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Bad Eilsen Inklusive Selbstversuch
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Inklusive Selbstversuch
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08:47 22.11.2018
Voller Wissensdurst schaute sich der TCM-Spezialist auch die im Kurpark gelegenen Schwefelquellen - hier die Tuffsteinquelle, das Wahrzeichen des Ortes - an. Quelle: pr.
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Bad Eilsen

Hier informierte sich der Spezialist für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) über das Thema der beruflich-orientierten medizinischen Rehabilitation der in der Klinik betreuten Patienten. Besonders interessierte ihn hierbei die therapeutische Anwendung und Heilwirkung des Wassers aus den örtlichen Schwefelquellen, der er sich auch im Selbstversuch (Stichwort: Wannenbad) widmete.

In China habe die TCM, bei der Patienten mit Akupunktur und Heilkräutern behandelt werden, laut Zhou nach wie vor eine „tragende Bedeutung“ in der Versorgung der Bevölkerung, berichtet Dr. Peter Schilke, Leitender Arzt der Abteilung Orthopädie des Rehazentrums. Dennoch suche man in China auch nach geeigneten therapeutischen Ergänzungen für die stetig wachsende Bevölkerung. Und diese Suche habe Zhou schließlich nach Bad Eilsen geführt, zumal es solche Heilquellen auch in China gebe. Allerdings würden diese dort bislang noch nicht zu Behandlungszwecken genutzt.

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In der Verknüpfung medizinisch bewährter Therapieverfahren beider Kontinente sehe er persönlich ebenso wie Zhou „vornehmlich ein Entwicklungspotenzial in der konservativen Behandlung chronischer Erkrankungen und Schmerzsyndrome“, ergänzt Schilke. Exemplarisch verweist er auf die auch hierzulande praktizierte Akupunktur sowie die ebenfalls aus Fernost stammende Ganzkörper-Kältetherapie, bei der Rheuma- und Schmerzpatienten in einer Kältekammer bis zu drei Minuten lang einer Lufttemperatur von minus 110 Grad Celsius ausgesetzt werden.

Zur Wirkungsweise des Wassers aus den natürlichen Bad Eilser Heilquellen erklärt Schilke, dass der darin enthaltene Schwefel die Zellwände des menschlichen Körpers einhundert mal schneller als Sauerstoff durchdringt. Und wenn der Schwefel bei einem Wannenbad in die Haut gelange, würden die Entzündungen zurückgehen, da durch den Schwefel Sauerstoffradikale abgefangen würden und die sogenannten „Langerhans-Zellen“ (Wächterzellen des Immunsystems) blockiert würden. Ferner könne durch solche „Schwefelwasserstoffbäder“ einer Arthrose entgegengewirkt werden. Denn der Schwefel senke ein knorpelabbauendes, körpereigenes Enzym (Hyaluronidase) im Blutserum, das bei dieser chronischen Verschleißerkrankung eine Rolle spielt.

Schilke selbst zeigte sich am Ende der vom ihm fachlich begleiteten, einwöchigen Hospitation des in der Megacity Chongqing beheimateten TCM-Spezialisten beeindruckt von dessen großem Interesse an den Bad Eilser Schwefelquellen. Die Erfahrungen und das während des Besuchs erworbene neue Wissen wolle Zhou in China in sein Behandlungskonzept einfließen lassen. wk