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Bückeburg Stadt Weniger Fehlalarme bei Bückeburger Feuerwehr
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Weniger Fehlalarme bei Bückeburger Feuerwehr
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07:45 23.10.2018
Quelle: tw
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Bückeburg

„Die alten Anlagen waren störanfällig, und es gab Probleme beim Beschaffen der Ersatzteile“, berichtet Reiner Brombach. Der Bürgermeister: „Die Größere der beiden Neuen schützt neben dem Ratskeller auch den großen Rathaussaal und den Joël-Le-Theule-Saal.“

Anlagen sind viel bedienerfreundlicher

Ihr kleinerer Bruder überwacht das Rathaus selbst. Die Anschaffungskosten hätten 28000 Euro betragen. Geld, das angesichts der vielen Fehlalarme der alten Anlagen gut angelegt gewesen sei. „Ich habe es selbst einmal erlebt, dass die Teilnehmer einer Veranstaltung nach einem Alarm, den die Anlage ausgelöst hatte, den großen Rathaussaal nicht räumen wollten. Die Feuerwehr war damals sehr sauer“, erinnert sich Brombach. Besagte Teilnehmer hatten den Alarm achselzuckend als Fehlalarm abgetan – und hatten recht.

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„Beide Anlagen stammten noch aus dem Jahr 2004, wurden damals im Zuge der Sanierung des Ratskellers eingebaut“, erinnert Jörg Everding vom Gebäudemanagement der Stadt. Doch seitdem sei die Zeit nicht stehen geblieben, hätte sich in Sachen technischer Fortschritt beim Brandschutz eine Menge getan – und nicht zuletzt seien die neuen Brandmeldeanlagen weitaus bedienerfreundlicher.

Sie wurden von der Fachfirma Servex Sicherheitssysteme GmbH mit Sitz in Ronnenberg geliefert, die auch die Wartung übernimmt. Hersteller der Anlagen vom Typ Integral IP ist die Firma Hekatron mit Sitz in Sulzburg (Südbaden). Eine Brandmeldezentrale ist das Herzstück jedes Brandmeldesystems. Bei ihr laufen alle Meldungen, Störungen und Alarme zusammen.

Im Ernstfall wird dann die entsprechende Brandfallsteuerung ausgelöst. Anwesende Personen werden durch die Brandmeldezentrale alarmiert. Gleichzeitig wird das zur Evakuierung benötigte Einsatzpersonal informiert. Dadurch, dass wichtige Baulemente zweimal vorhanden sind, sollen die Geräte „maximal ausfallsicher“ sein. Die „Neuen“ sollen die Zeit zwischen Branderkennung, Alarmierung und Löschung überdies auf ein Minimum reduzieren.

„Im Falle eines Feuers“, so Everding, „werden die Signale der Brandmeldeanlage über ein Alarmübertragungsgerät der Firma Siemens an die Feuerwehreinsatzleitstelle in Stadthagen übermittelt.“ Das geschehe seit Kurzem über Funk. Das System funktioniere ähnlich wie in Ratskeller und Rathaus beispielsweise auch in der Julianen-Kita und der Grundschule Am Harrl.

Gumin: Pächterwechsel habe ein Übriges dazu beigetragen

„Ja, es gibt mit der neuen Brandmeldeanlage weniger Fehlalarme durch technische Störungen“, bestätigt Moritz Gumin. Der Pächterwechsel im Ratskeller, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr, habe ein Übriges dazu beigetragen; möglicherweise werde in der Küche jetzt anders gebraten und gekocht. Gumin: „Wenn die neuen Anlagen noch ,falsch’ auslösen, gibt es in der Regel einen Grund dafür: Meist sind das dann Putz-, Wartungs- oder Bauarbeiten.“

„Der Brandschutz ist im Lauf der Jahre immer sensibler geworden und wird immer ernster genommen. Das ist eine typisch deutsche Mentalität, die ich ausdrücklich gutheiße“, so der Bürgermeister. Denn kämen bei einem Feuer auch Menschen zu Schaden, sei der Aufschrei zu Recht groß. Auf der anderen Seite kann Brombach aber auch Klagen von Geschäftsleuten verstehen, die innerhalb ihrer Firmen zwei oder drei Brandabschnitte bilden müssen – was mit großen Kosten verbunden sei.

Von Thomas Wünsche