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Bad Eilsen „Manche Menschen brauchen das“
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen „Manche Menschen brauchen das“
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22:46 25.06.2018
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Bad Eilsen

Braucht Bad Eilsen eine Kurparkordnung oder nicht? Und wenn ja: Was soll im Kurpark erlaubt und was verboten sein? Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind. Jedenfalls hat der Fremdenverkehrsausschuss der Gemeinde in seiner jüngsten Sitzung dazu trotz intensiver Debatte keine abschließenden Antworten gefunden.

Doch der Reihe nach: Die SPD-Fraktion hielt eine Kurparkordnung für dringend erforderlich, um eine „rechtliche Handhabe“ zu haben, um Fehlverhalten von Besuchern des Kurparks bei Bedarf mit einem Bußgeld ahnden zu können. Dies zielt insbesondere auf solche Zeitgenossen ab, die den in erster Linie der Erholung der Kurgäste dienenden Park – unter Missachtung der bereits an diversen Eingängen platzierten Verbotsschilder – mit Hunden begehen oder diesen mit Fahrrädern befahren. Auch Reiter respektive Pferde sollen ferngehalten werden.

Der von der SPD vorgestellte Entwurf einer Kurparkordnung enthalte viele Verbote, räumte Bürgermeisterin Christel Bergmann ein, „aber manche Menschen brauchen das auch“. So gebe es beispielsweise Jugendliche, die in der Anlage „ihr BMX-Training machen“.

Hunde, Pferde und Fahrradfahrer seien das größte Problem, bestätigte das CDU-Ratsmitglied Erik Söhlke.

Was in dem Kurpark verboten sein sollte, darüber habe man innerhalb der CDU-Fraktion bereits „sehr kontrovers diskutiert“, ergänzte die 1. Vize-Bürgermeisterin Dagmar Söhlke (CDU). Im Ergebnis sei man der Meinung, dass das bloße Mitführen von Rädern durchaus erlaubt sein sollte. Allein schon, weil hochwertige Räder heute mitunter mehrere Tausend Euro kosten und die Eigentümer ihre Fahrräder daher ungern irgendwo unbeaufsichtigt abstellen. „Und ist es wirklich so ein Problem, wenn Besucher des Kurparks ihre Hunde an der Leine mitführen?“, fragte Söhlke. Zudem empfahl sie, an den Eingängen zum Park Schilder aufzustellen, die auf Folgendes hinweisen: Fußgänger erlaubt, Radfahrer hier absteigen und Hunde an der Leine führen!

Gemeindedirektorin Svenja Edler warf zu diesem Thema ein, dass sie die von der SPD vorgeschlagene Kurparkordnung „positiver“ formulieren und darin „nicht nur Verbote aufführen“ würde. Auch sollte man erklären, wofür der Park gedacht ist – nämlich als Anlage zur Erholung und Begegnung von Menschen. Im Übrigen böte eine Kurparkordnung noch keine „rechtliche Handhabe“, dafür bräuchte man vielmehr eine Satzung. Überhaupt: Die Gemeinde als Eigentümerin des Kurparks habe „immer das Hausrecht“, so Edler.

Hunde an die Leine

Söhlkes Vorschlag, Besuchern der Anlage das Mitführen von an der Leine geführten Hunden zu erlauben, stand Edler offen gegenüber. Man könne dies ausprobieren, wobei man dann aber Behälter mit Hundekottüten im Park aufstellen müsste, so die Gemeindedirektorin. Darauf sagte Hans-Jürgen Winkelhake (SPD), dass er „nicht abgeneigt“ sei, diesen Versuch zu wagen.

Einwände hatte indes Bergmann, die befürchtete, dass der Kurpark dadurch zu einem „Hundeplatz“ werden könnte. Zudem hegte sie Zweifel daran, dass die Hundehalter etwaige Exkremente der Tiere tatsächlich mittels Kotbeutel einsammeln und diese ordnungsgemäß entsorgen. Auch machte sie sich Sorgen um das Rosarium: Denn sollte erst mal ein Hund an die dort wachsenden Rosen pinkeln, würden es diesem andere Hunde nachmachen – und in der Folge die Blumen eingehen.

Edler merkte noch an, dass man ja auch einen Teil des Kurparks mit einem Zaun abtrennen und diesen für Hunde freigeben könnte.

Zur Frage, wie mit Radfahrern umzugehen ist, hatte Peter Buschmeier (SPD) die Idee, den Park „zur Förderung des Radfahrens“ für Fahrräder „teilweise zu öffnen“. Eine Erlaubnis zum Mitführen von Rädern wäre diesbezüglich schon mal ein erster Schritt. Denkbar sei für ihn aber auch, „das Radfahren auf den weniger von Spaziergängern frequentierten Wegen zu gestatten“. Seinen Vorstoß begründete Buschmeier außerdem damit, dass es bereits mehrere touristische „Themenradrouten im Schaumburger Land“ gebe, bei denen Bad Eilsen eine „Zwischenstation“ sei. „Doch leider kann sich der Ort auf diesen Routen nicht sonderlich interessant präsentieren, da die Durchfahrt durch den Park verboten ist.“ Die teilweise Öffnung des Kurparks für Radfahrer würde es zudem ermöglichen, eine „eigene Themenradroute“ für Bad Eilsen auszuarbeiten – Sehenswürdigkeiten gebe es genug.

Aufgrund der vielen Optionen wurde die Entscheidung über die Einführung einer Kurparkordnung vertagt und das Thema zur Beratung in die Fraktionen zurückzugeben.

wk