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Bückeburg Stadt Neuer Spielplatz am Weinberg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Neuer Spielplatz am Weinberg
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14:01 20.04.2019
So soll der Spielplatz am Weinberg nach der Umgestaltung aussehen. Quelle: pr
Bückeburg

Im Ratsausschuss für Jugend und Familie bestand Einigkeit darüber, dass der schön gelegene Spielplatz oberhalb der Mindener Straße am westlichen Ortsausgang verbessert werden muss. Nur: Das vorgestellte Konzept würde insgesamt 55.000 Euro kosten. Geld, das die Stadt – natürlich – nicht hat. Und: Bisher war der finanzielle Rahmen für die jährliche Neugestaltung eines Spielplatzes auf 20.000 Euro beschränkt.

Der Ausschuss will sich daher auf die Suche nach Sponsoren machen, wie die Vorsitzende des Gremiums, Ratsfrau Iris Gnieser (CDU), und die SPD-Ratsfrau Sandra Schauer, die zuvor das Konzept vorgestellt hatte, unisono sagten. Es ist zudem daran gedacht, die Umgestaltung in zwei Abschnitten zu machen: zuerst den unteren Bereich an der Leibnizstraße für 38.000 Euro, dann den oberen Bereich auf der Höhe der alten Mühle für 17.000 Euro.

Im unteren Bereich soll das alte Klettergerüst durch neue Spielgeräte für alle Altersgruppen ersetzt werden. Vorgeschlagen werden Baumstamm-Mikado, Nestschaukel, Hangrutsche, Kletterknoten oder ein Weiden-Tipi, im oberen Bereich Hängematten, um die Fernsicht auf das Wesergebirge genießen zu können.

Auch an Insekten gedacht

Der Clou aber soll der naturnahe Bereich auf der Hangwiese im östlichen Bereich werden. Dort soll in Zeiten von Bienen- und Insektensterben eine rund 35 Meter lange Hecke gepflanzt werden, die einiges für Insekten bieten soll. Dazu kommen Bäume mit einer längeren Trachtzeit, sodass Insekten bis in den Spätsommer hinein Nahrung finden. Für die Kinder werden Inseln mit Fruchtgehölz mit essbaren Früchten angepflanzt. Alle Bäume und Sträucher werden im Hinblick auf Nahrungsgrundlagen für Insekten und Vögel auch im Winter ausgesucht. Eine entsprechende Standortanalyse hat bereits der Vorsitzende des Nabu Bückeburg, Peter Walter, gemacht. Dieser zog bei der Vorstellung seiner Analyse folgendes Fazit: „Kinder sehen zu Hause oft nur Steingärten und glatt gemähten Rasen.“ Oder, wie es Iris Gnieser formulierte: „Spielend lernen und fördern.“

Auch die angrenzende, unter Denkmalschutz stehende Mühle wird in das Gesamtkonzept einbezogen. Die eingeschlagenen Fenster sollen für Brutkästen für Falken und/oder Schleiereulen genutzt werden. Im unteren Bereich sollen Tonrohre Nist- und Brutplätze für Wildbienen aller Art bieten, eine Art Insektenhotel. Die Pläne, die Mühle für den Spielplatz zu nutzen, wurde nach einem Blick ins Innere umgehend verworfen.

Rücksicht auf Anwohner

Auch die Anwohner sollen mit ins Boot geholt werden, da durch die Umgestaltung mehr Trubel zu erwarten und durch die Anpflanzungen mit Veränderungen zu rechnen sei, wie Ratsfrau Heike Donath (CDU) befürchtete. Es werde auf leise Geräte geachtet, außerdem werde sich der Schall durch die Anpflanzungen verändern und leiser werden, so Sandra Schauer: „Aber: Das ist auch ein Spielplatz.“

Der Weinberg heißt übrigens nicht Weinberg, weil dort unsere Altvorderen einmal Reben angepflanzt und Trauben gekeltert haben. Vielmehr stand dort im Mittelalter der Galgen der Stadt, und Angehörige weinten um ihre Toten.

Von Raimund Cremers