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Bückeburg Stadt Sprengung erschreckt Anwohner
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13:19 19.02.2018
Ein Bohrwagen steht vor der Steinwand, die vor wenigen Tagen gesprengt wurde. Foto: Barbara Erzbergbau GmbH
Ein Bohrwagen steht vor der Steinwand, die vor wenigen Tagen gesprengt wurde. Quelle: Barbara Erzbergbau GmbH
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PORTA WESTFALICA/NAMMEN

„Wir hatten richtiggehend Angst“, berichtet der 78-Jährige. Das Beben war geplant, wie Geschäftsführer Olaf Lüppes mitteilt. Das Unternehmen erschließt derzeit ein neues Abbaufeld in einer Tiefe von mehr als 120 Metern. An jenem Februartag wurde der erste Abschlag für die Erschließungsstrecke in das Ostfeld der Grube Wohlverwahrt Nammen gesprengt.

„Die Menge des notwendigen Sprengstoffes pro Abschlag wird im Vorfeld exakt berechnet und geplant“, teilt Lüppes mit. „Das ermittelte Sprengraster ist damit auf unsere Gegebenheiten unter Tage einmal festgelegt, da sich die Größe der Abschläge in der Länge, Breite und Höhe in der Regel täglich wiederholen.“ Somit sei sichergestellt, dass nicht mehr Sprengstoff als vorgesehen eingesetzt werde.

Vibrationen unvermeidbar

Die Barbara informiert auf ihrer Internetseite (www.barbara-rohstoffe.de) über das Vorgehen. Aufgrund der Festigkeit und Zähigkeit des Gesteins könne dies nur mit traditioneller Bohr- und Sprengarbeit gelöst werden. Trotz moderner Verfahren ließen sich über Tage Vibrationen wie von einer Rüttelplatte und klopfende Geräusche“ nicht vermeiden“. Die Vibrationen lägen deutlich unter den erlaubten Grenzwerten. Niemand müsse sich sorgen. Anfragen von Anwohnern „beantworten wir gerne und erklären ihnen hier vor Ort den Abbau ausführlich“, so Lippes.

Weber habe von einem Mitarbeiter ebenfalls eine Erklärung bekommen: „Die Baustelle liegt direkt unter unserem Haus, deshalb die Erschütterungen“, sagt der 78-Jährige, der seit 15 Jahren am Nammer Berg wohnt und immer mal Geräusche und Vibrationen gespürt habe. So schlimm wie am 1. Februar sei es nie gewesen. Weber hätte sich im Vorfeld der Sprengungeine Information gewünscht.

90 Prozent werden unter Tage abgebaut

Das Ostfeld wird künftig den Mittelpunkt des untertägigen Eisenerzbergbaus bilden, berichtet die Barbara, die zur Ferdinand-Wesling-Unternehmensgruppe gehört und mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Vorräte reichten für mehr als zehn Jahre.

Nach Zulassung durch die Bergbehörde hatten unter Tage zunächst eine Trafostation mit Energiezuleitungen sowie die Bohrwasserversorgung neu errichtet werden müssen, um mit der Materialgewinnung zu beginnen. Von Nammen aus werde der regionale und norddeutsche Raum mit Mineralgemisch, Gleisschotter und Splitt versorgt.

„Zurzeit erfolgt der Abbau zu 90 Prozent untertägig und wird sich in den nächsten Jahren komplett dorthin verlagern“, teilt Olaf Lüppes mit. mt