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Bückeburg Stadt Nein zu Sonderposten- und Drogeriemarkt an Kreuzbreite in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Nein zu Sonderposten- und Drogeriemarkt an Kreuzbreite in Bückeburg
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09:14 11.09.2019
Auf der Fläche zwischen dem Baumarkt Obi und dem Autohaus hat es immer wieder Begehrlichkeiten gegen, dort einen Drogeriemarkt zu errichten und anzusiedeln. Mit ihrem Einzelhandelsgutachten schiebt die Stadt dem aber einen Riegel vor. Quelle: rc
Bückeburg

Es ist ein Nein, das der Rat damit zementiert hat, dass er mit dem Einzelhandelsgutachten und der in ihm festgehaltenen „Bückeburger Sortimentsliste“ eine Sortimentsbeschränkung für die Gewerbegebiete – insbesondere der Kreuzbreite – verabschiedet hat. Damit soll der Einzelhandel in der Innenstadt geschützt werden.

Für einen Drogeriemarkt an der Kreuzbreite sprechen die Gutachter die Entwicklungsempfehlung aus, dass kein „zentren- und nahversorgungsrelevanter Einzelhandel im Gewerbegebiet entwickelt werden soll. Die vorhandenen geringen Potenziale im Sortiment Drogeriewaren sollten in der Innenstadt sowie – nachgelagert – in städtebaulich integrierten Lagen gebunden werden.

Gutachter empfehlen Penny-Verlagerung

Für den Neubau eines Sonderposten-Marktes beziehungsweise Getränkemarktes auf dem alten E-Center-Areal empfehlen die Gutachter die Verlagerung des Penny-Marktes an die Wilhelm-Raabe-Straße, die Ergänzung um einen Getränkemarkt ist vorstellbar. Aufgrund des hohen Anteils zentrenrelevanter Sortimente in einem Sonderposten-Markt wird jedoch empfohlen, diesen zur Stärkung des zentralen Versorgungsbereichs in der Innenstadt anzusiedeln, um dadurch eine Dezentralisierung des zentrenrelevanten Einzelhandels zu verhindern. Zudem sollte eine Konzentration nicht zentren- und nahversorgungsrelevanter Sortimente am Sonderstandort Kreuzbreite erfolgen. Im Klartext: Gegen eine Ansiedlung eines Sonderposten-Marktes an der Kreuzbreite gibt es seitens der Gutachter keine Bedenken.

Sonderposten-Markt: Gespräche laufen

Nach Informationen dieser Zeitung gibt es derzeit deswegen wieder Gespräche auch in der Politik, ob nicht erneut die Fläche an der Hannoverschen Straße neben dem Kaufland für einen Sonderposten-Markt infrage kommt. Eine entsprechende Anfrage eines anderen Marktbetreibers war vor einigen Jahren abgelehnt worden. Der Penny-Markt hat jedenfalls eine Umsiedlung an die Wilhelm-Raabe-Straße in einer Sitzung zum Vorgehen im Sanierungsgebiet Windmühlenstraße abgelehnt.

Drogeriemarkt: Grüner Punkt für Kreuzbreite-Stärkung, roter Punkt für Konkurrenzschaffung

Drogeriemarkt Kreuzbreite: Wenn, sollte er auf einer Fläche zwischen Obi und einem Autohaus gebaut werden, in einer städtebaulich nicht integrierten Lage, wie die Gutachter werten. Ein städtebaulicher Zusammenhang, sprich Wohnbebauung drumherum, sei nicht vorhanden. Als Sonderstandort sei er ein starker Konkurrenzstandort zum Angebot der Innenstadt. Einem solchen Markt wird ein „geringer absatzwirtschaftlicher Entwicklungsrahmen“ attestiert. Lediglich für Ergänzung und Stärkung des Sonderstandortes Kreuzbreite vergeben die Gutachter einen grünen Punkt.

Einen roten Punkt gibt es dagegen wieder dafür, dass das Vorhaben nicht den übergeordneten Entwicklungszielen und den Ansiedlungsleitsätzen entspricht: „An nicht integrierten Standorten grundsätzlich auszuschließen.“ Einen roten Punkt gibt es auch dafür, dass lediglich Umsatzverteilungen zu erwarten sind und somit Konkurrenz zur Innenstadt entsteht.

Sonderposten-Neubau auf altem E-Center-Areal: Der derzeitige Mieter der Alt-Immobile hat gegenüber der Stadt geäußert, dass er dort neu bauen möchte, und auch bereits Vorplanungen vorgelegt. Bisher ist rechtliche Grundlage, dass im Zuge der Umsiedlung des E-Centers auf den Weinberg die Altimmobilie abgerissen und die Fläche zu einem innenstadtnahen Wohngebiet entwickelt wird.

Die Gutachter vergeben eine Reihe gelber Punkte in ihren Bewertungen, etwa für die Integration in die umgebende Wohnbebauung. Ein städtebaulicher Zusammenhang wird nicht gesehen, ein roter Punkt. Dagegen wird im Bereich der Nahversorgungsstruktur eine geringfügige Erweiterung des Angebots und Verbesserung der Nahversorgungsstruktur attestiert. Durch das nicht zentrenrelevante Sortiment entsteht ein Konkurrenzstandort zur Kreuzbreite, ein weiterer roter Punkt. Gelbe Punkte gibt es dafür, dass übergeordnete Entwicklungsziele und Ansiedlungsleitsätze nur teilweise erfüllt werden. Auch der Bezug zur Gesamtentwicklung der Stadt wird mit einem gelben Punkt bewertet. Von Raimund Cremers

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