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Bad Eilsen Ein Graf, zwei Bäder – und dasselbe Schicksal
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Ein Graf, zwei Bäder – und dasselbe Schicksal
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20:22 27.05.2009
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Ihr gehörten neben Winkelhake Bürgermeisterin Christel Bergmann, Günther Bergmann, Dieter und Roswitha Gutzeit sowie Elfriede Stuckert an. Das Reiseziel war Bad Liebenstein im Thüringer Wald unweit des Rennsteigs. Der Ort zählt zu den ältesten deutschen Heilbädern. Seine Quellen tragen zur Linderung und Heilung von Herz-, Kreislauf-, Gefäß- und Gelenkerkrankungen bei. Graf Wiser gründete hier 1913 eine Augenheilanstalt.

Beeindruckt von Bad Liebenstein und begeistert von der Betreuung kehrte die Eilser Delegation zurück. Winkelhake spricht von einem unvergesslichen Erlebnis, zu dem die Bürgermeisterin des gastgebenden Kurortes, Elke Engelmann, und ihr „Vize“ Horst Weinberg beitrugen.

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Einquartiert waren die Gäste im „Kaiserhof“. Dieses stattliche Gebäude und frühere Kurhaus hatte Graf Wiser 1913 erneuern lassen. Besichtigt wurde auch die „Villa Georg“, wo der Augenarzt private Patienten behandelte und einen Garten für Sehübungen eingerichtet hatte.

Weinberg begleitete den Besuch zur Wandelhalle, die 1914 vom Grafen Wiser erbaut worden war, zum Musiktempel und zur langsam verfallenden Augenheilanstalt Herzogin Charlotte, in der Wiser während des Ersten Weltkrieges Verletzte behandelte. Der weitere Weg führte zur Pension „Olga“, die dem Grafen gehörte, sowie zum „Palais Weimar“, der Praxis des Arztes. Dort beeindruckten die Kuppelhalle, ein architektonisches Kleinod, und die liebevoll ausgesuchte Einrichtung, die zur Zeit passte.

Welcher Wertschätzung sich Wiser in Bad Liebenstein erfreute, beweist, dass er 1926 zum 65. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft erhielt. Sein Wirken hatte vorher unter dem Schirm des Herzogs von Sachsen-Meiningen gestanden, dessen Herrschaft nach dem verlorenen Weltkrieg ihr Ende nahm.

Winkelhake: „Wir wollten auch diese Adelsspuren aufspüren, die zum Lebensweg des Grafen gehören. Deshalb gab es eine Führung durch den Garten von Schloss Altenstein, zur Burgruine Stein, zur Ritterkapelle, zum historischen Gerichtsplatz, zur Teufelsbrücke und zum Grabmal des letzten regierenden herzoglichen Paares. Es gibt auch Hinweise, dass der Augenarzt durch Vermittlung des Herzogs nach Bad Eilsen fand.“

Bürgermeisterin Engelmann führte ihre Gäste noch durch das neue Kurmittelhaus. Bei den Gesprächen stellte sich heraus, dass beide Bäder mit den gleichen Problemen der Gesundheitsreformen zu kämpfen haben. Bergmann, sprach dabei auch von ihrem Traum eines Kneippschen Tretbrunnens, der in Bad Eilsen fehlt.

Um Bad Liebenstein voranzubringen, wurde 2006 ein „Bürgerverein“ gegründet, der inzwischen die Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt bildet und mit einem Förderverein viele kleine, aber dennoch bedeutende Projekte anschiebt.

Nach diesen ersten Kontakten steht so gut wie fest, dass es weitere Begegnungen zwischen Bad Eilsen und Bad Liebenstein geben wird. Winkelhake regt sogar eine Bäder-Partnerschaft an. Die Parallelen seien so groß, dass man sich eine dauerhafte Verbindung vorstellen könne. sig

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