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Bückeburg Stadt Perlen handgemachter Musik
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Perlen handgemachter Musik
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00:21 28.02.2018
Das Duo Kelpie begeistert die Zuhörer in der früheren Landfrauenschule.
Das Duo Kelpie begeistert die Zuhörer in der früheren Landfrauenschule. Quelle: bus
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BÜCKEBURG

Und er sollte mit jedem Wort Recht behalten. Die aus Kerstin Blodig (Gitarre, Gesang, Bodhrán) und Ian Melrose (Gitarre, Low Whistle, Backgroundgesang) bestehende Formation vereint eine der gegenwärtig wichtigsten Interpretinnen skandinavischer und keltischer Musik mit einem der besten (Mitwirkung an mehr als 120 Alben) Fingerpicking-Gitarristen der Welt. Die norwegisch-deutsche Interpretin und der schottische Virtuose touren regelmäßig in Deutschland, Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden und Nordamerika.

Bückeburg war jetzt – dank einer persönlichen Bekanntschaft mit Suchland – zum dritten Mal Reiseziel der derzeit in Berlin beheimateten Ausnahmekönner. Und wie bei den vorhergehenden Gastspielen gab es auch diesmal rein gar nichts zu meckern. Das Duo präsentierte ein Dutzend Stücke, die allesamt als Perlen handgemachter akustischer Musik daherkamen.

Dabei tat es dem Hörgenuss keinerlei Abbruch, dass die Texte in zumeist recht fremdländisch anmutendem Zungenschlag zu vernehmen waren. Das nötige Hintergrundwissen vermittelten die abwechselnd moderierenden Gäste mittels kleiner Geschichten.

Vergnügliche Reise an die See

Und manche Formulierungen hätten selbst Experten vor Rätsel gestellt. „Das war ein nordnorwegischer Dialekt“, ließ Blodig einmal wissen. Und ein anderes Mal: „Das ist so schottisch, dass es schon fast norwegisch ist.“

Gänzlich ohne Text kamen zwei gemeinsam gespielte Instrumentaltitel und das von Melrose solo vorgestellte „Molli versus 121“ aus. Mit dieser von der im Mecklenburgischen auf schmaler Spur zwischen dem Ostseebad Kühlungsborn und Bad Doberan verkehrenden Dampfeisenbahnlokomotive „Molli“ und einem Linienbus inspirierten Geschichte nahm der Gitarrist seine Zuhörer mit auf eine vergnügliche Reise an die Ostsee.

Zu den Höhepunkten des balladenreichen und von überwiegend einfühlsam-melancholisch gesponnenen Eigenkompositionen geprägten Abends – „tanze meine Weisen, weine meine Lieder“ – zählten überdies Interpretationen von aus fremder Feder stammenden Stücken. Wie etwa Paul Simons auf dem Album „The Rhythm of the Saints“ veröffentlichtes „Born at the right Time“ und Ian Andersons „Kelpie“.

Mit diesem dem 1979er Jethro-Tull-Longplayer „Stormwatch“ entnommenen Titel nehmen Konzerte des Paares für gewöhnlich ihr Ende: „Up, ride with the kelpie / I’ll steal your soul to the deep / If you don’t ride with me while the devil’s free / I’ll ride with somebody else.“

Vielfältiges Repertoire

Bei einem „Kelpie“ handelt es sich Blodigs Schilderungen gemäß um einen übernatürlichen Wassergeist, der in Gestalt eines prächtigen Pferdes insbesondere in schottischen Gewässern auftaucht. Das dem nordischen Wassertroll ähnelnde Wesen verspricht Wanderern Hilfe, zieht diese aber schlussendlich in die Tiefe.

In der früheren Landfrauenschule tauchte im Anschluss an die trollige Kreatur im Zugabe-Teil noch Neil Youngs „Dance, dance, dance“ auf. Dabei stellte das Duo effektvoll unter Beweis, dass es auch die irische Rahmentrommel (Bodhrán) und die tief gestimmte Variante der traditionellen Tin Whistle (Low Whistle) sowie eine Spielart des Beatboxing exzellent zu beherrschen weiß. Zum Schluss gab es ein superzärtliches Gute-Nacht-Lied, dessen Text – siehe oben – nicht viel zur Sache tat.

Die von der Sparkasse Schaumburg, dem Weinlager Barkhausen und dem von Ulrike und Axel Hühn betreuten Unternehmen „Feine Kochkunst“ unterstützte Reihe wird am Freitag, 16. März, mit einem Auftritt des Hamburger Barden und Songpoeten Eddy Winkelmann fortgesetzt. bus