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Bückeburg Stadt Stadt kauft Neschen-Werk
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Stadt kauft Neschen-Werk
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18:50 30.05.2018
Die Stadt ist dabei, das Neschen Werk I zu kaufen und hat damit einen wesentlichen Schritt im Städtebausanierungsgebiet Windmühlenstraße geschafft.
Die Stadt ist dabei, das Neschen Werk I zu kaufen und hat damit einen wesentlichen Schritt im Städtebausanierungsgebiet Windmühlenstraße geschafft. Quelle: rc
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BÜCKEBURG

Die Verträge sind in Vorbereitung und werden in Kürze unterzeichnet, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. „Damit haben wir einen Durchbruch für die Gesamtentwicklung erreicht“ freut sich der Verwaltungschef. Neschen wird die noch am Standort verbliebenen Abteilungen in das Werk II in der Kreuzbreite verlegen.

Zur Erinnerung: Seit 2013 liegt der Stadt die grundsätzliche Zusage entsprechender Fördermittel aus dem Förderprogramm „Städteumbau West“ vor. Rund zwei Drittel der auf circa 5,4 Millionen Euro geschätzten Sanierungsprogramms werden von Bund und Land als Zuschuss übernommen. Seit 2014 wurden regelmäßig Mittel in den Haushalt eingestellt, obwohl es seitens der Politik lange Zeit offenblieb, ob angesichts der Finanzen der Stadt ein drittes Förderprogramm zu wuppen ist. Außer einigen Politikern zweifelten insbesondere auch Gewerbetreibende in dem Gebiet an der Sinnhaftigkeit des Förderprogramms.

Stadt will nicht gegen Gewerbetreibende handeln

Schlussendlich rang sich der Rat im September vergangenen Jahres einstimmig für den erforderlichen Satzungsbeschluss Sanierungsgebiet Windmühlenstraße durch. Der Tenor: Zunächst wird die Südseite entwickelt, dann folgt die Nordseite. Es werde nichts gegen den Willen der ansässigen Gewerbetreibenden geschehen, hieß es in der Ratssitzung im September.

Zurück zur Südseite: Wie der Bürgermeister sagt, soll das Neschen Werk nach dem Erwerb durch die Stadt abgerissen, die Fläche saniert und ein Wohngebiet entwickelt werden. Mit dem Eigentümer der anschließenden Flächen im südwestlichen Bereich seien erste Gespräche geführt worden. Er gehe davon aus, dass auch dort eine Übereinkunft getroffen werden könne. Mit der Fläche des ehemaligen E-Centers, der nach den Plänen durch den derzeitigen Eigentümer abgerissen und zu einem Wohngebiet entwickelt werden soll, wäre damit die komplette Südseite der Windmühlenstraße überplanbar und als allgemeines Wohngebiet ausweisbar.

Nur: Der derzeitige Mieter der alten E-Center-Immobilie, die Posten-Börse, hat in der Zwischenzeit eigene Pläne entwickelt, weil er an dem Standort bleiben möchte. Hatte es im April 2017 noch geheißen, dass die Posten-Börse entlang der Wilhelm-Raabe Straße ein Gebäude mit einer Nutzfläche von 1340 Quadratmetern und 82 Stellplätzen errichten will, liegt der Stadt und den Fraktionsvorsitzenden seit März noch weitergehende Pläne vor.

In einem Schreiben führt der Geschäftsführer der Posten-Börse, Georg Dobelmann, aus, dass sich nach „sehr konstruktiven Gesprächen“ mit der Firma Penny mittlerweile die „ganz konkrete Idee“ entwickelt habe, dass Gelände an der Wilhelm-Raabe-Straße gemeinsam zu nutzen. Ergänzend könne ein kleiner Getränkemarkt geplant und so ein kleines Fachmarktzentrum zur Sicherstellung der Nahversorgung des Bereichs entstehen. Derzeit ist Penny mit einer Filiale auf der Nordseite der Windmühlenstraße ansässig.

Dem Schreiben beigefügt ist eine erste Planskizze. Danach ist die gesamte Fläche des alten E-Centers überplant. Im vorderen Bereich würde der Penny-Markt gebaut, in etwa dort, wo der alte Getränkemarkt des E-Centers steht. Daran würde sich ein neuer Getränkemarkt anschließen, während die Postenbörse an der Neschen-Grenze neu errichtet würde. Alle drei Gebäude sind an die vorhandene Wohnbebauung der Reihenhäuser der Jägerstraße herangerückt. Die Flächen entlang von Wilhelm-Raabe-Straße und Windmühlenstraße würden als Parkflächen mit rund 160 Stellplätzen genutzt.

Derzeit wird Einzelhandelskonzept überarbeitet

„Das Doppelpaket könnte eine Lösung sein“, sagt der Bürgermeister. Er verwies darauf, dass bisher keinerlei Entscheidungen getroffen worden seien und die Pläne in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt würden. Entsprechende Grundsatzplanungen und -entscheidungen sollten aber so schnell wie möglich getroffen werden, um die Städtebausanierung voranzutreiben.

Brombach verweist zudem darauf, dass die Stadt derzeit ihr Einzelhandelskonzept überarbeitet, dessen Ergebnisse sicherlich bei einer wie auch immer gearteten Entscheidung zugrundegelegt werden müssen. Er rechne damit, dass noch im Sommer ein vorläufiges Ergebnis des Einzelhandelskonzeptes vorliegt. Die Befragung des beauftragten Büros ist nach Informationen unserer Zeitung mittlerweile abgeschlossen, erste Ergebnisse an die Stadt übermittelt worden. Allerdings besteht noch Abstimmungsbedarf.

Nach dem derzeit noch gültigen Einzelhandelskonzept dürfte an der Windmühlenstraße kein Sonderpostenmarkt errichtet werden – wie auch an anderen Stellen der Stadt nicht, wie etwa nordwestlich des Kauflands an der Hannoverschen Straße, wo vor einigen Jahren ein Investor einen Sonderpostenmarkt errichten wollte, aber am ablehnenden Votum des Rates gescheitert ist. rc