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Bückeburg Stadt Vorschläge für Schulentwicklungs-Konzept in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Vorschläge für Schulentwicklungs-Konzept in Bückeburg
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21:09 30.10.2019
Die Grundschule Am Harrl hat den größten Sanierungs- und Erweiterungsbedarf.  Quelle: Karsten Klaus
Bückeburg

Vorschläge für das  Schulentwicklungs-Konzept sind auf Grundlage umfangreichen Datenmaterials von Expertin Anja Reinermann-Matatko erstellt worden.  Ihre Kernaussagen: Die Schülerzahlen dürften in den kommenden zehn Jahren weitgehend konstant bleiben. Es müsse daher kein Grundschulstandort aufgegeben werden. Allerdings gibt es aus Expertensicht an allen vier Grundschulen zu wenige Räume, besonders im Ganztagsbereich.

Um gleichwertige Bedingungen in der Stadt und auf den Dörfern zu schaffen, wären erhebliche Investitionen erforderlich. Reinermann-Matatko schätzt diese in der von ihr empfohlenen Variante auf 11,7 Millionen Euro. Eine Beschlussempfehlung fassten die Ausschussmitglieder noch nicht: Über das Konzept soll nun in den Fraktionen und im Verwaltungsausschuss weiter beraten werden.

So sieht die Situation an den vier Grundschulen in Bückeburg aus:

Ein Blick auf die vier Schulen im Einzelnen: Für die Grundschule Am Harrl werden für die nächsten Jahre wie bisher drei Eingangsklassen erwartet. Beim Blick auf die vorhandenen Räume haben die Experten erhebliche Defizite festgestellt, besonders im Ganztagsbereich. Nach ihren Berechnungen fehlen gut 500 Quadratmeter, verteilt auf 13 Räume. Empfohlen wird ein Ausbau des Dachgeschosses für die schulische Nutzung. Da weiterer Sanierungsbedarf zum Beispiel beim Brandschutz besteht, sind dafür mindestens sechs Millionen Euro erforderlich.

Diese Defizite sind bereits bekannt, sollen so schnell wie möglich behoben werden. Schulleiterin Antje Kronenberg appellierte an Politik und Verwaltung, die Maßnahmen zeitlich nicht zu lange zu strecken – Motto: Erst der Brandschutz, danach geht es Stück für Stück weiter. Eine Dauerbaustelle könnten weder Schüler noch Lehrer verkraften.

Räume fehlen

Die Grundschule Im Petzer Feld sehen die Experten weiterhin zweizügig. Dort fehlen ihrer Meinung nach mindestens zwei Räume. Ein bisher als Lager genutzter Raum könnte aber in den Schulbetrieb einbezogen werden. Geschätzte Kosten zur Behebung der Missstände: 1,2 Millionen Euro.

Fast 400 Quadratmeter Nutzfläche fehlen der Grundschule Evesen. Dort gibt es keine Aula, auch im Ganztag reichen die Räume nicht aus. Außerdem besteht baulicher Sanierungsbedarf. Mittelfristig könnte eventuell das Dachgeschoss genutzt werden. Abhilfe würde drei Millionen Euro kosten.

Mehr zum Thema: Grundschulen werden gestärkt

Für die Grundschule Meinsen wird weiterhin von einer Einzügigkeit ausgegangen. Dieser Einrichtung mangelt es an Räumen für die Ganztagsbetreuung und an einer Bibliothek. Genutzt werden könnten möglicherweise ein Lehrmittelraum und die Hausmeisterwohnung. Kosten: 1,45 Millionen Euro.

All diese Maßnahmen summieren sich auf 11,7 Millionen Euro. Diese müssten, sollte das Konzept angenommen werden, auf einen längeren Zeitraum verteilt werden. Politik und Verwaltung wiesen darauf hin, dass ein solches Paket kurzfristig weder personell noch finanziell von der Stadt zu stemmen sei.

Neubau nicht gewollt 

Die Experten hatten auch zwei Neubauvarianten untersucht. Ein kompletter Neubau der Grundschule am Harrl würde allein 12,5 Millionen Euro kosten. Ein noch größerer Neubau, der auch die Schulen in Evesen und Meinsen überflüssig machen würde, läge bei 20 Millionen Euro. Diese beiden Varianten mochte Reinermann-Matatko nicht empfehlen – sie gelten aber ohnehin auch in der Politik weder als gewollt noch als durchsetzbar.

von Karsten Klaus

Ein Blick auf die Grundlagen

Wie sind Zukunftsprognose, Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen zustande gekommen? Die angenommenen Schülerzahlen basieren auf Daten des Landesamtes für Statistik und der Bückeburger Stadtverwaltung. Dabei wurden besonders die Zahl der jungen Frauen (zukünftigen Müttern) sowie der Zu- und Wegzug in den vier Schulbezirken herangezogen. Je weiter die Voraussage in die Zukunft reicht, desto unzuverlässiger wird sie. Viel komme darauf an, wie attraktiv Bückeburg für junge Frauen und Familien gestaltet werden könne, so Anja Reinermann-Matatko.

Für Aussagen zur Raumplanung und zum Sanierungsbedarf hat ein Architekt die vier Grundschulen besucht. Dabei wurden einheitliche Standards angesetzt. Der Finanzbedarf wurde nicht detailliert ermittelt, sondern beruht auf Schätzungen und Erfahrungswerten. Für die Grundschule Am Harrl wurden die bereits vorhandenen Werte des Bauamtes herangezogen. kk