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Bückeburg Stadt MPS auf Rekordkurs
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt MPS auf Rekordkurs
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00:17 11.07.2018
Quelle: jp
Bückeburg

„Wenn ich Euch diese Frage stelle, so erwartete ich ein klares Nein: Habt Ihr es bereut, hierher gekommen zu sein?“ Die Antwort auf die von MPS-Conferencier und Moderator Horis El Hammamy alias Bruder Rectus zu Beginn des nächtlichen Feuerspektakels gestellte Frage fiel einstimmig aus. Hätten alle in diesem Moment auf dem zwölf Fußballfelder großen Gelände befindlichen Besucher ihr „Nein!“ unisono erschallen lassen, sie hätten sogar die auf der MPS-Bühne aufspielenden Dudelsack-Rocker Saltatio Mortis übertönt.
Im 23. Jahr an diesem Spielort und dem 25. Jahr seines Bestehens befindet sich das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum erneut auf Rekordkurs: Mehr Besucher als jemals zuvor strömten am Sonnabend bei Traumwetter auf das Areal zwischen Schlosspark, Hofwiesen und Mausoleum.
„Danke, MPS-Fans – nie zuvor waren so viele Besucher an einem Tag auf dem MPS in Bückeburg!“, gab Veranstalter Gisbert Hiller im sozialen Netzwerk Facebook zu Protokoll. Alles sei „wieder friedlich, harmonisch, stimmungsvoll und friedfertig“ verlaufen.

Bückeburg steigt in der Publikumsgunst

Damit ist Bückeburg nicht nur auf dem besten Weg, in Sachen Publikumsgunst zur bislang unbestrittenen Nummer eins in Hamburg-Öjendorf aufzuschließen. Die historische Fürstenresidenz hat auch beste Chancen, die Pole-Position zu übernehmen. Denn im Volkspark vor den Toren Hamburgs wird das Ritter-, Gaukler-, Vaganten- und Musiker-Spektakel 2018 zum letzten Mal stattfinden, nachdem das dortige Ordnungsamt keine Genehmigung mehr für die Folgejahre erteilte.
Auch das Programm des Eröffnungswochenendes hielt sich nicht mit Kleinigkeiten auf, sondern präsentierte die Höhepunkte nicht nur wie am Fließband, sondern häufig bewusst zeitgleich, um die Massen auf dem Gelände zu dirigieren und zu verteilen. So mancher Besucher hatte die Qual der Wahl, wenn er sich am Nachmittag zwischen dem rauhbeinigen Mittelalter-Rock der Berliner Cultus Ferox, dem sphärischen Pagan-Folk der Band Waldkauz aus Hildesheim oder dem treibenden Drums-and-Pipe-Rock der Schotten Saor Patrol um ihren Hollywood erprobten Frontmann Charlie „Chick“ Allen entscheiden musste. Oder am frühen Abend zwischen den Folk-Rock-Stars Fiddler’s Green aus Erlangen und den Bremer Folk-Stars Versengold, die einst völlig unbekannt auf dem MPS ihre Laufbahn begannen und momentan nach Veröffentlichung ihres achten Studioalbums „Funkenflug“ ein Großfestival nach dem anderen abräumen. Oder abends zwischen dem nächtlichen Feuerspektakel der Feuerartisten Danse Infernale und des Theaters Feuervogel, dem von Flammenfontänen beschienenen Nachtkonzert der Publikumslieblinge Saltatio Mortis und dem Auftritt der trashigen Gossen-Folkloristen Knasterbart, dem Zweitprojekt von Versengold-Sänger Malte Hoyer und Simon Erichsen, Gründer und Sänger der Band Mr. Hurley & Die Pulveraffen.
Das Bewältigen eines so gewaltigen Publikumszustroms bedeutete für den Veranstalter indes nicht nur reine Freude, sondern auch eine enorme logistische Herausforderung. Vor allem der Andrang auf die Camp-Site südlich des Mausoleumswäldchens, auf dem ein Großteil der Besucher nicht nur die vier Veranstaltungstage, sondern auch die fünf spielfreien Tage dazwischen als „Sommerurlaub im Mittelalter“ verbringt, fiel so groß aus, dass sich Hiller zu radikalen Maßnahmen gezwungen sah. Da das Naturschutzamt des Landkreises einer Erweiterung der Campingflächen nicht zugestimmt hatte, waren nur noch Zelte und Wohnmobile auf dem Gelände erlaubt. Alle übrigen Besucherfahrzeuge mussten auf einer einen Kilometer weiter südlich gelegenen Fläche nahe des Tierheims abgestellt werden, um allen Campern ausreichend Platz zu bieten.
Nachsatz: Für Bestürzung sorgte am frühen Sonntagmorgen der Tod eines Heerlagerangehörigen auf dem Gelände. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 50-Jährige sehr wahrscheinlich eines natürlichen Todes gestorben. Hiller sprach der Familie im Namen aller MPS-Akteure seine Anteilnahme aus. jp