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Bückeburg Stadt Mehr Radeln gegen zu viel CO2 in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Mehr Radeln gegen zu viel CO2 in Bückeburg
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07:25 30.04.2019
Die Planungen für die Einrichtung einer Fahrradstraße an der Fürst-Ernst-Straße werden weiter vorangetrieben.
Die Planungen für die Einrichtung einer Fahrradstraße an der Fürst-Ernst-Straße werden weiter vorangetrieben. Quelle: rc
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Bückeburg

Zwar gab es bei der Diskussion in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses gegensätzliche Meinungen von Mehrheitsgruppe und CDU-Fraktion, ob eine solche Straße eingerichtet werden soll, letztlich empfahl der Ausschuss aber bei einer Enthaltung, das Vorhaben weiter voranzutreiben. „Um objektive Zahlen zu ermitteln und zu haben und nicht nur über Gefühle zu reden“, wie es Fachbereichsleiter Björn Sassenberg formulierte.

Um diese Zahlen zu erhalten, soll für vier Wochen eine Zählung des Radverkehrs an der Straße durchgeführt werden. Zudem sollen die Planungen weiter vorangetrieben werden. Außerdem wird ein öffentliches Beteiligungsverfahren unter Einbeziehung von Tiefbauamt und Ordnungsamt, der Schulen, der Wirtschaftsförderung sowie von Polizei, ADFC, Verkehrswacht und dem Arbeitskreis Radverkehr durchgeführt. Falls das Abwägungsverfahren dazu führt, an der Straße eine Fahrradstraße einzuführen, werde die Stadtverwaltung mit Unterstützung des Arbeitskreises Fahrradfreundliche Kommunen Niedersachsen-Bremen durch Öffentlichkeitsarbeit frühzeitig auf die damit verbundenen Verkehrsregeln hinweisen und begleitend informieren. Rund 7500 Euro würde das Aufstellen der dafür notwendigen Verkehrszeichen kosten, Geld, dass im laufenden Haushalt nicht eingestellt ist, aber im Jahr 2020 eingestellt werden soll.

Radstraße ein Anfang

Im Ausschuss formulierte Ratsfrau Cornelia Laasch (Grüne) noch einmal, warum die Grünen den Antrag für die Einrichtung der Fahrradstraße gestellt haben. Nur die AfD und US-Präsident Donald Trump würden noch den Klimawandel leugnen, polemisierte sie. Alle anderen wüssten, was dagegen zu tun sei: CO2 einsparen und sich möglichst klimaneutral zu bewegen, also Rad zu fahren. Und diesbezüglich sei in Bückeburg noch einiges verbesserungswürdig, wie erst die jüngste Berichterstattung über den ADFC-Radklimatest gezeigt habe, wo Bückeburg mit einer Drei minus bewertet worden sei. Sowohl Eltern als auch Schüler wollen Verbesserungen, eine Radstraße sei ein Anfang. Generell gehe es darum, das Radfahren in Bückeburg komfortabler und sicherer zu machen.

Die Radstraße Fürst-Ernst-Straße führe zu einer Bündelung des Radverkehrs. Die Grünen hofften, dass sie mit dem Vorschlag der Verwaltung zum weiteren Vorgehen zum Ziel kommen. „Wir brauchen eine breite Akzeptanz“, so Laasch.

Lehnen Anwohner Vorhaben ab?

Eine Akzeptanz, die die Grünen bei ihrem Mehrheitspartner, der SPD-Fraktion, offensichtlich haben: Von deren Seite gab es keine weiteren Wortmeldungen. Wohl aber seitens der CDU-Fraktion: Ratsherr Cord Siekmeier (CDU) sagte, dass seine Fraktion den Antrag der Grünen ablehne und es bei der bewährten Rechts-vor-links-Regelung belassen wolle. Zudem gebe es dort sehr viel Parkverkehr. Auch die Anwohner würden das Vorhaben ablehnen, ergänzte Ratsfrau Ulrike Eggers (CDU). Sie sehe keinen Sinn darin, durch die Straße dürfe ohnehin kein Durchgangsverkehr fahren.

Für die Verwaltung sagte Sassenberg, dass eine Fahrradstraße die Radfahrer bevorzuge: „Für alle anderen Verkehrsteilnehmer ändert sich nichts.“ Auf entsprechende Nachfrage des Ratsherrn Andreas Paul Schöniger (Freie Wähler) sagte Sassenberg, dass Konzept und Planungen vom Bauamt ohne Beauftragung eines Planungsbüros durchgeführt würden.

Einrichtung wird weiterverfolgt

Eine längere Diskussion gab es noch zu der Frage, warum der Arbeitskreis Radverkehr seit Juli 2017 nicht mehr einberufen worden und etwa zu der Frage der Radstraße gehört worden sei. Weil es keine Themen gegeben habe, so Sassenberg. Der Arbeitskreis werde jetzt aber wieder einberufen, weil es etwas Konkretes zu beraten gebe.

Schließlich empfahl der Ausschuss bei einer Enthaltung, die Einrichtung der Fahrradstraße weiterzuverfolgen und Grundlagen für die weiteren Entscheidungen zu ermitteln.

Von Raimund Cremers