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Bückeburg Stadt Sprachförderung an städtischen Kindergärten kaum zu leisten
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Sprachförderung an städtischen Kindergärten kaum zu leisten
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18:25 28.01.2019
Sprachdefizite sollen bereits in Krippe und der Kita angegangen werden. Quelle: dpa
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Bückeburg

Von der Idee her nicht schlecht, nur hapert es an der Umsetzung, sprich: an der Finanzierung. Diese Zwischenbilanz zog Fachgebietsleiter Christian Schütte von der Verwaltung jetzt im Ratsausschuss für Jugend und Familie.

480.000 Euro pro Jahr verteilt der Landkreis für dieses Projekt auf die Kommunen. Auf die beiden städtischen Kindertagesstätten am Unterwallweg und in Röcke entfallen dabei insgesamt 12.900 Euro. Damit können laut Schütte gerade einmal neun Wochenstunden finanziert werden: „Das reicht hinten und vorne nicht aus.“

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Mit einer effektiven Sprachförderung sei nämlich viel Aufwand, sprich: Arbeitszeit, von der Vorbereitung über die eigentliche Förderung der Kinder bis hin zu Dokumentation und Nachweisen verbunden. Das sei mit neun Wochenstunden nicht mal ansatzweise zu schaffen. Und: Mehr Geld sei aus Stadthagen auch nicht zu erwarten.

Auswirkungen auf die langfristige Kindergartenplanung

Schütte zeigte drei mögliche Reaktionen der Stadt als Kindergartenträger auf: Man könne sich ganz aus dem Projekt verabschieden, versuchen, das Beste aus den beschränkten Möglichkeiten zu machen, oder städtisches Geld zuschießen. Die Verwaltung tendiere dazu, die Mittel so gut wie möglich einzusetzen.

Über die kommunalpolitische Schiene solle auf Kreisebene noch einmal versucht werden, Nachbesserungen zu erreichen, appellierte Schütte an die Ausschussmitglieder.

Die Notwendigkeit, Sprachdefizite bereits in Krippe und Kita anzugehen, zog der Ausschuss nicht in Zweifel. Im Gegenteil: Unzureichende Sprachförderung könnte sogar Auswirkungen auf die langfristige Kindergartenplanung haben. Wenn Kindern nämlich wegen sprachlicher Defizite die Schuleignung abgesprochen werde, verblieben sie möglicherweise länger im Kindergarten – es müssten also mehr Plätze vorgehalten werden.

von Karsten Klaus