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Bückeburg Stadt Neubau einer Bahntrasse: Korridor von 67,5 Metern Breite
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23:24 02.05.2019
Quelle: dpa
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Bückeburg

Nachdem bis 2018 eine mögliche Neubaustrecke bei Bückeburg mit Tunnel durch den Jakobsberg im Fokus gestanden hatte, waren die Bereiche Rinteln und Auetal nach der Ankündigung einer neuen Schnellfahrstrecke der Bahn für 300 Stundenkilometer von Bielefeld nach Hannover verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Staatssekretär Enak Ferlemann hatte dabei einen Verlauf an der A2 als „bevorzugte Variante“ bezeichnet. Darauf hatten unter anderem das Mitglied der WGS-Kreistagsfraktion, Heinrich Sasse aus Rinteln, sowie der langjährige Vorsitzende der Kreisjägerschaft Schaumburg, Hartmut Büttner aus dem Auetal, zu Widerstand gegen die Pläne aufgerufen. Vor einigen Wochen gab es bereits ein erstes Gespräch zwischen der Bigtab und Rintelns SPD-Chef Bernd Wüpker.

Neubau keine akzeptable Lösung

Wichtigstes Ziel der Bürgerinitiative bleibe der trassennahe Ausbau der bestehenden Bahnstrecke, erläuterte Bigtab-Vorstandsmitglied Gesine Frank anlässlich eines gemeinsamen Pressetermins mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und dem ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Lothar Ibrügger aus Minden: „Wir brauchen den viergleisigen Lückenschluss zwischen Minden und Wunstorf, und wir brauchen ihn bald und nicht erst in einigen Jahrzehnten.“

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Auch ein Neubau entlang der A2 stelle keine akzeptable Lösung dar, da er zu teuer sei, zu viel Fläche verbrauche und zu viel Zeit bis zu seiner Verwirklichung in Anspruch nehme, erklärten die Bigtab-Vertreterin und die beiden Politiker. Ibrügger verwies auf Daten des Bundesverkehrsministeriums, aus denen als Flächenbedarf für den zweigleisigen Neubau einer derartigen Hochgeschwindigkeitsverbindung ein Korridor von 67,5 Metern Breite hervorgehe. Bei einer Neubaustrecke von minimal 90 Kilometer Länge ergebe das mehr als sechs Millionen Quadratmeter. Zum Vergleich verwies der Staatssekretär a.D. auf den von der heimischen Politik favorisierten trassennahen Ausbau, für den laut Berechnung des Bundesverkehrsministeriums nur zehn Meter in der Breite erforderlich sind.

Bedarf von fünf bis sechs Milliarden

Als größte Hürde für die Schnellbahn-Idee erachtet Ibrügger weiterhin die Kostenfrage. Auf Basis ebenfalls von Statistiken des Bundesverkehrsministeriums kommt er auf einen Bedarf zwischen fünf und sechs Milliarden Euro. Zusätzlich müssten 60 Millionen Euro für jeden Kilometer Tunnel hinzugerechnet werden. Angesichts der derzeitigen Haushaltsansätze zur Finanzierung aller Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan sei daher mit einer Realisierung der Schnellfahrstrecke HannoverBielefeld erst in Jahrzehnten zu rechnen.

Für die Bundestagsabgeordnete Völlers ist weiterhin die Informationspolitik des Bundesverkehrsministeriums ein rotes Tuch. Auch auf ihre jüngste Anfrage hinsichtlich des geplanten Trassenverlaufs habe Staatssekretär Ferlemann nur geantwortet, dass erst „nach einer abgeschlossenen Planung der verkehrlichen und betrieblichen Aufgabenstellung“ ein „konkreter Suchraum für mögliche Trassenvarianten“ festgelegt werden könne. Sie werde daher weiterhin Anfragen an das Ministerium stellen, bis endlich Klarheit für die Bevölkerung herrsche, kündigte die Abgeordnete an. Hinweis:

Die Bigtab hält am Freitag, 10. Mai, ab 19 Uhr ihre Jahresversammlung im Restaurant Große Klus ab. Auch Nicht-Mitglieder sind dazu eingeladen, um sich über den derzeitigen Sachstand beim Thema Bahnausbau zu informieren.

Von Johannes Pietsch

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