Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt The Sound of Music begeistert Bückeburger
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt The Sound of Music begeistert Bückeburger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 11.08.2019
Bückeburg

Es gab keine Minute Langeweile, denn die Geschichte um die legendäre Trapp-Familie aus Salzburg wurde in dieser Inszenierung pointiert und mit herausragenden Stimmen auf die Bühne gebracht. Als Zugabe gab es noch ein ganz besonderes „Schmankerl“ für die Zuhörer, als der Schaumburger Jugendchor auf die Bühne kam und mit den Gästen gemeinsam das Lied vom „Edelweiß“ sang.

Das Musical „The Sound of Music“ wurde erstmals 1959 am Broadway mit durchschlagendem Erfolg aufgeführt. Es wurde 1965 verfilmt, in der Hauptrolle mit Julie Andrews. Für das Sonnentor-Theaterfestival vom 10. bis zum 25. August produzierten der Berliner Schauspieler Jens Wassermann und die Bückeburger Sängerin Miriam Heinze die Geschichte der Trapp-Familie aus Österreich für die Bühne. Die musikalische Leitung haben Dietmar Schlabertz und Insa Berns, für die Inszenierung ist Eleonore Daniel verantwortlich.

Die Geschichte spielt 1938 in Salzburg. Die lebenslustige, musikalische Novizin Maria ( Stephanie Feindt) wird von ihrer Kloster-Oberin (Miriam Heinze) als Hauslehrerin zum verwitweten Kapitän Georg von Trapp (Jens Wassermann) geschickt. Dieser regelt das Leben seiner sieben Kinder mit der Trillerpfeife, denn nach dem Tod seiner Frau hat er die emotionale Bindung zu ihnen verloren. Maria wäscht dem Kapitän gehörig den Kopf: „Das sind keine Kinder, sondern kleine, unglückliche Maschinen.“

Mit ihrer Musikalität und ihrer Empathie für die Sorgen und Nöte der Kinder gewinnt sie deren Zuneigung. Nach einigen Schwierigkeiten erobert Maria auch das Herz des disziplinierten Barons von Trapp. Es wird geheiratet, aber die Familienidylle der singenden Trapps droht zu zerbrechen, denn nach dem Beitritt Österreichs zum faschistischen Deutschland soll der Vater Kommandeur der Reichsmarine werden. Mit diesen „ideologischen Schweinen“ will er aber nichts zu tun haben und so flieht die Familie zunächst in die Schweiz. Maria, die den Weg über die Berge kennt, führt ihren Mann und die Kinder in die Freiheit.

Für die Rollen der sieben Trapp-Kinder wurden die Sänger und Sängerinnen des Schaumburger Jugendchores gecastet. Die Auswahl war nicht leicht, auch von der Statur her mussten sie altersmäßig den Eindruck von Geschwistern, die wie die Orgelpfeifen aufeinander folgen, vermitteln. Auch viele Mitglieder des Cantemus-Kammerchors waren auf der Bühne zu sehen und zu hören.

Musik, die berührt

Es war ein Abend mit wunderschöner Musik, die berührte. Zu Beginn weckte Maria bei den Kindern die Freude am Singen mit dem Lied Do-Re-Mi. Der Jodler vom Ziegenhirt hoch auf der Alm, von den Trapp-Kindern gesungen, klang authentisch nach Bergen und Idylle im Sommer. Als regelrechter Ohrwurm erwies sich das Lied „Regen auf Rosen und turtelnde Tauben...“ Hilfe für unglückliche Lebenslagen bot der Refrain aus diesem Lied: „Wenn was schief geht, wenns mir mies geht und mir fehlt der Mut; dann denk ich an Dinge, die ich gerne mag und schon geht’s mir wieder gut“. Stephanie Feindt überzeugte in diesem Musical mit ihrem fröhlichen, natürlichen Schauspiel und ihrem Gesang. Als Zugabe kam zum Schluss noch der Schaumburger Jugendchor mit einigen Liedern auf die Bühne.

Diese freie Theaterproduktion, die ohne staatliche Subventionen auskommt, wurde von vielen lokalen Sponsoren unterstützt. Es folgen noch vier Open-Air-Auftritte in Oberhof (Thüringen) und auf dem Sonnentor Hof in Babke (Mecklenburgische Seenplatte).

Für den nächsten Sommer kündigte Miriam Heinze bereits das Musical „West Side Story“ an, für das die Sonnentor-Gruppe die Aufführungsrechte erworben habe. Voraussetzung einer Inszenierung seinen aber wieder viele finanzielle Förderer. Gabi Nahstedt