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Bückeburg Stadt Licht ins Dunkel
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20:22 27.01.2015
 Spielerische Entwicklung: Maren Wunnenberg und ein paar begeisterte junge Gäste. Quelle: pr.
Bückeburg

So trafen sich denn 16 Kinder am frühen Morgen vor der Schule mit Maria Robben-Jones, die am Adolfinum für die Organisation des Begabtenbereichs zuständig ist. Bis Mittag hatten die Grundschüler Gelegenheit, in den Fächern Physik, Biologie und Chemie projektartig zu arbeiten. Maren Wunnenberg, Stefanie Schlüter und Sabine Fischer hatten sich einiges einfallen lassen, um die ohnehin schon sehr interessiert wirkenden Kinder mit ersten motivierenden Themen zu konfrontieren.

 In Physik ging es ins Legoland. Roboter wurden gebaut und erprobt. Und siehe da: Die kleinen Dinger sausten nicht gegen die Tischbeine, sondern drehten früh genug bei. Beste Stimmung im Morgengrauen. In Biologie galt es, Wasserflöhe unter sehr gut auflösenden Mikroskopen zu beobachten und Ergebnisse zu notieren. Herzschlag und Wassertemperatur stehen in keinem beliebigen und zufälligen Verhältnis zueinander. Es geht um das, was Naturwissenschaftler eine Gesetzmäßigkeit nennen, also nicht bloß eine Korrelation, wie sie Sozialwissenschaftler so häufig, aufwendig und wortreich zu skizzieren wissen.

 Was in Chemie auf den Tisch kam, wurde nicht gegessen. Das wäre etwas für einen ganz großen Projekttag. Rotkohl oder Blaukraut als „Indikator für den Säuregehalt einer Flüssigkeit“, das klingt nicht nach Speisekarte im „Hotel Mama“, das klingt nach pH-Wert, das ist „simply science“ und weckt Interesse nach mehr (als nur) Kohl. Eine Redewendung wie „jemanden verkohlen“ kann hier nicht ihren Ursprung haben, es wird beobachtet und geforscht, es kommt Farbe ins Spiel und Licht ins Dunkel.

 In Mathematik bietet Ina Seidl eine ganze AG an für den Begabtenbereich der Grundschule. Deshalb wurde das „MINT-Fach“ an diesem Vormittag nicht einbezogen. Dass am selben Tag in der Zeitung vom Mangel an jungen Naturwissenschaftlern in Deutschland die Rede war, passte. Die Schulen selbst wissen ein Lied davon zu singen, wenn sie an die mittelfristige und langfristige Entwicklung der Studentenzahlen denken.

 Vielleicht saß ja unter den Kindern mit Köpfchen auch jemand mit einem Händchen für die altersgerechte Vermittlung von komplexen natürlichen und manipulierbaren Phänomenen. Die Enkel und Urenkel der drei ambitionierten Lehrkräfte werden sich freuen. Und ist die Klassen- und Kursgröße bis dahin auf ein vernünftiges Maß reduziert, werden die Lehrkräfte sicher sagen können, was Stefanie Schlüter schon am Begabtentag verlauten ließ nach getaner Arbeit: „Ideale Bedingungen.“ Oder meinte sie etwa gar nicht allein die Teilnehmerzahl? r