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Bückeburg Stadt Mit Innovation aus Bückeburg den EU-Markt umkrempeln
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Mit Innovation aus Bückeburg den EU-Markt umkrempeln
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22:43 20.03.2019
Über „Innovation und Digitalisierung“ erfahren die Besucher der Bückeburger Unternehmer-Matinee viel Interessantes. Quelle: rc
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Bückeburg

„Ob alles, was wir als Stadt Bückeburg hier tun, mit dem im Einklang steht, was die Wirtschaft benötigt“, dafür sei man heute zusammengekommen. Das stellte Bürgermeister Reiner Brombach in seinen Begrüßungsworten zur zweiten Bückeburger Unternehmer-Matinee fest. Diese fand am Mittwochmorgen im Rathaus auf Einladung der Weserbergland AG, des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland und der Stadt Bückeburg statt. Rund 80 Unternehmer waren der Einladung gefolgt, hörten sechs Kurzreferate zum Matinee-Thema „Innovation und Digitalisierung“ und diskutierten darüber.

Vom Bürgermeister erfuhren sie, dass Bückeburg mittlerweile „recht gut“ mit Breitband versorgt sei, auch wenn es immer Bereiche gebe, wo es besser werden könne. Die Stadt sei dabei, ihr Einzelhandelskonzept zu überarbeiten, um Wirtschaft und Gewerbe eine sichere Grundlage zu geben und Neuansiedlungen nach Bückeburg zu holen.

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Stadt erschließt neue Gewerbegebiete

Damit dies gelinge – da es kaum noch freie Gewerbeflächen in Bückeburg gebe –, werde noch in diesem Jahr mit der Erschließung des Gewerbegebiets „Hinter dem Eichholz“ oder auch Kreuzbreite III begonnen, wie die Unternehmer von Wirtschaftsförderin Annika Tadge erfuhren. Ende des Jahres soll die vier Hektar große Gewerbefläche baureif sein. Ein Teil der Flächen sei bereits verkauft oder reserviert. Weitere Flächen seien noch zu haben und flexibel einteilbar, warb die Wirtschaftsförderin.

Von Dieter Ahrens, Geschäftsführer der Ahrens Solartechnik GmbH & Co KG und Kreishandwerksmeister, erfuhren die Unternehmer, dass an der Kreuzbreite noch in diesem Jahr Baubeginn für das Technologie-Zentrum Schaumburg sein werde: Ein innovatives, energieautarkes Bürogebäude, das von „Start-ups“, Gründern oder etablierten Unternehmen geschaffen werde, die sich zwischen technikaffinem Klimaschutz und digitalem Umweltdesign austauschten, wie es Ahrens umriss. „Ein zu 100 Prozent energieautarkes Gebäude, einzigartig in Deutschland“, stellte Ahrens fest.

"Große Player" aus Bückeburg

Von Guido Hiller von der ebenfalls an der Kreuzbreite ansässigen „IGEA – Ingenieurgesellschaft für digitalisierte Energie- und Automatisierungstechnik“ erfuhren die Unternehmer, wie aus einem Maschinenbauer für die Fertigung von Aromaventilen inzwischen mit 80 Millionen selbst produzierten Stücken ein großer Player geworden sei, der inzwischen dabei sei, den gesamten EU-Markt umzukrempeln – denn sein Unternehmen entwickele in Zusammenarbeit mit der BASF kompostierbare Aromaventile aus Kunststoff, wie Hiller berichtete. Bisher seien die Ventile, die sich an fast allen Verpackungen wie etwa für Kaffee oder Kekse befänden, im Zeitalter der überbordenden Plastikflut nicht kompostierbar. Der Vorteil: Wenn ein Hersteller am Markt so etwas anbietet, sind andere Hersteller laut EU-Recht verpflichtet, dem Stand der Technik zu folgen. Hiller: „Wenn wir diese Vorreiterrolle hinbekommen, zwingt es andere, uns zu folgen.“ Weit über eine Million Euro sind inzwischen in das Projekt investiert.

Von Jörg Büsel von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen erfuhren die Unternehmer, wie sie Potenziale in ihrem Unternehmen und Erfolge generieren können und welche auch finanzielle Unterstützung die N-Bank dafür anbieten kann. Das Motto: „Wo kommen Sie her, wo wollen sie hin?“

Fragen, die auch Benita von Steinaecker von der Handwerkskammer Hannover mit der „Digitalisierungswerkstatt Handwerk“ aufgriff und beantwortete. Fragen wie zum Beispiel: „Welchen Bedarf an Digitalisierung hat ein Unternehmen? Welche Ziele, welche Strategien oder welcher Plan?“ Es gebe eine Reihe von Werkzeugen, ehe es an Umsetzung und Realisierung geht.

Abschließend stellte Thomas Krexel, Vorstand der Weserbergland AG, das Thema „Onlinemarketing und -vertrieb über eBay“ vor. In drei Runden tauschten sich anschließend Referenten und Unternehmer rege über das Gehörte aus.

Von Raimund Cremers