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Bad Eilsen Bad Eilsen: Erste Fotoausstellung in der Wandelhalle
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Bad Eilsen: Erste Fotoausstellung in der Wandelhalle
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20:29 11.10.2019
Fotokünstler begrüßt: Kerstin Henke (in der Mitte mit Blumestrauß) und die ausstellenden Fotografen. Quelle: kk
BAD EILSEN

Sheehan präsentiert sich als Sängerin mit toller Stimme, begleitet sich auf den unterschiedlichsten Instrumenten – irischer Bouzouki, Rahmentrommel und Jazztrompete. Im Repertoire: eigene Folksongs und Jazz-Standards. Die Gäste der Vernissage erklatschten sich als Zugabe Louis Armstrongs „What a wonderful world“.

Eine Steilvorlage für Kerstin Henke, Freizeittherapeutin des Reha-Zentrums, die in die Ausstellung einführte. „Was für eine wunderbare Welt“ zeigten doch die Fotografien von Manfred Bekemeier, Birgit Brennecke, Stephan Goergens, Jane Hachmeister, Kathrin und Stefan Saworra, Sue Sheehan und Petra Stenzel-Fautek. Sie alle haben ihren Stil, ihren ganz persönlichen Blick auf Wesentliches und Unwesentliches entwickelt. Porträts, Architekturaufnahmen, Landschafts-, Tier- und Naturfotografie, Straßenszenen oder „Lost Places“ (verlassene Orte) sind zu entdecken. Die Bandbreite der fotografischen Genres ist genauso beeindruckend wie der gekonnte Einsatz unterschiedlicher Stilmittel.

Da findet sich der Betrachter Auge in Auge mit Insekten wieder oder blickt einer Blume tief in die Blüte. Birgit Brennecke über den Reiz der Makrofotografie: „Zu entdecken, wie wunderschön eine stinknormale Fliege sein kann, ist einfach toll.“ Unterschiedliche Belichtungszeiten lassen Bewegungen einfrieren oder fließend erscheinen, Schwenks vermitteln Dynamik. Ganz bewusst wird mit Schärfe und Unschärfe gespielt, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Die Kamera hält einzigartige Momente fest, verschiedene Blickwinkel oder ungewöhnliche Beleuchtung lassen Bekanntes in völlig neuem Licht erscheinen.

So großartig knallige Farben wirken können – auffallend ist die große Zahl von Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Diese sind weit mehr als monochrome Bilder, aus denen nur die Farbe verschwunden ist. Hier liegt die Betonung auf dem Spiel von Licht und Schatten, der Konzentration auf Formen und Strukturen. In der Wandelhalle sind schöne Beispiele in Form großformatiger Porträts oder Reisebilder („Route 66“) zu sehen.

In ihrer Begrüßung erlaubte Kerstin Henke auch einen Blick hinter die Kulissen der Kunstausstellungen. Diese seien fast immer ein Jahr im Voraus geplant und gebucht, doch häufig müsse sie auch improvisieren. So standen auch die „Lichtblicke“ auf der Kippe. Doch Stefan Saworra von der Interessengemeinschaft „Fotografie (er)leben“, der diese Ausstellung organisierte, und Henke gelang es schließlich über ihre vielfältigen Kontakte, doch noch eine spannende Kollektion zusammenzustellen.

In einer Vitrine in der Wandelhalle erinnern übrigens eine alte Agfa-Box und eine Kodak-Rollfilmkamera an die „gute alte Zeit“ der analogen Fotografie. Spannend in diesem Zusammenhang: Einige der ausstellenden Fotokünstler greifen wieder zum klassischen Film, entwickeln und vergrößern in der eigenen Dunkelkammer. Oder sie verzichten ganz bewusst auf Nachbearbeitung und elektronischen Firlefanz bei ihren Digitalaufnahmen – denn der Fotograf gestaltet das Bild, nicht automatisierte Technik. kk