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Bad Eilsen Das Brunnenhaus muss warten
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Das Brunnenhaus muss warten
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00:23 01.09.2018
Mit einem bisschen Farbe ist es nicht getan, will man dem denkmalgeschützten Brunnenhaus zu altem Glanz verhelfen. Rechts im Bild: ein Teil des vor einigen Jahren für rund 4,9 Millionen Euro aufwendig sanierten Georg-Wilhelm-Hauses.
Mit einem bisschen Farbe ist es nicht getan, will man dem denkmalgeschützten Brunnenhaus zu altem Glanz verhelfen. Rechts im Bild: ein Teil des vor einigen Jahren für rund 4,9 Millionen Euro aufwendig sanierten Georg-Wilhelm-Hauses. Quelle: wk
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Bad Eilsen

Eigentlich ist die Sanierung des kleinen Brunnenhauses spätestens für dieses Jahr geplant gewesen. So jedenfalls hatte es das Staatliche Baumanagement Weser-Leine Anfang 2017 kundgetan: „Da die Landesmittel für die Bauunterhaltung erhöht wurden, ist die Sanierung des Brunnenhauses – in Abhängigkeit vom zu erwartenden baulichen Umfang – für 2018 vorgesehen“, hieß es in einem Schreiben der in Nienburg ansässigen Behörde, das an die Steuerakademie Niedersachsen gerichtet war.

Letztere nutzt diese beiden Immobilien. Doch bislang ist in Sachen Instandsetzung noch nichts passiert: Das 1926 erbaute und architektonisch an sich sehr hübsche, denkmalgeschützte Brunnenhaus bietet aufgrund seines schlechten Erhaltungszustandes immer noch einen traurigen Anblick.

Erhalt von „sehr intensiv genutzten Gebäuden“

Da die „Baumittel-Situation“ in diesem Jahr „angespannter als gedacht“ sei, habe man dieses Sanierungsvorhaben zunächst zurückstellen müssen, erklärt Peter Bröker, der Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine. Stattdessen müsse man sich wichtigeren Projekten widmen – so etwa dem Erhalt von „sehr intensiv genutzten Gebäuden“, bei denen Bauschäden vorliegen oder Gefahren für Leib und Leben zu befürchten seien.

Immerhin, sagt Bröker, habe man das „Brunnenhaus“ 2017 aber intensiv in Augenschein genommen und eine Notreparatur des Daches und der Fallrohre durchführen lassen, um Undichtigkeiten zu beseitigen und so der bis dahin „starken Durchfeuchtung“ des Gebäudes entgegenzuwirken. Somit habe dies seitdem austrocknen können.

Außerdem ist das dem Land Niedersachsen gehörende Objekt laut Bröker bereits hinsichtlich der Statik überprüft, auf etwaige Schadstoffe hin untersucht sowie seitens der Denkmalpflege begutachtet worden. Festgestellt wurde dabei, dass das Mauerwerk zwar Risse aufweist, diese die Standfestigkeit der kleinen Immobilie jedoch nicht beeinträchtigen.

Asbestfasern im Putz

Der Putz des „Brunnenhauses“ enthält allerdings „festgebundene“ Asbestfasern: „Diese Asbestfasern sind nicht gefährlich, wenn man sie nicht anfasst“, betont der Behördenleiter. Im Falle einer Sanierung mache dieser – bis in die 1990er-Jahre hinein verwendete – Schadstoff indes besondere Schutzmaßnahmen und eine spezielle Entsorgung des anfallenden Bauschuttes erforderlich.

Zu den vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege gemachten Auflagen gehört schließlich, dass die im Eingangsbereich des Gebäudes vorhandenen Sandsteinsäulen von der darauf aufgebrachten Farbe befreit und dadurch wieder in deren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden müssen. Außerdem müssen die historischen Türflügel und Fenster von einem Tischler fachgerecht renoviert werden.

Was die Instandsetzung des „Brunnenhauses“ insgesamt kostet? „Wir hoffen, unter einhunderttausend Euro zu bleiben“, sagt Bröker, und ergänzt: „Fördermittel gibt es nicht.“ Ins Auge gefasst sei die Sanierung nun übrigens für das kommende Jahr – sofern dem Staatlichen Baumanagement Weser-Leine dann entsprechend Geld für dieses Vorhaben zur Verfügung steht. wk