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Bad Eilsen Datenschutz in Eilsen: „Geschasste Mitarbeiter“ schwärzen oft an
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Datenschutz in Eilsen: „Geschasste Mitarbeiter“ schwärzen oft an
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22:28 13.05.2019
Zum Programm der DVSG-Fachtagung gehörte auch eine Besichtigung der Bückeberg-Klinik, bei der Mitarbeiter des Hauses – hier: der Psychologe Jens Hendriksen (rechts) – über deren Arbeit informierten. Quelle: wk
Bad Eilsen

Das Themenspektrum der Fortbildungsveranstaltung in der Bückeberg-Klinik war breit gefächert: Auf dem Programm stand zum einen ein Vortrag über den seitens der Sozialdienste sowie der Reha- und Akut-Kliniken zu beachtenden Datenschutz. Außerdem wurde über das Thema „Patientenrecht ‚Wunschklinik‘“ sowie über die „Ergänzende unabhängige Teilhabe-Beratung“ informiert. Dabei hatten die insgesamt knapp 30 Teilnehmer der Tagung auch Gelegenheit, den Vortragenden Fragen zu stellen.

Situationen zum Kopfschütteln

„Da gibt es schon Situationen, wo man nur den Kopf schütteln kann“, kommentierte Giovanni Micino, zertifizierter Datenschutzbeauftragter des TÜV Süd, die im Bereich des Gesundheitswesens einzuhaltenden Datenschutzvorschriften. Konkret ging es um die Weitergabe beziehungsweise Übermittlung von personenbezogenen Daten an Dritte sowie um die Dokumentation und Archivierung von Patientendaten.

So dürfe Micino zufolge Besuchern eines im Krankenhaus liegenden Patienten seitens des Empfangs- beziehungsweise Klinikpersonals eigentlich nicht gesagt werden, ob jener Patient dort stationär aufgenommen und in welchem Zimmer dieser gegebenenfalls untergebracht worden sei. Hinsichtlich des Datenschutzes problematisch sei es laut Micino auch, wenn in der Verwaltung einer Einrichtung – etwa aus Kostengründen – ein zentraler Netzwerkdrucker auf dem Flur betrieben werde, auf dessen Ausdrucke quasi jeder Zugriff habe, der an dem Gerät vorbeikomme.

Ferner wies Micino darauf hin, dass Polizisten, die Erkundigungen über einen Patienten einholen möchten, ohne eine vorliegende gerichtliche Aufforderung keinerlei Auskünfte über jenen Patienten erteilt werden dürften (Stichwort: Schweigepflicht).

„Demgegenüber hat ein Patient allerdings das Recht, Einsicht in die diesen selbst betreffende Patientenakte zu nehmen“, betonte der Referent. Ebenso müsse man dem Patienten auf Wunsch Kopien der Unterlagen aushändigen, die man diesem aber in Rechnung stellen könne.

Weggehen und vom Leder ziehen

Zur Frage, von wem Betriebe aufgrund etwaiger Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorschriften angeschwärzt werden, gab Micino folgende Information: In den meisten Fällen handele es sich um von den jeweiligen Betrieben „geschasste Mitarbeiter“, die es ihren früheren Arbeitgebern heimzahlen wollten. „Die gehen weg und ziehen dann richtig vom Leder“, unterstrich er.

Auf Platz zwei des Rankings finden sich laut dem Experten indes Anschuldigungen unzufriedener Kunden – noch vor Anschwärzungen vonseiten der Konkurrenz.

Von Michael Werk