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Bad Eilsen Flüchtlingsunterkunft in Bad Eilsen: „Da kümmert sich keiner drum“
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Flüchtlingsunterkunft in Bad Eilsen: „Da kümmert sich keiner drum“
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08:02 10.09.2019
Die als Flüchtlingsunterkunft genutzte, aber mittlerweile leerstehende Immobilie an der Theodor-Heuss-Straße in Bad Eilsen wird kaum gepflegt. Der Landkreis sieht die Verantwortung beim Eigentümer. Quelle: wk
Bad Eilsen

Mehr noch: Die als Einfriedung dienende Hecke an der (rückwärtigen) Friedrich-Ebert-Straße hat – mangels Rückschnitt – inzwischen eine solche Dimension angenommen, dass der davor verlaufende Bürgersteig nicht mehr beschritten werden kann. Und auch auf dem Bürgersteig wuchert das Unkraut.

"Da kümmert sich keiner": Anwohner macht Ärger Luft

In den vergangenen Monaten haben sich daher bereits mehrfach Anwohner bei der Gemeinde Bad Eilsen über diesen Zustand beschwert. Einer dieser Anwohner hat sich nun auch an diese Zeitung gewandt, um seinem Ärger Luft zu machen. „Da kümmert sich keiner drum, das ist das Schlimme“, schimpft der Bad Eilser, der namentlich ungenannt bleiben möchte, und setzt nach: „Das muss derjenige, der zuständig ist, doch sehen, wie das hier aussieht.“

Woran sich der Anwohner stört, das ist außer dem schlechten Pflegezustand des Außenbereiches auch das Bild, das das Gebäude in seinen Augen derzeit abgibt. Genauer: Die Fenster stehen teilweise offen, manche Gardinen sind nicht ordentlich auf- oder zugezogen, und an einem Seiteneingang brennt Tag und Nacht eine Außenlampe. „Wie das hier aussieht“, betont der Senior mit Ärger in der Stimme. Nicht ohne noch anzumerken, dass an dem Gebäude schon seit Monaten ein verlassenes Fahrrad steht, um das sich ihm nach ebenfalls niemand kümmert.

Bürgermeisterin Bergmann: Mit Kreis Kontakt aufgenommen - aber nichts passiert

Sie verstehe den Ärger des Anwohners sehr gut, teilt Christel Bergmann, die Bürgermeisterin der Gemeinde Bad Eilsen, mit. Es hätten sich ja auch schon andere Anwohner über den äußerlichen Zustand der Flüchtlingsunterkunft bei der Verwaltung beklagt. Sie selbst habe daher bereits mehrfach mit dem Landkreis Schaumburg, der Mieter des Gebäudes sei, wegen dieses Problems Kontakt aufgenommen. Doch passiert sei bislang nichts.

Landkreis: Eigentümer ist zuständig

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt Klaus Heimann, der Pressesprecher des Landkreises Schaumburg, dass allein der Gebäudeeigentümer für die Pflege und Reinigung des Außenbereichs verantwortlich ist. Das sei so in dem mit dem Eigentümer geschlossenen Mietvertrag festgelegt.

Laut Heimann hat der Landkreis den Vermieter aber immer wieder mal auf dessen Pflichten angesprochen – zuletzt gerade erst nach Bergmanns jüngster Kontaktaufnahme. Und jetzt geht man seitens der Kreisverwaltung davon aus, dass der Aufforderung nun auch Folge geleistet wird.

Mietzins-Kürzung keine Option

Den Gebäudeeigentümer durch eine Kürzung des zu zahlenden Mietzinses zur Erfüllung dessen Pflege- und Reinigungspflichten zu motivieren, diese Option hat der Landkreis nach Auskunft von Heimann allerdings nicht. Nur dann, wenn durch die Zustände die vertraglich vereinbarte Nutzung des Gebäudes beeinträchtigt werde, wäre dies möglich.

Sollte der Landkreis mit der Situation auf Dauer nicht zufrieden sein, stelle sich jedoch durchaus die Frage, ob man sich von dem Haus trenne, ergänzt der Pressesprecher. Andererseits sei man aber noch auf Flüchtlingsunterkünfte angewiesen.

Kreissprecher Heimann: Gesellschaftliche Akzeptanz leidet

Zudem bestätigt Heimann, dass der (äußerliche) Pflegezustand einer Flüchtlingsunterkunft selbstverständlich Einfluss auf die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Einrichtungen hat. Auch deswegen bleibe die Kreisverwaltung an dieser Angelegenheit dran, damit das Grundstück wieder in Ordnung gebracht werde, versichert er.

Derzeit sind in dem Gebäude – ein ehemaliges Alten- und Pflegeheim – übrigens keine Flüchtlinge einquartiert, es steht vielmehr schon seit einiger Zeit leer. Nachdem im Inneren des Objektes mittlerweile aber Renovierungsarbeiten durchgeführt worden sind, soll dies Heimann zufolge wieder mit Flüchtlingen belegt werden. Ausgelegt sei das Gebäude für 34 Personen, berichtet er. Statt Einzelpersonen wolle man dort zukünftig aber (kleinere) Familien unterbringen. Von Michael Werk

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