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Bückeburg Stadt Mädchen befummelt – Täter überführt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Mädchen befummelt – Täter überführt
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18:04 26.03.2019
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Bückeburg

Er war’s. Nach der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht gilt ein Bückeburger (52) als „sicher überführt“, eine 16-Jährige in seiner Wohnung „sexuell attackiert und genötigt zu haben“, wie Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer, zusammengefasst hat.

Deshalb bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von acht Monaten mit Bewährung, die das Amtsgericht in erster Instanz verhängt hatte. Damit das Urteil nicht bloß auf dem Papier steht, muss er 200 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Der Angeklagte hatte die Entscheidung aus erster Instanz angefochten und vor Gericht von einem Dolmetscher erklären lassen, er habe das Mädchen lediglich gestützt und im Gesicht mit Wasser gewaschen, weil der 16-Jährigen schwindelig geworden sei. Das stimmt zwar, doch bei dieser Annäherung ist es nicht geblieben.

Der Bückeburger stieß die Besucherin aufs Bett, als sie gehen wollte, lutschte an ihrem Ohr und begann zu stöhnen. Er küsste sie auf die Wange und drückte ihre Brust, bis es dem Opfer gelang, sich zu befreien. Während der Tat hatte der Mann die Schülerin nach Erkenntnissen des Gerichtes gefragt, ob es ihr gefalle, worauf das Mädchen laut und deutlich „Nein“ antwortete. Zur Wohnung des Mannes in der Innenstadt war die junge Frau freiwillig mitgekommen, weil sie dessen Sohn näher kennenlernen wollte. Der Sohn hatte die Räume vor dem Übergriff verlassen.

Das Gericht glaubte dem Mädchen. Richter Kütemeyer nannte die Darstellung der jungen Frau glaubhaft, sie selbst glaubwürdig. Der Angeklagte sei durch ihre Aussage überführt. Diese sei schlüssig, logisch, ohne Widersprüche, frei von überschießenden Belastungstendenzen und stimme mit allen früheren Aussagen überein.

Belastet haben den Bückeburger auch die Angaben seines Sohnes. Der 52-Jährige hatte sinngemäß behauptet, im Beisein des Sohnes habe die junge Frau später zweimal zu ihm gesagt, dass nichts gewesen sei. Der Sohn konnte dies jedoch nicht bestätigen. Solche Gespräche habe es nicht gegeben. „Dies zeigt den gescheiterten Versuch des Angeklagten, sich wahrheitswidrig zu entlasten“, fasste Kütemeyer zusammen.

Mädchen nicht körperlich oder seelisch verletzt

Vor Gericht ordnete die junge Frau die sexuellen Übergriffe selbst als „nicht besonders schlimm“ ein. Anzeige bei der Polizei hätte sie deshalb nach eigenem Bekunden nicht erstattet. Die Sache war rausgekommen, nachdem wenige Tage später zwei Freunde mit ihr zusammen zum Haus des Bückeburgers gezogen waren, wo dann wegen der Lautstärke auch die Polizei auftauchte.

Das Gericht geht von einem minder schweren Fall aus. So sei das Mädchen „nicht körperlich und auch nicht nachweisbar seelisch verletzt“ worden. Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer außerdem, dass der 52-Jährige bislang nicht vorbestraft ist, die Tatdauer „eher kurz“ gewesen sei und das Opfer „nur“ über der Kleidung „befummelt“ worden war.

Gegen den Angeklagten spricht, dass das Mädchen erst 16 und in der Wohnung schutzlos war. Diesen Umstand habe der Täter ausgenutzt. Der Sohn hatte nach der Tat übrigens so große Angst vor seinem Vater, dass er auf eigenen Wunsch in eine Jugendhilfeeinrichtung gebracht werden musste. 

ly