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Bückeburg Stadt „Wir machen das nicht nur für Minden“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Wir machen das nicht nur für Minden“
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18:20 04.06.2013
Etwa 50 Interessierte nehmen an der sogenannten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung teil.
Etwa 50 Interessierte nehmen an der sogenannten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung teil. Quelle: bus
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Bückeburg/Minden (bus)

Während der in der Mensa der Dankerser Dependance der Mindener Kurt-Tucholsky-Gesamtschule abgehaltenen Versammlung standen zahlreiche Experten den etwa 50 Interessierten Rede und Antwort.

Der Geltungsbereich des zur Diskussion stehenden Bebauungsplanes umfasst insgesamt rund 92 Hektar, wovon der Containerhafen 14,9 und das angegliederte Gewerbegebiet 7,8 Hektar in Anspruch nehmen. Für den Bau des Terminals sprechen Ausführungen des Mindener Bürgermeisters Michael Buhre zufolge vor allen Dingen zwei Gründe: „Der bisherige Standort ist zu klein geworden und die großen Schiffe, die es in Zukunft geben wird, können diesen Standort nicht erreichen.“

 Zudem führte Buhre nicht nur Eigeninteressen ins Feld. „Wir machen das nicht nur für die Stadt Minden, sondern wir glauben, dass das eine Entwicklung ist, die für die ganze Region wichtig sein kann“, erklärte der Bürgermeister. Das zwischen Schaumburger Wald und dem Gewerbegebiet Päpinghausen projektierte Vorhaben solle der maßgebliche Containerumschlagplatz im Hinterland für die norddeutschen Seehäfen sein. „Und die Umschlagsentwicklung zeigt uns, dass das auch funktionieren kann.“ Gleichwie sei das Projekt „sehr komplex und sehr kompliziert“. Bei der Umsetzung gelte es, viele Interessen zu berücksichtigen.

 In der von ungemein detailreichen Darstellungen etlicher Fachleute begleiteten Diskussion nahmen Fragen des Verkehrs und der Nachbarschaft (Geräusche, Schallimmissionen, Licht) den größten Raum ein. Mit Blick auf die prognostizierte Zunahme des Lastwagen-Verkehrs monierten die Kritiker insbesondere das Alter (die Werte wurden 2009 erhoben) der zugrunde gelegten Zahlen. „Eventuell müssen wir uns die Zahlen noch einmal genauer angucken und gegebenenfalls noch einmal neu berechnen“, gab Malte Wittbecker (Geschäftsstellenleiter des Planungsverbandes), der die Veranstaltung moderierte, zu verstehen.

 Selbstverständlich werde im Umfeld des Regioports der Verkehr steigen, erläuterte Buhre. „Aber insgesamt betrachtet wird es weniger Verkehr und weniger Belastung geben.“ In der Zukunft würden logistische Drehstellen benötigt, legte der Bürgermeister dar, an denen die Verkehrswege sinnvoll miteinander verbunden werden können. Und es müssten Strukturen geschaffen werden, die zukunftsfähig im Sinne von Verlagerung auf umweltverträglichere Verkehrssysteme seien.

Zum Thema Lärm merkte Buhre an, dass die Planer deutlich unter das gehen wollten, was nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Stand gesundheitlich zumutbar sei. „Lärm kann zu Bluthochdruck, Schlafstörungen und im Zweifelsfall zu Schlaganfall führen“, lautete hier das Gegenargument eines Kritikers. „Die Richtwerte mögen technisch stimmen, sie gehen aber an der menschlichen Wirklichkeit völlig vorbei.“

 Überdies waren Stimmen zu vernehmen, die das gesamte Vorhaben infrage stellten. Wie etwa: „Im Endeffekt wird es auf längere Sicht keine nennenswerte Verlagerung auf Schiffe geben.“ Oder: „Es wird ein Umschlagplatz für Lkw entstehen und der Verkehr wird gewaltig zunehmen.“ Und: „Der aktuelle Hafen lebt nur von Subventionen, den neuen Hafen braucht niemand.“