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Bückeburg Stadt Zuerst kommt der Abriss
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Zuerst kommt der Abriss
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18:45 26.05.2017
Herderhaus und Küsterhaus (im Hintergrund) werden teilsaniert und renoviert. Im Erdgeschoss zieht eine Tagespflege der Diakonie ein, im Ober- und Dachgeschoss entstehen Wohnungen. Quelle: rc
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Bückeburg

 Die beiden Häuser an der Schulstraße vor der Stadtbücherei und das erste Haus in der Herderstraße weichen der Abrissbirne. Dafür wurde in den vergangenen Tagen das Gelände abgesperrt und das seit Jahren brachliegende Eck-Grundstück geräumt.

 Das Herderquartier wird aus unterschiedlichen Teilen entstehen. Kern ist ein V-förmiger Neubau auf dem Eckgrundstück Schulstraße/Herderstraße. Erhalten bleiben das Herderhaus und das Küsterhaus, die die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde nach dem Auszug des Landeskirchenamtes nicht mehr benötigte und verkauft hat. Diese historischen Gebäude werden behutsam ihrer neuen Nutzung zugeführt, ohne komplett entkernt zu werden.

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 Deutlich über sieben Millionen Euro investiert die Bremer Terranova in das stadtbildprägende Projekt, wie der Architekt und Bauleiter Wolfgang Hein von der aad VISION 12! Projektentwicklungs- und Planungs-GmbH Obernkirchen im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Bauherr ist die ImmoInvest Bückeburg KG. Der Bauantrag ist nach zahlreichen Vorgesprächen eingereicht, die Baugenehmigung werde in Kürze erteilt.

Gespräche mit potenziellen Mietern

 Die 34 Wohnungen sind größtenteils barrierefrei, ein Teil auch rollstuhlgerecht. Die Wohnungen im Gebäudeteil entlang der Herderstraße werden mit Mitteln des Sozialen Wohnungsbaues errichtet, also mit staatlichen Mitteln. Sie sind daher günstiger in der Miete und für soziale Gruppen gedacht, die ihren Wohnungsbedarf nicht am freien Wohnungsmarkt decken können. Der Gebäudeteil entlang der Schulstraße wird herkömmlich finanziert und kann gekauft oder gemietet werden. Im Erdgeschoss entstehen zwei Ladenlokale von je 230 Quadratmeter Größe. Derzeit laufen nach Angaben von Hein noch Gespräche mit potenziellen Mietern. Das Gebäude erhält eine Tiefgarage mit ausreichend Stellplätzen. Die Tiefgarage wird über einen Fahrzeugaufzug erschlossen.

 In dem unter Denkmalschutz stehenden Herderhaus wird die Diakonie eine Tagespflege mit 16 Plätzen einrichten, im Obergeschoss entstehen – auch im Dachgeschoss – Wohnungen, ebenso im angrenzenden Küsterhaus. Die beiden Gebäude werden nicht saniert, sondern heutigen Erfordernissen wie etwa dem Brandschutz angepasst.

Fertigstellung im Sommer 2018

Beheizt wird der gesamte Gebäudekomplex mit einem Blockheizkraftwerk sowie Photovoltaik und Wärmepumpe, so der derzeitige Stand der Dinge. Ob Stadtbücherei und Gemeindehaus angeschlossen werden, ist noch offen. Im Sommer 2018 – Juli oder August – soll der gesamte Komplex fertiggestellt sein und bezogen werden.

 Bis dahin haben sich Nutzer von Schul- und Herderstraße noch auf einige Behinderungen einzustellen. „Die Baustellenlogistik ist in der engen Altstadt sehr aufwendig“, sagte Hein. Die Baugrube zum Beispiel wird nach dem Berliner Verbau ausgehoben. Bohrungen, Stahlprofile und Holzbohlen sichern die Seitenwände so, dass die Bürgersteige nicht einsacken können. Während bestimmter Bauphasen muss die Schulstraße halbseitig gesperrt werden. In einigen Phasen wird die Herderstraße zur Sackgasse. Befahren ist nur aus Richtung Stadtkirche möglich – mit Wendemöglichkeit auf dem Herderhaus-Parkplatz. „Die Stadt ist uns da sehr entgegengekommen“, lobte Hein. rc