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Ahnsen Ein Löschfahrzeug als Sicherheitsrisiko
Schaumburg Eilsen Ahnsen Ein Löschfahrzeug als Sicherheitsrisiko
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16:54 21.02.2018
Dirk Hahne (Vize-Kreisbrandmeister) heftet Nina Dreßel eine Ehrennadel an die Uniformjacke.
Dirk Hahne (Vize-Kreisbrandmeister) heftet Nina Dreßel eine Ehrennadel an die Uniformjacke. Quelle: rnk
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Ahnsen

Zwar hat der Oldtimer jüngst noch einmal den Segen des TÜV erhalten, doch fährt immer auch ein mulmiges Gefühl mit, wenn die Brandschützer mit diesem Vehikel zu Einsätzen ausrücken.

„Mit diesem Fahrzeug möchte man keinen Verkehrsunfall haben“, formulierte es Martin Weihmann, der Fahrzeug- und Gerätewart der Ortsfeuerwehr, bei der Jahresversammlung. Dabei spielte er auf die gegenüber modernen Einsatzfahrzeugen fehlende Sicherheitsausstattung des betagten Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF) an. Sicherheitsgurte für die bis zu sechs Insassen hat der Mercedes-Benz nämlich nicht, ebenso keine Kopfstützen.

Doppeltes Sicherheitsrisiko

„Ich möchte wetten, dass, wenn wir mit diesem Fahrzeug einen Unfall haben, niemand, der drinsitzt, überlebt“, betonte Weihmann die Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung. Ohnehin würden Feuerwehrleute bei vielen Einsätzen ihr Leben aufs Spiel setzen, um Menschen zu retten und Brände zu löschen, merkte er an. „Da sollte man ihnen zumindest ein Fahrzeug zur Verfügung stellen, mit dem sie sicher zum Einsatzort kommen.“

Außerdem, so Weihmann, lasse die Motivation der Aktiven nach, wenn diese nicht auch mal ein „angemessenes Fahrzeug“ erhalten, sondern stattdessen noch weitere Jahre mit dem alten Tragkraftspritzenfahrzeug Baujahr 1985 zurechtkommen müssen, das „nur noch für die Wasserförderung, aber zu sonst nichts“ reiche. Dies vor dem Hintergrund, dass es der Ahnser Ortsfeuerwehr gelungen sei, weitere Mitglieder für den aktiven Dienst hinzuzugewinnen.

Neuanschaffung nimmt konkrete Züge an

Vor Weihmanns nachdrücklichem Appell hatte Bernd Schönemann, der Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen, bei der Versammlung berichtet, dass – „vorbehaltlich des Ratsbeschlusses“ – ein Betrag in Höhe von 110000 Euro für die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges in den Haushalt der Samtgemeinde eingeplant werden soll. Konkret solle dieses Geld für den Kauf eines Tragkraftspritzenfahrzeuges mit Wassertank (TSF-W, 90.000 Euro) nebst entsprechender „Beladung“ (Ausrüstung; 20.000 Euro) bereitgestellt werden.

Alle vier Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde seien „gleich wichtig“, hatte Schönemann betont. Und deshalb müsse man der Ortsfeuerwehr Ahnsen ebenfalls ein „vernünftiges Fahrzeug“ zur Verfügung stellen. Zumal es deren Aktiven sicherlich auch keine große Freude mache, mit einem derart alten Fahrzeug wie dem dort vorhandenen TSF für Ernstfälle zu üben.

Der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Eilsen, Hartmut Krause, hatte Schönemanns Ausführungen dergestalt ergänzt, dass der Kommune inzwischen zwei Vorführfahrzeuge angeboten worden seien. Und er selbst sei „bester Hoffnung“, dass in diesem Jahr ein neues TSF-W für die Ortsfeuerwehr Ahnsen angeschafft und noch im Herbst an diese übergeben wird.

Aktion lockt neue Mitglieder

Im Vorfeld hatte Ortsbrandmeister Ole Grimmig bei der Versammlung auf die positive Mitgliederentwicklung hingewiesen, die die aktuell insgesamt 114 Mitglieder (einschließlich einer Sonder-Mitgliedschaft des TSV Ahnsen) zählende Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr genommen hat. Verfügte diese Anfang 2017 nur noch über sechs Aktive, habe man mittlerweile wieder neun aktive Brandschützer in den eigenen Reihen, berichtete er, und unterstrich: „Somit haben wir im Jahr 2017 fünfzig Prozent mehr an Leuten hinzugewonnen.“

Das ist eine Entwicklung, die unter anderem aus einer Mitgliederwerbeaktion resultiert: In deren Rahmen waren Grimmig und seine Mitstreiter eine Woche lang, von Montag bis Freitag, in Ahnsen unterwegs gewesen, um an die rund 400 Haushalte des Ortes Handzettel zu verteilen, um die Einwohner damit über die massive Personalnot der Ortsfeuerwehr zu informieren. rnk