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Bückeburg Stadt Kooperation sichert Trinkwasserqualität
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Kooperation sichert Trinkwasserqualität
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21:49 11.07.2019
Mit dem im Wasserwerk Engern gewonnenen Wasser wird die Stadt Bückeburg über kilometerlange Rohrleitungen mit Trinkwasser versorgt, wie hier in einem Hochbehälter der Stadtwerke Schaumburg-Lippe auf dem Harrl. Quelle: Foto: Archiv
Bückeburg/Rinteln

Seit mehr als 20 Jahren ziehen die Stadtwerke Schaumburg-Lippe und Rinteln gemeinsam mit den Landwirten an einem Strang, um die Trinkwasserqualität in den Versorgungsgebieten langfristig zu sichern. Mit Erfolg: Die Nitratgehalte konnten in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden.

Auf Einladung der Schaumburger Trinkwasser Verbund- und Aufbereitungsgesellschaft mbH, ein gemeinsames Unternehmen der Stadtwerke Schaumburg-Lippe und Rinteln, trafen sich Wasserversorger, Landwirte, Vertreter der Unteren Wasserbehörden der Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg sowie des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu einer Informationsveranstaltung im Wasserwerk Engern. „Durch die Kooperation mit der Landwirtschaft soll insbesondere der Nitrateintrag in das Grundwasser minimiert werden“, sagte Eduard Hunker, Geschäftsführer der Stadtwerke Schaumburg-Lippe, in seiner Begrüßung.

„Alle Akteure haben sich zum Ziel gesetzt, das Grundwasser durch eine standortangepasste Bewirtschaftung und Düngung vor Belastungen zu schützen“, so Hunker und sein Rintelner Geschäftsführer-Kollege Jürgen Peterson unisono. Die Schaumburger Trinkwasser Verbund- und Aufbereitungsgesellschaft mbH fördert aus den Brunnen Großenwieden und Engern/Ahe/Kohlenstädt jährlich etwa 4,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser von hervorragender Qualität zur Versorgung der Städte Bückeburg und Rinteln oder aber der Samtgemeinde Eilsen.

Thomas Loges, Gewässerschutzberater vom Ingenieurbüro Geries aus Hessisch Oldendorf, stellte in seinem Bericht zur Grundwassergüte die Entwicklung der Nitratgehalte vor. Die Nitratbelastungen seien in den vergangenen Jahren stark rückläufig, insbesondere im ehemals hoch belasteten Brunnen Großenwieden. „Die Nitratgehalte konnten in den vergangenen 20 Jahren in Großenwieden von durchschnittlich 55 Milligramm pro Liter im Jahr 1997 auf durchschnittlich 31 Milligramm pro Liter im Jahr 2018 abgesenkt werden.“ Ähnlich stelle sich die Situation in den Brunnen Engern, Ahe und Kohlenstädt dar. „Damit liegen wir deutlich unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter“, erklärte der Agrar-Ingenieur.

Eine Erklärung für den Rückgang der Nitratkonzentrationen lieferte er gleich mit. „Über sogenannte ‚Freiwillige Vereinbarungen‘ verpflichten sich die Landwirte zur Einhaltung vorab vereinbarter Bewirtschaftungsregeln. Das kann zum Beispiel eine reduzierte Stickstoffdüngung unter Pflanzenbedarf sein. Die Landwirte nehmen damit Ertragseinbußen in Kauf, wofür sie Ausgleichszahlungen erhalten. Das Geld stammt aus der Wasserentnahmegebühr, die vom Land Niedersachsen erhoben wird“, erläutert Loges.

Die Kooperationsarbeit zeige eindrucksvoll, dass die Trinkwasserqualität durch vertrauensvolle Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis gesichert werden kann. Man sei weiterhin von der Idee des gemeinsamen Handelns mit der Landwirtschaft überzeugt, unterstrichen die Stadtwerke-Chefs Eduard Hunker und Jürgen Peterson am Ende der Veranstaltung.

r/rc