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Viele Wünsche von beiden Seiten

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20:30 20.10.2020
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Bückeburg

Er unterstützt Vereine, gibt Infos weiter, wie etwa jetzt in Zeiten von Corona, und bietet Seminare oder Aktionen an, etwa zu Wahlen oder aber den Bau des Skaterparks, der größtenteils auf der Arbeit des SJR beruht. Einen Überblick über die Arbeit gab jetzt der Vorstand des SJR in Person des Vorsitzenden Christoph Struckmann und seines Stellvertreters Matthias Rohde dem Ausschuss für Jugend und Familie.

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35 Mitgliedsvereine und vier Schülervertretungen gehören dem rein ehrenamtlich arbeitenden SJR an, der unmittelbar nach dem Krieg gegründet wurde und bis 1963 aktiv in der Jugendarbeit tätig war. Mehr als 1000 Veranstaltungen wurden in den Jahren durchgeführt. Heute arbeitet der SJR unter anderen Rahmenbedingungen: Er bietet an und bindet ein, etwa Seminare wie Fortbildungen für Jugendleiter und Aktionen wie etwa Wahl- und Diskussionsrunden zur Kommunal- und Bürgermeisterwahl, zur Landtags- oder Bundestagswahl. Der SJR versteht sich als Interessenvertretung gegenüber Politik und Vereinen, ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Die wichtigsten Aktionen der vergangenen Jahre waren die Initiierung, das Spendensammeln und der Bau der Skateranlage an der Petzer Straße, die nach der Fertigstellung an die Stadt übergeben wurde. Auch als Pläne aufkamen, Teile der Jugendfreizeitstätte (JFS) in eine Krippe umzuwandeln, stieg der SJR gegen diese Pläne mit in den Ring. Struckmann: „Wenn das umgesetzt worden wäre, wäre es das Ende der JFS gewesen.“

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Auch 2021 Aktionen geplant

Auch für 2021 sind wieder Aktionen geplant. Derzeit ist ein Fragebogen an die Mitglieder in Vorbereitung, was gemacht werden, was umgesetzt werden soll, etwa zur Bückeburger Bürgermeisterwahl 2021. Wie Struckmann und Rohde feststellen, habe die Arbeit in den vergangenen Jahren etwas geruht, man sei aber dabei, wieder etwas aufzubauen und mehr Mitmacher zu erreichen und zu bekommen. Oder wie es Rohde umriss: „Hey, hier ist eine Plattform. Hier könnt ihr etwas machen.“ Wobei Struckmann feststellte, dass Jugendliche heutzutage eher an der Arbeit an Projekten und deren Umsetzung interessiert seien, als sich langfristig zu engagieren.

Zum Teil liege die etwas brach liegende Arbeit auch daran, dass es seitens der Mitgliedsvereine nur eine verhaltene Resonanz auf Aktionen gebe, wie Struckmann sagte. Auf ein kürzlich erfolge Anschreiben und Anfragen habe es kaum Antworten gegeben, eventuell auch, weil die Vereine mit ihrer Arbeit ausgelastet seien, eventuell würde es aber auch Ängste geben, Jugendliche zu verlieren. Wie der SJR-Vorstand in diesem Zusammenhang klarstellte, gehe es ihm nicht darum, Jugendliche von Vereinen abzuwerben, sondern für die Jugendliche etwas zu tun und Jugendarbeit zu unterstützen. Der SJR wolle mehr mit den Vereinen ins Gespräch kommen.

Gibt es Wünsche?

Und mit der Politik. Wo Matthias Rohde die Vorstellung im Ausschuss nutzte, um die Politik zu fragen: „Gibt es etwas, was wir uns von unseren Jugendlichen wünschen? Wo gebe es Bereitschaft sich zu engagieren?“ Und da äußerte die Politik einige Wünsche oder machte Angebote:

Iris Gnieser (CDU): Jugendliche müssten der Politik sagen, was sie wollen. „Wir wissen es oft nicht. Es wäre schön, wenn zehn Jugendliche zum Ausschuss in die Einwohnerfragestunde kämen und uns Fragen stellten. Wir sollten den Jugendlichen vermitteln, was hier entschieden werde, ihnen zeigen, wo sie mitreden können, helfen, Projekte anzuschieben.“

Dieter Wilharm-Lohman (CDU): Was ist mit einem Jugendparlament? Vereine könnten dies nicht leisten. Jugendliche müssten für so eine Arbeit begeistert, politisches Interesse geweckt werden: „Es wäre gut, wenn Ihr das macht.“ Die Antwort Rohdes: Das Formal-Administrative könne der SJR leisten, eine Arbeit, an der letztlich das Vorhaben in Stadthagen gescheitert sei.

Wilhelm Klusmeier (Grüne): „Demokratie braucht Nachwuchs, damit hier nicht nur Rentner sitzen.“ Er könne sich vorstellen, Patenschaften anzubieten, interessierte Jugendliche mit in Sitzungen und Gespräche zu nehmen, zu zeigen, wie Demokratie vor Ort funktioniere.

Björn Stahlhut (SPD): „Für mich ist es wichtig, dass Informationen kommuniziert und Rückfragen gestellt werden.“ Es müssten Kriterien eingezogen werden, dass Politik auch ein Feedback bekomme: „Damit wir uns eine Meinung bilden können.“

Von Raimund Cremers