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Bückeburg Stadt Rolli-Dartspieler „Munky“ aus Bückeburg: Das macht den Boom-Sport aus
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Rolli-Dartspieler „Munky“ aus Bückeburg: Das macht den Boom-Sport aus
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11:16 13.11.2019
Mit dem Dartvirus infiziert: Rolli-Dartspieler Thomas „Munky“ Munkelt aus Bückeburg nimmt an Turnieren in ganz Europa teil. Quelle: ly
Bückeburg

Ob Dartspielen ein Sport ist? Die Frage hat Carsten Bartsch, Spartenleiter beim TuS Holzhausen/Porta, schon öfters gehört. „Natürlich. Darts ist Mentalsport. Es geht um die Auge-Arm-Koordination“, antwortet er geduldig. „Bei den übernächsten Spielen soll Darts sogar olympisch werden. Wenn es eine Boom-Sportart gibt, dann Darts. Das liegt natürlich auch an den Übertragungen im Fernsehen.“

Auch Gehandicapte bei Dartsturnier dabei - wie der Bückeburger "Munky"

Zum zweiten Mal hat der TuS kürzlich in der Sporthalle Hausberge zwei Ranglistenturniere des Niedersächsischen Dartverbandes ausgerichtet. Erstmals gehörte am zweiten Tag ein reiner Paradarts-Wettbewerb für Menschen mit Handicap dazu. Sonst spielen Dartspieler mit und ohne Behinderung zusammen – gelebte Inklusion.

Thomas „Munky“ Munkelt aus Bückeburg sitzt im Rollstuhl und will keine Extrawurst. Er könnte darauf pochen, dass die Scheibe für ihn in einer Höhe von 1,37 Metern aufgehängt wird. Tut er aber nicht. Der Mann vom TSV Bad Eilsen wirft wie alle anderen auf eine 1,73 Meter hohe Scheibe. Das bringt ihm Respekt ein.

Munkelt: Sportliche Herausforderung statt Erfolge

Wenn Munkelt nach seinen bislang besten Platzierungen gefragt wird, muss er erst seinen Sportsfreund Armin Wilhelm (Wiesbaden) rufen, denn der hat alle Zahlen gespeichert. Der Bückeburger sucht zwar auch die sportliche Herausforderung, sportliche Erfolge sind ihm jedoch nicht so wichtig. Munkelt geht es beim Dartspielen vor allem um das Gemeinschaftserlebnis. Das Turnier in Hausberge fand er „sehr freundschaftlich“.

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Sportlich lief es für ihn allerdings nicht richtig rund: Munkelt musste sich mit Platz drei in der Trostrunde begnügen. In der Hauptrunde hat Heiko Bohnhorst (Osterode) gewonnen. Ansonsten können sich Munkelts Ergebnisse mehr als sehen lassen: Im März 2016 warf er 180 Punkte, die höchstmögliche Punktzahl mit drei Pfeilen.

Deutschland ist Paradarts-Entwicklungsland“

Munkelt reist zu Turnieren in ganz Europa, hat bereits bei der EM und zwei Weltmeisterschaften gespielt. Im Februar fährt er zu einem Ranglistenturnier in Flensburg. „Deutschland ist Paradarts-Entwicklungsland“, sagt der Bückeburger. Das könnte sich aber ändern.

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Neuerdings ist Paradarts als eigenständige Sparte anerkannt. Das hat der Verbandstag des Deutschen Dartverbandes kürzlich beschlossen. „Dafür haben wir drei Jahre gekämpft“, atmet Munkelt auf. Jörg Schäfer-Messerschmid vom TuS Holzhausen/Porta, der selbst seit Jahrzehnten spielt, versteht das als „eine Art Anstoß“, nun verstärkt um Paradartspieler zu werben, die es bisher im Verein nicht gibt.

Das müsste getan werden, um Paradarts weiter zu etablieren

„Zunächst könnten wir improvisieren“, erklärt der frühere Geschäftsführer. Dann müssten die Toiletten umgebaut werden. „In einem Teil der Herrentoilette müsste man die Trennwand entfernen und Haltegriffe anbringen. Das wäre eine schnelle Nummer“, so Spartenleiter Carsten Bartsch. „Paradarter könnten wir aber auch schon jetzt aufnehmen.“

Paradartspieler Armin Wilhelm wünscht sich, „dass bei neuen Sportstätten darauf geachtet wird, ob Paradarts machbar ist, und dass alte umgebaut werden – das wäre zumindest der Idealfall“. Vereine, so Wilhelm, würden sich damit schließlich für eine Sportart engagieren, die boomt.

Paradartspieler treten in zwei Gruppen an, eingeteilt nach der Art ihrer Beeinträchtigung. In der Hausberger Sporthalle waren insgesamt 16 Spieler gemeldet, darunter drei Rollstuhlfahrer. Die Ausrichter werten das Turnier als vollen Erfolg: 140 Spieler am ersten Tag, 120 am zweiten – inklusive der Paradartspieler aus diversen Bundesländern. „Wir haben ein durchweg positives Feedback bekommen“, berichtet Bartsch. Ihm zufolge ist TuS Holzhausen/Porta (drei Mannschaften, 18 Spieler, 32 Scheiben), der einzige Portaner Verein, der Darts im Liga-Betrieb spielt. von Stefan Lyrath

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