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Bückeburg Stadt Made in Bückeburg: Dieses Unternehmen produziert für den Weltmarkt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Made in Bückeburg: Dieses Unternehmen produziert für den Weltmarkt
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09:01 04.10.2019
Das Team von pwl-Anlagentechnik mit den Geschäftsführern Ralf Buer (Dritter von links), Frank Berkenbusch (Vierter von links) und Katharina Drinkuth (Mitte) sorgt mit seinen Innovationen dafür, dass der Name Bückeburg auch in Australien und China bekannt ist. Quelle: Raimund Cremers
Bückeburg

Die Maschinen, die auf dem Gelände von pwl-Anlagentechnik am Rande der Bückeburger Kreuzbreite konstruiert und an die speziellen Bedürfnisse der Kunden angepasst werden, laufen in Klärwerken, Wäschereien oder Industrieunternehmen der näheren Umgebung.

So zum Beispiel in den Kläranlagen in Stadthagen und Bückeburg, im Auetal oder Hameln, aber auch in Australien, China, Indien oder Polen.

pwl-Anlagentechnik wird jetzt zehn Jahre alt

Acht Mitarbeiter um die geschäftsführenden Gesellschafter Frank Berkenbusch, Ralf Buer und Katharina Drinkuth konstruieren die Maschinen, die in der mechanischen und chemisch-physikalischen Abwasser- und Wasserbehandlung zum Einsatz kommen. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von rund drei Millionen Euro und hat dieser Tage sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Dieser pwl-Mikrofilter sorgt in der Wäscherei Eggers dafür, dass im Waschprozess anfallende Klein- und Kleinstteile aus dem Wasser herausgefiltert werden. (Foto: pr.)

Und wie in vielen Firmen beginnt das Gespräch mit unserer Zeitung damit, dass auch die pwl-Anlagentechnik händeringend auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern ist. „Der Markt mit erfahrenen Fachkräften ist leer gefegt“, stöhnen Berkenbusch und Drinkuth.

Dabei wird derzeit dringend ein Projektentwickler gebraucht: Technische Ingenieure, Mechatroniker oder Maschinenschlosser mit Berufserfahrung. „Auf Teufel komm raus“ wolle man nicht expandieren, aber die Belegschaft aufstocken und verjüngen.

Bückeburger Unternehmen zählt zu den Marktführern

Fest-Flüssig-Trennung ist das Spezialgebiet der Bückeburger Experten. Weit mehr als 400 Maschinen wurden in den vergangenen Jahren in 37 Ländern installiert. Kommunale Abwasserreinigung ist ein Schwerpunkt, der andere die Industrie. Denn auch dort müssen Abwässer gereinigt werden, sei es in der Lebensmittel- oder Papierindustrie, in Schlachthöfen oder Großwäschereien oder aber im Kunststoff- und Recycling-Bereich.

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pwl beschränkt sich dabei auf die mechanische Abwasserreinigung. „Alles, was vorne ankommt, alles, was in die Toilette geworfen wird“, wie es Berkenbusch umreißt. Es geht darum, Wasser von Fremdkörpern zu trennen. Hohe Sieb- und Filterleistungen stehen bei der Entwicklung von Sieben und Filtern naturgemäß im Vordergrund.

Bei drei Millimetern ist pwl-Anlagentechnik mittlerweile angekommen, zählt sich nach Angaben von Drinkuth mit seinen Feinst-Rechen zu den Marktführern: „In diesem Bereich sind wir sehr stark.“

Fertigung wird nicht nach Bückeburg verlegt

Natürlich hat pwl sein Know-how geschützt, diverse Patenturkunden, die im Konferenzraum hängen, dokumentieren die Innovationskraft des Unternehmens. Stolz sind die Geschäftsführer auch darauf, dass sie in verschiedenen Branchen unterwegs sind und „wissen, worauf es den Kunden ankommt“.

Das Unternehmen versteht sich als Anlagenbauer, der konstruiert, baut und schlüsselfertig liefert. Kein Ingenieurbüro, wie Berkenbusch betont. Konstruiert wird an der Ahnser Straße in Teilen der ehemaligen Tennishalle. Schlüsselfertig gebaut wird von zwei Partner-Unternehmen bei Hildesheim und in Österreich.

Die Montage liegt dann wiederum in Händen von pwl, die gemeinsam mit den jeweiligen Auftraggebern und Partnern vor Ort durchgeführt wird. Pläne, die Fertigung einmal nach Bückeburg zu holen, hat pwl nicht. Vor Ort bleibt es bei einem Ersatzteillager, um flexibel reagieren zu können, sollte es bei einer Maschine einmal zu Problemen kommen.

Energieeffizienz rückt in den Mittelpunkt

Neben der Trennleistung ist in den vergangenen Jahren auch immer mehr die Energieeffizienz in den Mittelpunkt gerückt. Bereits seit Jahren lassen sich zum Beispiel die pwl-Rechengutpressen mit mechanisch vorgereinigtem Abwasser betreiben.

Sowohl Fein- als auch Grobrechen kommen ohne den Einsatz von Spritzwasser aus – was Energie spart und die Emission von Aerosolen im Umfeld der Maschinen vermeidet. von Raimund Cremers

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