Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt Suche nach Wehrmachts-Insignien
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Suche nach Wehrmachts-Insignien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 15.05.2017
Der Traditionsraum in der Jägerkaserne in Erinnerung an das Westfälischen Jägerbataillons Nr. 7 „Bückeburger Jäger“ wird im Herbst - aus Platzgründen - aufgelöst und Inventar und Schriftgut an das Preußen-Museum Minden, beziehungsweise an das Niedersächsische Landesarchiv Bückeburg übergeben; sow wie bereits beim Traditionsraum des Infanterie-Regiments 58 geschehen. Quelle: Archiv
Bückeburg

Das teilte der Presseoffizier des IHAZ, Oberstleutnant Michael Baumgärtner, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Er verwies weiter darauf, dass „im Übrigen in dieser Sache das Parlament einen Informationsvorrang“ hat.

Nach Informationen unserer Zeitung gab, beziehungsweise gibt es in der Jägerkaserne zwei Traditionsstuben, in denen eventuell Probleme hätten auftreten können: Der sogenannte „Jägerraum“, in dem Uniformen, Ausrüstungsgegenständen und Schriftgut des Westfälischen Jägerbataillons Nr. 7 „Bückeburger Jäger“, aufgestellt 1870, aufbewahrt beziehungsweise auch ausgestellt werden sowie der „Regiment-58-Raum“, in dem an das Infanterieregiment 58 erinnert wurde. Dieses Regiment wurde 1935 im Zuge der Aufstellung der Wehrmacht ins Leben gerufen, sein III. Bataillon, auch „Bückeburger Jäger“ genannt, war in der Jägerkaserne stationiert. Das Regiment 58 war der 6. Infanterie-Division der Wehrmacht unterstellt. Diese Division war bis 1941 am Westfeldzug beteiligt, wurde dann an die Ostfront verlegt und war am Überfall auf die Sowjetunion beteiligt. Es rückte bis Moskau vor und wurde bei den Rückzugsgefechten im Juni 1944 eingeschlossen und aufgerieben. Nur wenige Soldaten kehrten nach Bückeburg zurück.

Die „Bückeburger Jäger“ wurden 1860 aufgestellt, 1867 Bückeburg zur Garnisonsstadt ernannt. 1869 wurde Fürst Georg-Adolf zu Schaumburg-Lippe vom Kaiser zum Chef des Bataillons ernannt. 1914 mit Beginn des Ersten Weltkriegs war das Jägerbataillon an der Westfront eingesetzt, von 1914 bis 1917 an der Ostfront, dann in Italien und wieder an der Westfront. Es wurde nach Ende des Ersten Weltkriegs aufgelöst.

Erinnerungsstücke an Preußen-Museum übergeben

Der Traditionsraum Regiment 58 ist bereits seit geraumer Zeit nicht mehr in der Jägerkaserne untergebracht. Er wurde aus Platzgründen aufgelöst, seine Erinnerungsstücke und das Schriftgut wurden an das Preußen-Museum in Minden übergeben. Gleiches wird auch mit dem Traditionsraum der „Bückeburger Jäger“ im Herbst dieses Jahres geschehen, wie der Vorsitzende des Vereins Ehemaliger Jäger und Schützen, Oberstabsfeldwebel und WIR-Ratsherr Andreas-Paul Schöniger, bestätigte. Während Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Fahnen ebenfalls an das Preußen Museum übergeben werden, wird das Schriftgut an das Niedersächsische Landesarchiv Bückeburg übergeben. Der „Jägerraum“ wurde letztmalig am Tag des Denkmals im September 2015 der Öffentlichkeit bei Führungen vorgestellt.

Wie Schöniger bestätigte, waren beide Räume im Rahmen des 1982 aufgestellten Traditionserlasses begangen und überprüft worden. Beide Räume, die Ausstellung und die damit verbundenen Konzepte seien damals vom Verteidigungsministerium genehmigt worden. Nach Andeutungen von Verteidigungsministerien Ursula von der Leyen in der derzeitigen Diskussion rund um die Bundeswehr soll der Traditionserlass überarbeitet und präzisiert werden. Der Erlass war schon bei seiner Aufstellung vor mittlerweile 35 Jahren ein umstrittenes Regelwerk. Er hält fest, wie die Bundeswehr konkret mit ihren historischen Ursprüngen umgehen sollte. Allerdings ist die Beurteilung der Wehrmacht, zum Beispiel der Umgang mit Wehrmachtsdevotionalien, recht vage beschrieben.

Die Jägerkaserne ist nach dem dort einst stationierten Westfälischen Jägerbataillon Nr. 7 „Bückeburger Jäger“benannt. Die Schäferkaserne im Ortsteil Achum mit dem Flugplatz der Heeresflieger ist nach Karl Emil Schäfer benannt. Er trat 1914 bei Beginn des Ersten Weltkrieges in das Reserve-Jäger-Bataillon 7 in Bückeburg ein und wurde 1915 bei der Fliegertruppe als Pilot aufgenommen. Nach mehr als 30 Abschüssen wurde er am 5. Juni 1917 über Belgien abgeschossen und starb. cre