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Bückeburg Stadt Parkchaos in Bückeburg - die Kehrseite des Winterzaubers
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Parkchaos in Bückeburg - die Kehrseite des Winterzaubers
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15:03 01.12.2019
Unzählige Male werden auswärtige Besucher an der Absperrung am Kreisel Georgstraße/Reitweg angehalten und weggeschickt. Quelle: jp

Auch in Wohnstraßen vom Petzer Feld über die Innenstadt bis zu den Hofwiesen und den Fischteichen stehen die Fahrzeuge von Besuchern Stoßstange an Stoßstange. Und das nicht selten so gedanken- und rücksichtslos, dass Anwohner ihre eigenen Grundstücke nur noch unter Aufbietung höchstmöglicher Rangierkünste verlassen können. Dass sogar Einfahrten und Rettungswege versperrt werden, ist keine Seltenheit.

Frust über unbelehrbare Autofahrer

Das nervt schon lange nicht nur Anwohner und Geschäftsleute, sondern auch die Organisatoren des Weihnachtszaubers. Alexander Perl, Schlossverwalter und Chef des Location-Managements der Großveranstaltung, ist der Frust über diesen unbelehrbaren Teil der Weihnachtszauber-Besucher förmlich ins Gesicht geschrieben. Seit Jahren würden die mit Auto anreisenden Besucher darüber informiert, dass sie unter keinen Umständen in die Innenstadt fahren, sondern den hinlänglich bekannten Großparkplatz am Hasengarten ansteuern sollen, von wo regelmäßig Shuttle-Busse zum Schloss verkehren.

„Wir schreiben es auf die Flyer, wir schreiben es im Internet und überall, wo wir es sonst noch können, dass sowohl das Parken auf dem Großparkplatz als auch der Shuttle-Bus kostenlos sind“, spielt Perl auf das alljährliche gebetsmühlenartige Ritual an. „Aber mehr, als immer nur informieren und appellieren, können auch wir nicht.“ Dabei seien beim aktuellen Weihnachtszauber noch weitere Anstrengungen unternommen worden, um die Parksituation zu entschärfen.

Jeder kann in den Shuttle-Bus

So sei mittlerweile das Mausoleums-Areal für die Aussteller zum Parken freigegeben und zudem abends durch Scheinwerfer ausgeleuchtet, um deren Fahrzeuge aus der Innenstadt fernzuhalten. Perl versteht daher auch die immer wieder von Bückeburger Geschäftsleuten geäußerten Beschwerden, ihre Kunden fänden während des Weihnachtszaubers nicht genügend Parkplätze, nicht: „Jeder, der in die Innenstadt will, kann doch ebenfalls den kostenlosen Großparkplatz und die Shuttle-Busse nutzen. Wir kontrollieren doch nicht, ob einer zum Weihnachtszauber will oder in die Fußgängerzone.“

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Dabei entsteht das Park-Chaos offenbar vor allem durch Besucher von auswärts, die sich von ihrem Navi statt zum Großparkplatz Hasengarten direkt zum Schloss leiten lassen und dann oftmals direkt vor der Absperrung am Kreisel Georgstraße/Reitweg landen. Wie oft dort Autofahrer angehalten und mit Hinweise auf die Großparkplätze zurückgeschickt werden müssen, können die Mitarbeiter des Weihnachtszaubers schon nach dem ersten Tag nicht mehr zählen.

Feuerwehrzufahrt blockiert

Das ändert nichts daran, dass viele Besucher anschließend nicht wie angewiesen zum Hasengarten fahren, sondern versuchen, in der Nähe ihr Fahrzeug loszuwerden und dabei nicht selten Feuerwehrzufahrten am Adolfinum zuparken oder auf dem Brachgelände der ehemaligen Sauna Zank ein heilloses Chaos anzetteln.

Richtig fatal wird es stets am Abend des ersten Advents-Freitags, wenn der vergünstigte Eintritt ab 16 Uhr auf dem Weihnachtszauber mit dem zeitgleich stattfindenden Advents-Basar im Gymnasium Adolfinum zusammenfällt. Dann geht an der Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße und der Wiegmannstraße oftmals nichts vor und nichts zurück. Hätten zu diesem Zeitpunkt Feuerwehr, Notarzt oder Rettungskräfte einen schnellen Weg zum Altersheim oder den umliegenden Wohnstraßen gebraucht, hätte es schwer werden können.

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Anlieger wie Ralf Nasemann und Nicole Rudnik treibt dabei nicht nur die scheinbare Passivität von Polizei und Ordnungsamt auf die Palme, sondern auch das Verhalten des Adolfinums: Denn während die Organisatoren des Weihnachtszaubers noch das Menschenmögliche versuchten, die Beeinträchtigungen durch den Parkverkehr zu reduzieren, seien den Verantwortlichen der Schule die Auswirkungen ihrer Veranstaltungen offenbar völlig egal.

Von Johannes Pietsch