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Bückeburg Stadt Trotz Kita-Neubau: Es reicht immer noch nicht
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Trotz Kita-Neubau: Es reicht immer noch nicht
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21:38 21.02.2019
Eigentlich als Übergangslösung gedacht, sollten die Container am Straußweg nach dem Umzug der Krippengruppen in die Julianen-Kita abgebaut werden. Jetzt werden sie für weitere zwei Jahre benötigt – mindestens.
Eigentlich als Übergangslösung gedacht, sollten die Container am Straußweg nach dem Umzug der Krippengruppen in die Julianen-Kita abgebaut werden. Jetzt werden sie für weitere zwei Jahre benötigt – mindestens. Quelle: rc
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Bückeburg

Nur: Die neu geschaffenen Krippen- und Kindergartenplätze reichen immer noch nicht aus. Die Stadt wird daher die Container-Übergangslösung am Straußweg länger in Betrieb lassen, mindestens bis Mitte 2021.

Neu eröffnet werden soll dort am 1. August dieses Jahres eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen, zum 1. Januar 2020 folgt eine Krippengruppe mit 15 Plätzen. Ob damit die Nachfrage gedeckt werden kann, ist nach Äußerungen der Ausschussvorsitzenden Iris Gnieser (CDU) und des zuständigen Fachgebietsleiters Christian Schütte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend und Familie am Mittwochabend eher unwahrscheinlich. Gnieser: „Wir brauchen langfristige Lösungen.“ Schütte: „Wir müssen über eine neue Strategie nachdenken.“

Überplanmäßige Ausgaben

Damit die Kindergartengruppe am 1. August in Betrieb genommen werden kann, empfahl der Ausschuss einstimmig die notwendige Verlängerung des Mietvertrages für den Container, die Beschaffung von Mobiliar und Einrichtungsgegenständen, die Erweiterung des Außenareals und – natürlich – die Neueinstellung von Personal. Dafür müssen überplanmäßige Ausgaben von insgesamt 150000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden: 67000 Euro für Investitionen, 83000 Euro für Miet-, Personal- und Betriebskosten. 2020 sind Betriebskosten von 290000 Euro kalkuliert. Außer dem Verwaltungsausschuss soll auch der Rat bereits in seiner März-Sitzung dem Vorhaben zustimmen, da die Zeit drängt. Derzeit sind in der Container-Notlösung im Straußweg zwei Krippengruppen untergebracht. Sie werden wie geplant zum Schuljahreswechsel samt des Mobiliars und Personals in die dann wohl komplett fertiggestellte Julianen-Kita umziehen.

Mietvertrag für Containerlösung soll verlängert werden

Wie Schütte im Ausschuss erläuterte, war eigentlich geplant, die Container-Lösung im September zu beenden, da sowohl der Mietvertrag als auch die Baugenehmigung auslaufen. Der Mietvertrag soll nun verlängert werden, die Baugenehmigung – nach Rücksprache mit dem Bauamt – zunächst um ein weiteres Jahr. Eine dauerhafte Baugenehmigung sei aufgrund des fehlenden baulichen Wärmeschutzes und wegen Brandschutzauflagen rechtlich nicht möglich sowie aufgrund unwirtschaftlicher Energieverbräuche nicht sinnvoll – das Gebäude wird mit Strom beheizt. Die Fortsetzung des Betriebes sei vonseiten der Stadt auch nicht als Dauerlösung gedacht, versicherte Schütte. Seitens des zuständigen Landesjugendamtes sei eine Zustimmung für die Übergangslösung zu erwarten.

Eingepferchte Kinder

Die Vorsitzende des Stadtelternrates und sachkundige Bürgerin, Meike Schatz, äußerte jedoch Kritik an der Übergangslösung. Das Gebäude sei zu eng, Kinder würden „eingepfercht“. Es sei zu warm, wie sich im vergangenen Sommer gezeigt habe, als Eltern ihre Kinder des Öfteren um 12 Uhr hätten abholen müssen, weil das Thermometer 38 Grad und mehr im Inneren angezeigt habe und keine Kühlgeräte beschafft worden seien. Zudem sei das Gebäude sehr hellhörig, sodass die Kindergartengruppe die Krippengruppe in ihren längeren Ruhezeiten stören werde. Zum Problem der Kühlgeräte sagte Schütte, dass damals keine auf dem Markt verfügbar gewesen, inzwischen aber beschafft worden seien. An die Störungen durch Lärm würden sich die Kinder gewöhnen. Die Fläche sei groß genug und entspreche den Standards.

Die Kindergartengruppe soll ebenso wie die Krippengruppe zu einer Ganztags-Regelgruppe mit einer Betreuungszeit zwischen 7 und 17 Uhr werden. Halbtags wird von den Eltern immer weniger nachgefragt.

von Raimund Cremers