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Bad Eilsen Anwohnerin der Feldstraße klagt über Baustellenverkehr
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Anwohnerin der Feldstraße klagt über Baustellenverkehr
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00:21 03.06.2019
Über die an die Straße Am Sonnenbrink (vorne, rechts) und die Heinrich-Heine-Straße (links) angeschlossene Feldstraße (hinten, rechts) läuft nach Meinung einer Anwohnerin der Großteil des Lkw-Baustellenverkehrs.  Quelle: wk
Bad Eilsen

Ins Reich des Möglichen gerückt ist das Verbot bei einer Sitzung des örtlichen Gemeinderates. Dort wurde die Planung für den Straßenendausbau im Neubaugebiet „Am Golfplatz“ vorgestellt – dieses liegt zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Eilsen, zum Teil aber auch auf Luhdener Terrain.

Hierzu hatte Ralf Ottermann, Prokurist des Ingenieurbüros Kirchner aus Stadthagen, erklärt, es gebe folgende Alternativen für den Baustellenverkehr: Entweder könne er über die Wilhelmstraße beziehungsweise die Feldstraße fahren oder über die zu Luhden gehörende Straße Am Sonnenbrink. Letztere Option hielt der Experte aufgrund der örtlichen Gegebenheiten allerdings für „kritisch“.

Auf spätere Nachfrage dieser Zeitung nannte er dafür mehrere Gründe. Einmal befinde sich die Straße Am Sonnenbrink in relativ neuem Zustand, außerdem sei sie eine Einbahnstraße und am Straßenrand parkten mitunter Fahrzeuge.

Dass in der Feldstraße ebenfalls Fahrzeuge am Straßenrand parken, erachtete Ottermann bei der Sitzung zwar ebenfalls als schwierig für den Baustellenverkehr. Er hielt es aber für nicht ausgeschlossen, dass für das voraussichtlich rund 25 Wochen dauernde Bauvorhaben ein Parkverbot in der Feldstraße ausgewiesen werde, um das Problem zu lösen.

„Sie können sicher sein, dass wir uns das nicht gefallen lassen“, kommentierte Anwohnerin Horn das mögliche Parkverbot. Es könne nicht sein, dass so ein Baugebiet über „so eine kleine Straße“ – die Feldstraße – erschlossen werde, schimpfte die Seniorin. Schlimmer noch: „Die Gemeinden Bad Eilsen und Luhden wollen die Wohnqualität verbessern und uns schicken sie die Pest auf den Hals.“

Es sei „doch wohl“ legitim, den Baustellenverkehr für ein Bad Eilser Baugebiet auch über Bad Eilser Straßen zu schicken, merkte Gemeindedirektion Svenja Edler hierzu an. Auch der Luhdener Teil des Neubaugebietes „Am Golfplatz“ müsse erreicht werden können.

Wenn solch ein Parkverbot kommen sollte, „dann werden wir uns wehren, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen“, konterte Horn.

Durchfahrtsverbot für Lkw

Zuvor hatte Ottermann bei der Ratssitzung darauf hingewiesen, dass in Bad Eilsen zwar ein grundsätzliches Durchfahrtsverbot für Lkw gelte, dies aber eingeschränkt sei. Hierzu präsentierte er ein Foto des entsprechenden Verkehrszeichens, gemäß dem der Lkw-Anliegerverkehr in der Zeit von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr erlaubt ist. Ein Verkehrszeichen, das Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen die Durchfahrt durch die Feldstraße verbietet, hatte er nach eigenen Angaben indes nicht gefunden.

Wie Horn später im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete, ist der Baustellenverkehr durch die Feldstraße schon seit Eröffnung des Neubaugebietes im Jahr 2002 ein Streitthema. Damals sei die Feldstraße an dem Knotenpunkt der Straße Am Sonnenbrink und der zum Neubaugebiet gehörenden Heinrich-Heine-Straße angeschlossen worden. Seitdem hätten „80 Prozent“ des mit dem Neubaugebiet zusammenhängenden Baustellenverkehrs den Weg über die Feldstraße gewählt. Exemplarisch hatte Horn, so erzählt sie, im Februar 2012 einmal an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Zahl der an ihrem Haus vorbeifahrenden Lkw gezählt. Am ersten Tag seien es 14 gewesen, am zweiten neun und am dritten Tag 13.

Sie und die anderen Anwohner der Feldstraße hätten ein „Schutzbedürfnis vor diesen Lärmbelästigungen“, betont die Seniorin. Außerdem beklagt sie, die Feldstraße werde durch die schweren Lkw kaputt gefahren. Und: Dieser Lkw-Anliegerverkehr fahre durch Bad Eilsen, habe aber ein Anliegen in Luhden – ihrer Ansicht nach ein Verstoß gegen die in Bad Eilsen für Lastwagen geltenden Vorschriften.

„Ich verstehe die ganze Aufregung nicht“, sagt Luhdens Gemeindedirektor Andreas Kunde. Schließlich müsse man durchaus auch über andere Gebiete fahren, wenn man irgendwohin etwas anliefere. Zudem könne jeder frei entscheiden, wo er entlangfahren will. Man müsse sich nur an die Straßenverkehrsordnung halten.

Die von der Bürgerin Horn beklagte Lärmbelastung hält Kunde für nicht nachvollziehbar. Seine Ansicht begründet er damit, das Neubaugebiet werde ja nicht ständig von Lkw frequentiert. Es führen auch nicht alle Lastwagen über die Feldstraße.

Von Ottermann war im Nachgang zu der Ratssitzung noch zu erfahren, dass er beim zuständigen Bauunternehmen inzwischen folgende Fahrtregelung angeregt habe: Die zum Neubaugebiet fahrenden, beladenen Lkw sollen den Weg über die Wilhelm-Straße in Bad Eilsen wählen und die von dem Neubaugebiet wegfahrenden, entladenen Lkw den Weg über die Straße Am Sonnenbrink. Ob dieser Vorschlag beachtet wird, darauf hat er als Planer nach seiner Aussage allerdings keinen Einfluss. Von Michael Werk