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Bückeburg Stadt Tierschutz: Zusammen schlagkräftiger
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Tierschutz: Zusammen schlagkräftiger
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17:06 21.02.2018
Einstimmig votieren die Mitglieder des Tierschutzvereins in Bückeburg für eine Verschmelzung mit der Tierschutzliga.
Einstimmig votieren die Mitglieder des Tierschutzvereins für eine Verschmelzung mit der Tierschutzliga. Quelle: bus
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HANNOVER/BÜCKEBURG

Das Zusammengehen des 1908 aus der Taufe gehobenen Vereins und der in den Neunzigern gegründeten Stiftung ging einstimmig über die Bühne.

„Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei Ihnen, dass Sie heute mit dazu beigetragen haben, dass wir nun leichten Herzens in die Zukunft unseres Tierheims schauen können“, sagte Monika Hachmeister nach der Abstimmung. „Danke sagen wir auch im Namen unserer Tiere, denen Sie eine letzte Zuflucht erhalten haben“, ergänzte die Vereinsvorsitzende.

Stürmige Zeiten erlebt

Hachmeister hatte zuvor Vergleiche mit der christlichen Seefahrt aufgegriffen und bildhaft von einem „in schwere Stürme geratenem Schiff Tierschutzverein“ gesprochen. Seit rund 15 Jahren habe der Verein viele Stürme erlebt, von denen mancher sogar Orkanstärke entwickelte. „Heute haben wir dafür gesorgt, dass unser Schiff endlich nicht nur einen sicheren Hafen findet, sondern vor allem auch einen festen Ankerplatz“, fügte die Vorsitzende hinzu.

Die Versammlung war aus formalrechtlichen Gründen nicht nach Bückeburg, sondern nach Hannover in die Kanzlei Göhmann einberufen worden. Das Sozietätsmitglied Martin Notthoff hatte in den zurückliegenden Monaten als Notar die juristischen Voraussetzungen für den Zusammenschluss erarbeitet. An der Abstimmung beteiligten sich 32 Mitglieder.

Das Geld wurde knapp

Wie Hachmeister darlegte, befinden sich derzeit noch 18.000 Euro auf dem Vereinskonto. „Das hätte gerade noch für einen Monat gelangt, in dem aber nichts Unvorhersehbares hätte passieren dürfen“, erläuterte die seit 16 Jahren amtierende Vorsitzende. Durch die Verschmelzung bestehe die einmalige Chance, den Bestand des Tierheims zu sichern.

Schon jetzt seien viele Zeichen für eine bessere Zukunft auszumachen. „So wird im Moment die neue Heizung, von der wir zähneklappernd jahrelang geträumt haben, eingebaut“, erklärte Hachmeister. Derzeit werde im Auftrag der Tierschutzliga ein Projektplan für weitere Sanierungen erstellt. „In ein paar Jahren wäre das Gebäude nicht mehr nutzbar gewesen“, betonte die Vorsitzende.

Zusammen ist man schlagkräftiger

Notar Notthoff bediente sich im Gesangsfach, um die Versammlung ein wenig aufzumuntern. „Die ersten Arien sind gesungen, die letzte Strophe singen wir gemeinsam“, führte er aus. Allerdings müssten auch die Formalismen ordentlich abgewickelt werden, „damit uns die Gesamtkonstruktion nicht zusammenbricht“. Er dürfe als Notar nur innerhalb seines Bezirks und nicht in Bückeburg tätig werden, erläuterte er die Einberufung der Versammlung in die Landeshauptstadt.

Was auf die Industrie zutreffe, besitze auch mit Blick auf den Tierschutz Gültigkeit stellte Notthoff heraus: „In größeren Einheiten ist man schlagkräftiger.“ Und: „Ich verspreche Ihnen, dass Tierschutz in Bückeburg weiterhin existieren wird, nur die rechtliche Verantwortlichkeit wechselt vom bisherigen Rechtsträger auf die Tierschutzliga.“

Zur Liga gehören 13 Heime

Der in Neuhausen an der Spree ansässigen Liga gehören nach Aussage ihres geschäftsführenden Vorstandes Volkert Petersen aktuell 13 Heime an. Sie verfügt über rund 60.000 Mitglieder, rund 80 Angestellte und Jahreseinnahmen von etwa einer Million Euro.

Monika Hachmeister, die ins Kuratorium der Stiftung berufen worden ist, gab nach dem offiziellen Teil ihren Rückzug aus dem Vereinsvorstand bekannt. „Ich werde Sie sehr vermissen“, sagte sie. Ganz aus den Augen werde man sich indes nicht verlieren, bekräftigte die seit 22 Jahren im Vorstand engagierte Tierschützerin. Weitere Details könnten im März besprochen werden. bus