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Bückeburg Stadt Wohin mit der Anlage?
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Wohin mit der Anlage?
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18:05 22.01.2019
Die Stadt wird das Votum des Gymnasiums Adolfinum gegen die Multifunktionsanlage akzeptieren und geht nun wieder auf Standortsuche.
Die Stadt wird das Votum des Gymnasiums Adolfinum gegen die Multifunktionsanlage akzeptieren und geht nun wieder auf Standortsuche. Quelle: rc
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Bückeburg

Das teilten die Gruppen- und Fraktionschefs des Bückeburger Rates sowie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Gegen den Willen der Schule werden wir nicht bauen“, sagte der Bürgermeister. „Wir werden den Beschluss respektieren. Wir können keinen zu seinem Glück zwingen“, so der neue Mehrheitschef Jens Bartling (SPD). „Wir sind faire Verlierer“, so CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth. „Damit stehen wir wieder am Anfang der Beratungen“, betonte der stellvertretende Gruppenchef von BfB/WIR/FDP, Andreas Paul Schöniger. Rein rechtlich gesehen könnte die Stadt die Anlage am Adolfinum bauen. Denn mit dem Eigentümer der Fläche, dem Landkreis, ist bereits um den Jahreswechsel 2017/2018 herum ein entsprechender Nutzungsvertrag geschlossen worden. Den will die Stadt nun aufheben, wenn die klare Aussage des Landkreises Schaumburg kommt, dass die Schule die Anlage nicht will.

Die Beratungen werden sich einmal mehr darum drehen, wo die Mufu, wie sie inzwischen abgekürzt bezeichnet wird, gebaut werden kann. Eine jahrelang diskutierte Frage, die Politik und Verwaltung eigentlich mit ihrer Auswahl des Standorts am Gymnasium gehofft hatten, beenden zu können.

So bald wie möglich bauen

Sowohl der Bürgermeister als auch die Mehrheitsfraktion wollten sich nicht dazu äußern, welche Standorte nun ins Auge gefasst werden. Der Bürgermeister sagte, er habe Überlegungen, die derzeit nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Ziel sei es jedenfalls, so bald wie möglich die Anlage zu bauen. Ähnlich äußerte sich die SPD-Fraktion. „Wenn wir jetzt einen neuen Platz öffentlich ins Spiel bringen, ist er gleich tot.“ Möglichkeiten gebe es genug. Das Thema müsse mit allen Fraktionen beredet werden.

Konkreter äußerte sich der CDU-Chef, der eine Fläche im Sanierungsgebiet an der Windmühlenstraße ins Spiel brachte. Und er ergänzte, dass neben der Fläche für die Mufu auch eine Fläche für eine weitere Kindertagesstätte reserviert werden müsste, um möglichen späteren Bedarf zu decken.

Zwei konkrete Vorschläge

Die Gruppe BfB/WIR/FDP hat – neben der Windmühlenstraße – zwei weitere konkrete Vorschläge parat. Zum einen müsse erneut diskutiert werden, ob nicht doch der hintere Bereich der Herderschule für die Anlage in Betracht komme. Dieser Standort war seinerzeit abgelehnt worden, weil sich unter der Schule die Reste einer ehemaligen Müllkippe befinden und Fundamente für die Mufu beziehungsweise die sie umgebenden Zäune hätten durch die Müllkippe gegründet werden müssen. „Unwirtschaftlich“, hieß es damals. „Aus Sicht der Gruppe trotz der Historie immer noch der beste Standort“, so die Einschätzung von Schöniger.

Zum anderen schlägt die Gruppe eine derzeit ungenutzte Fläche am Sitz der Stadtwerke Schaumburg-Lippe an der Straße An der Gasanstalt im Bereich des Schlossbachs vor – nicht weit von der Jugendfreizeitstätte entfernt, wenn auch außerhalb der Kernstadt. Hier müsse geklärt werden, ob das Gelände zur Verfügung steht.

Von Raimund Cremers