächendeckend versorgt“, konstatiert das Gutachten dennoch.

Elf Leerstände

Für die Innenstadt – die gesamte Lange Straßen und angrenzende Seitenstraßen – stellt der Gutachter eine unveränderte Verkaufsfläche, aber 20 Betriebe weniger fest. Elf Leerstände insbesondere in den Randbereichen werden verzeichnet. Der Gutachter: „Keine Einbrüche gegenüber 2012, eine attraktive Innenstadt mit einer guten Mischung.“

Entwicklungspotenzial insbesondere in Konkurrenz zum Gewerbegebiet Kreuzbreite mit seinem großflächigen Einzelhandel sieht der Gutachter darin, in der Innenstadt größere Verkaufsflächen und damit die Ansiedlung kleinerer Fachgeschäfte zu ermöglichen. „Der Fokus der weiteren Entwicklung Bückeburgs sollte auf der Innenstadt liegen“, so Föhrer.

An den Beschränkungen für die Kreuzbreite und auch den weiteren Nahversorgungs-Standorten will der Gutachter daher festhalten. Die Beschränkung der Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter sollte ebenso unverändert beibehalten werden wie die Sortimentbeschränkungen, die den Verkauf von einzelhandelsrelevanten Produktgruppen in der Kreuzbreite zum Schutz des Einzelhandels in der Innenstadt verbietet. Lediglich bei Fahrrädern soll es eine Veränderung geben.

Das 77-seitige Gutachten sorgte und sorgt unterm Strich für reichlich Diskussionsbedarf und wurde einstimmig zur weiteren Beratung in die Fraktionen verwiesen. rc