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Bückeburg Stadt Stadt Bückeburg stellt Medienkonzept für Digitalpakt an Grundschulen vor
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Stadt Bückeburg stellt Medienkonzept für Digitalpakt an Grundschulen vor
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07:44 31.07.2019
Pro Jahr ein Whiteboard, wie hier an der Grundschule Am Harrl: Das sind bisher Mittel, die die Stadt Bückeburg für die digitale Aufrüstung ihrer vier Grundschulen zur Verfügung gestellt hat. Der Digitalpakt soll das ändern. Foto: Archiv/rc
Bückeburg

Grundschüler, Lehrer und Rektoren sind in die wohlverdienten Sommerferien entschwunden. Der Politik und der Stadtverwaltung haben sie allerdings einige Hausaufgaben hinterlassen.

Denn im Herbst sollen Grundsatzbeschlüsse gefasst werden, wie und wann der Digitalpakt in den vier städtischen Grundschulen umgesetzt wird. Spätestens im Frühjahr 2020 soll es aber losgehen. Das Medienkonzept sowie das technisch-pädagogische Konzept der Grundschulen sind – bis auf Kleinigkeiten – bereits erarbeitet und mit den zuständigen Stellen beim Landkreis abgestimmt. Nun ist die Stadt Bückeburg am Zuge.

Medienkonzept Schulausschuss vorgelegt

Und diese steckt bereits mitten in den Vorbereitungen, eine 14-seitige Vorlage legte Fachgebietsleiter Christian Schütte dem Schulausschuss vor. Der Ausschuss nahm die Erläuterungen mit einigen Anmerkungen zur Kenntnis. Die Verwaltung hat sich an die Arbeit gemacht. Und die sieht wie folgt aus.

Insgesamt steht aus dem Digitalpakt von Bund und Land für die Jahre 2019 bis 2024 ein Gesamtfördervolumen von 523 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden aller Voraussicht nach 272572 Euro nach Bückeburg an die vier städtischen Grundschulen fließen. Die weiterführenden Schulen sowie die Immanuel-Schule als fünfte – private – Bückeburger Grundschule erhalten Mittel aus anderen Töpfen. Je Schule ist ein Sockelbetrag von 30000 Euro vorgesehen, der nicht auf andere Schulen übertragbar ist. Je Schüler kommt ein weiterer Betrag hinzu, der sich an der Anzahl der Schüler in den Schulen des Schulträgers, also der Stadt, im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl in Niedersachsen bemisst.

Genaue Kosten noch nicht sicher

Wie hoch der Betrag sein wird, steht nach Angaben Schüttes noch nicht exakt fest, ebenso ist noch offen, was überhaupt gefördert wird. Nur so viel: Wer ohne bewilligten Antrag zu früh anfängt, bekommt gar nichts. Sicher ist bereits jetzt, dass es sich bei den 272 000 Euro „nur“ um eine Anschubfinanzierung handelt, die etwa ein Drittel aller anfallenden Kosten abdeckt. Alle weiteren Kosten, wie etwa Ersatzbeschaffungen, Administratoren- oder Supportstellen sowie der laufende Unterhalt müssen vom Schulträger finanziert werden.

Vorrangig gefördert werden nach Angaben Schüttes Aufbau und Verbesserung der digitalen Vernetzung von Schulgebäuden und Schulgelände, die Einrichtung eines schulischen WLAN, Aufbau- und Weiterentwicklung digitalter Lehr- und Lerninfrastruktur, Anzeige- und Interaktionsgeräte sowie digitale Arbeitsgeräte insbesondere für die technisch-naturwissenschaftliche Bildung oder Ausbildung. Nachrangig gefördert werden mobile Endgeräte, wenn die Schule über die notwendige vorrangige Infrastruktur verfügt, ein Medienbildungskonzept vorliegt und die Gesamtkosten für mobile Geräte von 25000 Euro je Schule nicht überschritten werden. Antragsteller wäre die Stadt, die zunächst auch in Vorleistung gehen muss und erst auf Nachweis der ordnungsgemäßen Mittelverwendung ihr ausgelegtes Geld erhält.

Administratorenstelle benötigt

Einige Musterrechnungen hatte Schütte schon parat. Unter der Annahme, dass 60 Klassenräume mit je fünf Tablets ausgestattet werden – fünf weniger als das Konzept der Rektoren –, müssten für 300 Geräte zu 500 Euro etwa 150 000 Euro bezahlt werden. „Geräte, die auch regelmäßig zu ersetzen sind, dann allerdings ohne Mittel aus dem Digitalpakt“, wie Schütte an anderer Stelle anmerkte. Finanziert werden müsste – mindestens – auch eine Administratorenstelle. Eine Betreuungsquote von 400 Geräten je Admin wurde im Rahmen einer Info-Veranstaltung genannt.

Für die Stadt würde das bedeuten, dass sie 1,5 zusätzliche Stellen für EDV-Mitarbeiter braucht – ebenfalls aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Ohnehin hapert es bei der Stadt derzeit an entsprechenden Fachleuten, wie im Rahmen von Schüttes Vortrag deutlich wurde: „Die Administratoren der Schulen stoßen bereits jetzt an ihre Grenzen.“

Umsetzungs- und Kompetenzteam soll aufgebaut werden

Wie dem auch sei: Die Verwaltung hat sich daran gesetzt, dass Medienkonzept der Schulen in eine einheitliche kommunale Medienentwicklungsplanung umzusetzen. Im Herbst soll die Politik Grundsatzbeschlüsse fassen, ob das Konzept so umgesetzt wird. Dann geht es nach den Worten Schüttes daran, ein Umsetzungs- und Kompetenzteam aufzubauen, eine Bestands- und Bedarfsanalyse zu erstellen, das endgültige Konzept zu erarbeiten und schließlich an Umsetzung und Bewertung.

Im Frühsommer soll das Ganze an den Start gehen, sagte Schütte: „Es braucht einfach seine Zeit.“

von Raimund Cremers 

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