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Bückeburg Stadt Volksbank in Schaumburg weiter auf Wachstumskurs
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Volksbank in Schaumburg weiter auf Wachstumskurs
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22:16 05.06.2019
Mehrheitlich stimmt die Vertreterversammlung der vom Vorstand vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses zu.  Quelle: wk
Bückeburg

 Der in der Gewinn- und der Verlustrechnung ausgewiesene Jahresüberschuss beträgt gut 3,76 Millionen Euro (2017: circa 3,7 Millionen Euro). Das berichtete Vorstandsmitglied Reinhard Schreeck anlässlich der Vertreterversammlung im Rathaussaal, an der rund 300 Gäste, darunter 155 stimmberechtigte Vertreter, teilnahmen.

Das verzeichnete Bilanzsummenwachstum ist auf der Aktivseite der Bilanz laut Schreeck auch diesmal wieder durch das Kreditgeschäft – und dabei insbesondere durch Immobiliendarlehen – getrieben worden. Die Kundeneinlagen erhöhten sich trotz anhaltender Niedrigzinsphase um 21 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro (2017: circa 1,1 Milliarden Euro).

„Das Geschäftsmodell der Volksbanken und Raiffeisenbanken mit der starken regionalen Verankerung und der Fokussierung auf die Menschen vor Ort ist intakt und wird von den Mitgliedern und Kunden der Bank honoriert“, sagte Schreeck. Der Erfolg der Volksbank in Schaumburg basiere zudem auf dem Engagement der gut ausgebildeten, motivierten Mitarbeiter der Genossenschaftsbank, die ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft sei.

Nachfrage nach Immobilien bleibt groß

Apropos Niedrigzinsphase und Immobiliengeschäft: Hierzu gab Schreeck die Einschätzung, dass die Nachfrage nach Immobilien auch in den kommenden Jahren groß bleibe. Den Bedarf an Baugrundstücken bedient die Volksbank in Schaumburg demnach durch das Bereitstellen zahlreicher Baugebiete unter anderem in den Gemeinden Helpsen, Haste und Hohnhorst sowie im Auetal. Zudem gibt es ihm zufolge Überlegungen, ein großes Baugebiet in Bad Nenndorf zu erweitern.

Darüber hinaus kümmere man sich intensiv um die „Revitalisierung“ alter Baugebiete, führte Schreeck weiter aus. Exemplarisch verwies er auf jenes innerstädtische Gelände in Bückeburg, auf dem früher das inzwischen abgerissene Krankenhaus Bethel gestanden hatte. Ein Grundstück, auf dem nun in Kooperation mit einem Investor (Immac-Gruppe) ein „zukunftsweisendes Projekt“ entstehe.

Geplant sind dort nach Information der Volksbank ein großes Pflegezentrum sowie mehrere Eigentumswohnungen mit der Möglichkeit des Betreuten Wohnens. Hinsichtlich dieser Eigentumswohnungen äußerte sich Schreeck optimistisch, mit deren Vermarktung noch im zweiten Halbjahr dieses Jahres beginnen zu können.

Was den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresüberschuss (knapp 3,8 Millionen Euro) betrifft, schlugen der Vorstand und der Aufsichtsrat der Volksbank in Schaumburg vor, hiervon zwei Millionen Euro in die Ergebnisrücklagen einzustellen. Von dem somit verbleibenden Bilanzgewinn (rund 1,764 Millionen Euro) sollten circa 204 829 Euro zur Ausschüttung einer Dividende (zwei Prozent) an die Genossenschaftsmitglieder verwendet werden. Außerdem regte der Bankvorstand an, insgesamt 438 292 Euro in Form von Mitgliederboni auszuzahlen. Unterm Strich würde dies einer Durchschnittsdividende von 6,2 Prozent entsprechen. Die Vertreterversammlung votierte mehrheitlich bei zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen dafür, den Jahresüberschuss wie vorgeschlagen zu verwenden.

An Steuern hat das Geldinstitut nach Auskunft von Schreeck für das Geschäftsjahr 2018 mehr als 8,1 Millionen Euro zahlen müssen, von denen rund 3,8 Millionen Euro als Gewerbesteuer an die Kommunen vor Ort fließen. Dass die Steuerlast weit höher als der genannte Jahresüberschuss ist, erklärte er auf Nachfrage dieser Zeitung wie folgt: Die Steuern sind auf das in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführte „Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit“ (rund 20,45 Millionen Euro Gewinn) zu zahlen. Von den nach Abzug der Steuern verbleibenden rund 12,27 Millionen Euro ist ein Betrag in Höhe von 8,5 Millionen dem Eigenkapital der Bank zugeführt worden. Übrig bleiben somit die knapp 3,8 Millionen Euro Jahresüberschuss. wk

Online-Wahl der Vertreter ermöglicht

Die Vertreterversammlung der Volksbank in Schaumburg hat mehrheitlich eine Änderung der Wahlordnung beschlossen. Bislang wurden die Vertreter der Genossenschaftsmitglieder ausschließlich im Rahmen von Ortsversammlungen des Geldinstituts gewählt, zukünftig können diese alternativ auch online gewählt werden.
Bei diesem Angebot handele es sich lediglich um eine Ergänzung des Wahlverfahrens, hatte Anja Bracht, Vorstandsmitglied der Volksbank, vor der Abstimmung erläutert. Eingeführt worden sei solch eine Möglichkeit der Online-Wahl auch schon bei anderen Genossenschaftsbanken. Dort habe sich das neue Wahlverfahren in der Praxis bewährt und zum Teil sogar zu einer Verdoppelung der Wahlbeteiligung geführt.

Bracht zufolge bietet das Online-Wahlverfahren unter anderem die Chance, auch jüngere Menschen dazu zu motivieren, deren Stimme bei den alle paar Jahre anstehenden Wahlen abzugeben. An den Mitglieder- und Vertreterversammlungen würden die jüngeren Menschen nämlich in der Regel nicht teilnehmen.

Für die vom Vorstand vorgeschlagene Änderung der Wahlordnung stimmten schließlich 121 Vertreter, 26 votierten mit Nein, acht enthielten sich der Stimme.
Bei den außerdem auf der Tagesordnung gestandenen turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Uwe Krismann (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Volker Hagemann und Cornelia Kurth wiedergewählt. Der Aufsichtsrat der Volksbank in Schaumburg besteht derzeit aus insgesamt neun Mitgliedern.  wk