Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Ahnsen Frank Struckmeier (SPD) schmeißt hin
Schaumburg Eilsen Ahnsen Frank Struckmeier (SPD) schmeißt hin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:56 07.06.2019
Frank Struckmeier
Ahnsen

Statt diese Entscheidung jedoch persönlich (sprich: verbal) zu verkünden und gegebenenfalls auch zu erläutern, übergab er lediglich eine schriftliche Mitteilung, um gleich danach auf einem der für interessierte Bürger bereitgestellten Besucherstühle Platz zu nehmen.

Daraufhin nahm Gemeindedirektor Bernd Schönemann das Schriftstück in Augenschein und verlas dann Struckmeiers knappe Mitteilung, laut der dieser das Ratsmandat per sofort niederlege. Schönemann merkte hierzu lediglich an, dass Struckmeiers Mitgliedschaft in dem Gemeinderat damit allerdings noch nicht ende (denn dafür bedarf es formal noch einer entsprechenden Feststellung seitens des Rates; Anm. d. Red.).

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Struckmeier später, dass sein Entschluss im Laufe des vergangenen halben Jahres gereift sei. Die Gründe, die zu seiner Entscheidung geführt haben, seien aber nichts für die Öffentlichkeit. Dafür aber brachte er ein Zitat, das ihm zufolge von dem US-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King stammen soll: „Um Feinde zu bekommen, ist es nicht nötig, den Krieg zu erklären. Es reicht, wenn man einfach sagt, was man denkt!“ Zudem bezeichnete er seine Arbeit im Ahnser Gemeinderat als einen „Kampf gegen Windmühlen“.

In der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung

„Es kam für mich völlig überraschend“, kommentiert Schönemann im Nachgang zu der Ratssitzung den Mandatsverzicht Struckmeiers. Warum sich dieser so entschieden habe, darüber wolle er nicht spekulieren, so der Gemeindedirektor. Das seien alles nur Vermutungen.

Sicher sei laut Schönemann indes, dass das Thema bei der nächsten Ratssitzung auf die Tagesordnung komme. Dann nämlich müsse der Rat den Amtsverzicht feststellen und die Nachfolge regeln. Nachrücker sei demnach Rüdiger Piel, wenn dieser das Amt denn annehmen wolle.

Überrascht von Struckmeiers Rücktritt zeigt sich auch Ahnsens Bürgermeister Harald Niemann: „Die Gründe sind mir nicht bekannt“, teilt er mit. Jedenfalls sei ihm „nichts Offenkundiges“ in Erinnerung, was die Mandatsniederlegung begründen könnte. Und dass man in der Politik nicht immer einer Meinung sei, das sei doch Bestandteil eines jeden Beratungs- und Entscheidungsprozesses.

„Fachlich ist das sicherlich ein Verlust“, meint Robert Pavlista, der Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Struckmeier habe sich nämlich immer sehr in die jeweiligen Themen reingehängt. Gleichwohl sei dessen „persönliche Art schon sehr fordernd“ gewesen. Denn wenn Struckmeier eine Meinung hatte, sei es „fast unmöglich“ gewesen, ihn von einer anderen Meinung zu überzeugen. Wobei Struckmeier auch in der SPD-Fraktion „seine eigene Linie gefahren“ habe. wk