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Ahnsen „Gut gelungen“
Schaumburg Eilsen Ahnsen „Gut gelungen“
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21:31 26.04.2018
Quelle: pr.
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AHNSEN

Von Gegnern des Projektes war seinerzeit unter anderem vorgebracht worden, dass das 437-Betten-Haus und die zu dessen Anbindung ebenfalls geplante neue K73 die Landschaft verschandeln, ein Naherholungsgebiet zerstören und die Natur im Bereich der Bückeburger Aue gefährden würden.

Inzwischen sind das Krankenhaus und die Verbindungsstraße gebaut worden. Und wie bei Großprojekten dieser Art üblich, hatte die Genehmigungsbehörde den Bauherren auferlegt, diverse naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Dabei ging es insbesondere um die Renaturierung des zwischen Ahnsen und Vehlen gelegenen Teilstücks der Bückeburger Aue. Was diesbezüglich an Ausgleichsmaßnahmen konkret umgesetzt worden ist, war nun Thema einer von der Gemeinde Ahnsen ausgerichteten öffentlichen Infoveranstaltung.

Teilnehmern, die das neue Klinikum „kritisch betrachten“, wolle man in dem Renaturierungsgebiet einige der „positiven Aspekte“ des Klinikum-Neubaues zeigen, erklärte Georg von Luckwald (Hameln), der als Landschaftsarchitekt mit der Planung der Ausgleichsmaßnahmen befasst war. So seien mehr als sechs Hektar Fläche als Ausgleichsmaßnahme dem Naturschutz zugeführt worden – und zwar 2,5 Hektar als Ausgleichsfläche für den Bau des Klinikums und 3,66 Hektar Ausgleichsfläche für den Bau der neuen K73.

Mehr Raum für Gewässer

Dies wiederum habe es ermöglicht, dem aus Richtung Röhrkasten zur Aue fließenden Bach Bombeeke mehr Raum zur Entfaltung zu geben, so von Luckwald. Der Gewässerbereich des Bachlaufes sei auf rund 900 Metern Länge von 1,5 bis drei Meter Breite auf sechs bis 15 Meter Breite vergrößert worden – unterteilt in einen Renaturierungsbereich und einen daneben verlaufenden Unterhaltungsbereich. Und hinsichtlich der Bückeburger Aue habe man den bisher etwa zehn Meter breiten Gewässerbereich auf einer Länge von rund einem Kilometer zum Teil auf bis zu 100 Meter Breite ausgeweitet.

Beides sei vor dem Hintergrund geschehen, dass Fließgewässer eine „große Bedeutung“ als Wanderkorridore für Tiere haben und „unglaublich vielgestaltige Biotope“ sind, berichtete von Luckwald. „Doch leider sind diese Sonderbiotope heutzutage oftmals degradiert.“

Altarme von Fließgewässern etwa seien in früheren Zeiten mit Bauschutt verfüllt und dann mit Mutterboden abgedeckt worden, um aus diesen Flächen Ackerland zu machen. Die Bückeburger Aue beispielsweise habe einst ein rund 300 bis 400 Meter breites Bett gehabt, das im Laufe der Jahrhunderte durch den Einfluss des Menschen ebenfalls immer schmaler geworden sei.

Schwimmen, spielen, Natur erleben

Die jüngst vorgenommenen Renaturierungsmaßnahmen haben laut von Luckwald das Ziel, dem Fließgewässer wieder mehr Platz zur natürlichen Ausbreitung zu geben, was auch dem Hochwasserschutz zugutekomme. Dafür wurden mit schwerem Gerät große Mengen Ober- und Unterboden abgetragen, um Areale zu schaffen, die bei Hochwasserlagen überschwemmt werden und zusätzlich für einen Abfluss des Wassers sorgen.

Temporär fallen diese Nebenarme auch trocken, wobei hier und da Kleingewässer (Tümpel) verbleiben, die jedoch nach einiger Zeit ebenfalls austrocknen können. Zudem sind an einigen Stellen Gesteinsbrocken sowie ein Baumstamm in das Bett der Bückeburger Aue eingebracht worden, was in den jeweiligen Bereichen die Strömungsgeschwindigkeit reduzieren soll. „Die Renaturierung der Bückeburger Aue ist gut gelungen“, resümierte von Luckwald. Seitens der Angler bestehe zwar die Sorge, dass, wenn die Nebenarme und die (darin eingebetteten) Kleingewässer trocken fallen, dort Fische verenden, „aber das ist nun mal der Lauf der Dinge in der Natur“.

Apropos Natur: In den neu gestalteten Bereichen des Fließgewässers könne selbstverständlich jedes Kind, das schwimmen kann, spielen und die Natur erleben, betonte der Landschaftsarchitekt. Dies sei nämlich ebenfalls ein wichtiger Gedanke hinter dem Projekt. Frei laufende Hunde indes seien in diesem Bereich – aus Rücksicht auf die wilden Tiere – „nicht so schön“, appellierte er an die Einsicht der Hundehalter.

Die Kosten für die erfolgten Renaturierungsmaßnahmen bezifferte er auf circa 250 000 Euro als Ausgleich für den Bau des neuen Klinikums plus zirka 430 000 Euro als Ausgleich für den Bau der neuen Kreisstraße 73. wk