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Bückeburg Stadt Viel Lob für die Stadt vom Seniorenbeirat
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Viel Lob für die Stadt vom Seniorenbeirat
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21:08 23.04.2019
Zeichen der Zeit erkannt: Viele (Sport)-Vereine machen inzwischen gezielte Angebote für Senioren.
Zeichen der Zeit erkannt: Viele (Sport)-Vereine machen inzwischen gezielte Angebote für Senioren. Quelle: Archiv
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BÜCKEBURG

Allerdings würden oft individuelle Probleme an den Beirat herangetragen, bei deren Lösung dann geholfen werde. Meist reiche es schon aus, kompetente Ansprechpartner zu vermitteln. In diesem Zusammenhang verweist Hohmann auf die Informationsbroschüre „Senioren Wegweiser“ des Landkreises, die unter anderem in der Begegnungsstätte ausliege oder die im Internet von der Seite des Kreises heruntergeladen werden könne. Diese enthält Adressen und Ansprechpartner für (fast) alle Lebenslagen im Alter. Auch die Stadt Bückeburg hält auf ihrer Internetseite unter der Rubrik Seniorenbeirat Informationen des Gremiums zu Themen wie Vorsorge bereit.

Sprechstunde des Beirates

Informationen gibt es auch persönlich an jedem zweiten Dienstag im Monat ab 10.30 Uhr bei der Sprechstunde des Beirates in der Begegnungsstätte. Außerdem plant das Gremium auch dieses Jahr wieder zwei öffentliche Info-Veranstaltungen.

Gut sei die Zusammenarbeit des Beirates mit der Stadtverwaltung, viele Alltagsprobleme könnten so auf dem „kleinen Dienstweg“ gelöst werden. Gegenüber der Politik vertritt der Seniorenbeirat die Interessen der älteren Bückeburger im Ausschuss für Jugend und Familie.

Defizite bei der Wahrnehmung

Defizite sieht Hohmann allerdings bei der Wahrnehmung des Seniorenbeirates von außen. „Was macht euer Klub denn so?“, werde er häufig gefragt. Vielen sei nicht klar, dass der Seniorenbeirat kein Verein oder Treff für ältere Leute sei, sondern ein gewähltes Gremium, das überparteilich die Interessen der Bückeburger Senioren wahrnehme. Der derzeitige Beirat ist noch zwei Jahre im Amt.

Nicht jede Initiative des Beirates führt auch zum Erfolg: Hohmann erinnerte vor Kurzem im Gespräch mit dieser Zeitung an das „Holperpflaster“ vor dem Schlosstor, das trotz Intervention und Unterschriftenaktion nicht beseitigt werden konnte. Andere Projekte kann der Beirat nicht allein stemmen, diese müssen auf eine breitere Basis gestellt werden. So sehen Hohmann und seine Beiratskollegen Defizite im Öffentlichen Personennahverkehr, besonders in den Ortsteilen.

Anrufbus für Bückeburg

Seit einiger Zeit macht sich der Beirat deshalb für die Einführung eines Anrufbussystems in Bückeburg stark. Denn Linienbusse seien für viele Senioren zu beschwerlich, Taxen zu teuer. Da biete auch das Senioren-Taxi-Angebot des Landkreises keine echte Alternative. Dieses System sei kompliziert, die Betriebszeiten seien eingeschränkt. Und zehn Bons zu je 2,50 Euro pro Jahr seien schnell verbraucht. Grundvoraussetzung für einen Anrufbus wäre aber ein Trägerverein, der sich noch nicht gegründet habe.

„Insgesamt ist das Lebensumfeld für Senioren aber ganz gut“, bilanziert Hohmann. Dazu trügen auch die vielen Angebote der Begegnungsstätte sowie von Gruppen, Sportvereinen, Kirchengemeinden, Feuerwehr und ähnlichem mehr bei. Diese hätten die Zeichen der Zeit erkannt und sich mit gezielten Angeboten für Senioren auf den demografischen Wandel eingestellt. Von Karsten Klaus

Ein Viertel der Bückeburger ist älter als 65

Es handelt sich um einen bundesweiten Trend, betroffen ist also nicht nur Bückeburg allein: Der Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft wird immer höher.

Langfristig wird der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung deutlich anwachsen. Die Lebenserwartung steigt, die Zahl der Geburten ist rückläufig oder stagniert. Das hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, zum Beispiel, wenn es in der Rentenversicherung immer weniger aktive Einzahler gibt. Auch das Lebensumfeld wird sich wandeln: Es wird mehr altengerechter Wohnraum benötigt, die Nachfrage nach ambulanter Pflege und Pflegeplätzen wird steigen. Auch Gruppen, Vereine und Bildungsträger werden mehr Angebote für die älteren Menschen machen müssen, wenn sie weiter bestehen wollen.

Einen Überblick über die in einzelnen Kommunen zu erwartende Altersstruktur geben die Demografieberichte der Bertelsmann Stiftung. Hierzu werden allgemein zugängliche statistische Zahlen auf die einzelnen Gemeinden heruntergerechnet, um vor Ort mehr Planungssicherheit zu bieten. Für Bückeburg sehen diese Zahlen laut Bertelsmann Stiftung folgendermaßen aus:

2016 waren 23,3 Prozent der Bückeburger 65 Jahre und älter. Bis zum Jahr 2030 soll sich der Anteil dieser Altersgruppe auf 31,3 Prozent erhöhen. Die Stiftung gibt das Durchschnittsalter der Bückeburger für 2016 mit 45,9 Jahren an, für 2030 wird ein Durchschnittsalter von 49,9 Jahren erwartet.

Als noch aussagekräftiger gilt das sogenannte Medianalter. Es wird als Kennzahl benutzt, um die Alterung der Bevölkerung zu beschreiben. Hierfür wird das Lebensalter errechnet, bei dem 50 Prozent der Bevölkerung jünger als dieses Alter sind, 50 Prozent älter. Für Bückeburg wurde für das Jahr 2016 ein Medianalter von 48,6 Jahren errechnet, im Jahr 2030 sollen es 53,4 Jahre sein. Zum Vergleich: In einem Land wie Indien mit einer hohen Geburtenrate und einer verhältnismäßig frühen Alterssterblichkeit liegt das Medianalter bei 27,3 Jahren.

Die Zahl der Hochbetagten, also der Menschen im Alter von 80 Jahren und darüber, gab die Bückeburger Stadtverwaltung Anfang dieses Jahres mit 1447 an (555 Männer und 892 Frauen).

Das Niedersächsische Sozialministerium hat Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Lebenserwartung des Einzelnen immer höher wird. So hätten 75-jährige Männer 1986/88 rein rechnerisch noch 8,3 Jahre, Frauen noch 10,6 Jahre zu leben gehabt. 2012/14 sei dieser Wert schon auf 10,6 beziehungsweise 12,8 Jahre angestiegen – Tendenz weiter steigend. Außerdem heißt es in diesem Bericht: „Die heutigen Alten sind vergleichsweise gesünder(...).“

Auf all diese Entwicklungen müssen sich die Kommunen einstellen. kk