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Bückeburg Stadt "Woodstock Revival“ lockt tausende Besucher nach Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt "Woodstock Revival“ lockt tausende Besucher nach Bückeburg
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18:08 18.08.2019
Ecki Stieg, Mahkameh Navabi und der Chor „WiSchBeWö“ aus Wölpinghausen bei „Hang On To a Dream“. Quelle: jp
BÜCKEBURG

Mehr als 40 heimische und internationale Musiker erwiesen dabei am Samstag neun Stunden lang dem Mythos Woodstock die Ehre und ließen jenen Geist wieder lebendig werden, der damals weltweit eine ganze Generation prägte und zum Inbegriff der Hippie-Kultur avancierte.

Die Veranstalter sprachen in einem ersten Statement von einem „unvergesslichen Highlight“, und die Besucher-Reaktionen standen dem in nichts nach: „Toll.“ – „Unvergesslich schön.“ – „Einfach grandios.“ So lauteten nur einige der Besucherstimmen. Im Vorverkauf waren bereits über 1000 Karten abgesetzt worden. Doch schon am späten Nachmittag tummelten sich mindestens 1500 Besucher auf dem Gelände. Der Zustrom hielt bis in die späten Abendstunden ungebrochen an. „Das übertrifft wirklich alle unsere Erwartungen“, meinte Mit-Organisatorin Nadine Langrzik, Veranstaltungs-Managerin der Schraub-Bar, begeistert.

Von Veranstalter George Kochbeck aus Wölpinghausen, der das Festival gemeinsam mit der Schraub-Bar und unterstützt von zahlreichen heimischen Sponsoren auf die Beine gestellt hatte, ist man spätestens seit der Symphonischen Suite „Erbauung erleben“ in der Stadtkirche musikalische Großereignisse gewohnt. Seinem Woodstock-Revival-Festival „Summer of Lovers“ dürften nicht wenige, die dabei waren, nun das Prädikat „Meisterstück“ zubilligen. Vermutlich bedarf es aber auch eines Musik-Machers mit dem Format eines George Kochbeck mit seinem musikalischen Können, seiner immensen Erfahrung und vor allem seinen vielfältigen, über viele Jahrzehnte gewachsenen Kontakten und Verbindungen, um so viele Künstler unterschiedlicher Herkunft und Genres gemeinsam auf die Bühne zu bringen und zu einem derart homogenen musikalischen Groß-Event zusammenzuschmieden.

Waschechter Woodstock-Veteran

An erster Stelle zu nennen wäre dabei pflichtgemäß Miller Anderson: Der 1945 geborene Schotte stand 1969 zusammen mit der Band Keef Hartley beim Original-Woodstock auf der Bühne und nahm daher jetzt, genau 50 Jahre später, als waschechter Woodstock-Veteran am „Summer of Lovers“ in Bückeburg teil. Im Gespräch mit Moderator Tom Petersen, Musikchef bei WDR 4, berichtete er davon, wie er seinerzeit mit dem Hubschrauber in Woodstock eingeflogen wurde und wie chaotisch es damals auf der Bühne zuging. Die damalige Technik sei jedoch bereits ordentlich gewesen, sodass der Großteil der rund 400000 Besucher die Musik ausreichend habe hören können. Vom Geist von Woodstock fühlt sich Miller Anderson, der auch schon mit T. Rex, John Mayall und der Spencer Davis Group musizierte und heute mit eigener Band unterwegs ist, bis heute beseelt: Der Geist von Woodstock habe dafür gesorgt, dass er „weiter rockt“.

Woodstock in England?

Ein echter Zeitzeuge, wenn auch nicht in Woodstock selbst dabei, ist Pete York. Der 77-jährige Schlagzeuger, der unter anderem für die Spencer Davis Group trommelte und jetzt unter anderem zusammen mit Veranstalter George Kochbeck und Miller Anderson „Hurdy Gurdy Man“ zum Besten gab, bestätigte gegenüber Moderator Petersen, dass die europäische Bevölkerung seinerzeit größtenteils erst viel später von Woodstock überhaupt erfahren habe, die meisten sogar erst durch den berühmten Dokumentarfilm, der rund ein Jahr später in die Kinos kam. York, der seit 1984 in Deutschland lebt, erinnerte sich, zum Zeitpunkt des Original-Woodstocks gerade einen Auftritt in einem kleinen Club in Herford absolviert zu haben. Als er dann später aus den Zeitungen davon erfuhr, glaubte er zunächst, es sei das Woodstock in der englischen Grafschaft Oxfordshire gemeint.

Außer solch gestandenen internationalen Interpreten erfreute sich das „Summer of Lovers“ jeder Menge musikalischen Lokalkolorits durch eine Vielzahl heimischer Künstler, die in immer wieder wechselnden Besetzungen auf der Bühne standen und dabei sowohl Songs, die in Woodstock selbst gespielt wurden, als auch solche, die 1969 besonders populär waren, darboten.

Junge Musiker feiern mit

Die wohl ungewöhnlichste musikalische Konstellation bildete der Auftritt von Radio-Ikone Ecki Stieg, der begleitet von Alexander zu Schaumburg-Lippe, dessen Lebensgefährtin Mahkameh Navabi und dem Chor „WiSchBeWö“ aus Wölpinghausen den Song „Hang On To a Dream“ in der Version von Keith Emerson und The Nice intonierte. Ebenso umjubelt stimmte als jüngste Musikergeneration der Kinderchor der Schaumburger Märchensänger „Aquarius“ und „Let the Sunshine in“ aus dem Musical „Hair“ an. Von Johannes Pietsch