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Bad Eilsen Nach Aufenthalt der Tschernobylkinder: Ein Dankeschön aus Swonez
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Nach Aufenthalt der Tschernobylkinder: Ein Dankeschön aus Swonez
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08:20 25.07.2019
Christel Bergmann (rechts) freut sich bei einem Besuch in der Schule in Swonez im Jahr 2018. Quelle: Archiv
Bad Eilsen

Das berichtet Christel Bergmann von der Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“. Die Kinder aus der verstrahlten Region hätten ihren Aufenthalt in gesunder Eilser Luft sehr genossen, haben die weißrussischen Kontaktleute der Arbeitsgemeinschaft in einer E-Mail mitgeteilt – in der sie auch allen Gastfamilien für ihre Gastfreundschaft danken.

Sehr dankbar sei auch die Familie des krebskranken Nazar, sagt Bergmann. Der Junge war wie berichtet während des Besuches mit einem maßgeschneiderten Spezialsitz für seinen Rollstuhl ausgestattet worden. Ihn und andere krebskranke Kinder wird die AG auch in Zukunft weiter betreuen, unter anderem werden inzwischen die Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung in Deutschland ausgelotet.

Unterstützung für nächste Ferien gesucht

Nicht zuletzt die regelmäßige Berichterstattung über die Aktionen der Tschernobylhilfe führe zu einem kontinuierlichen Spendenfluss, betont Bergmann, die sich bei allen Unterstützern bedankte. Unterstützung wird auch schon wieder für die nächsten Ferien weißrussischer Kinder in Schaumburg gesucht. Nach dem Motto „Nach dem Aufenthalt ist vor dem Aufenthalt“ hat die Suche nach Gastfamilien für Sommer 2020 begonnen. Bis Ende 2019 muss die Arbeitsgemeinschaft melden, wie viele Kinder sie im kommenden Jahr aufnehmen kann.

Auch ein Besuch im Partnerdorf Swonez im nächsten Jahr wird wieder vorbereitet. Die persönlichen Kontakte vor Ort sind den Aktiven der Tschernobylhilfe besonders wichtig. Bergmann: „Kurze Wege haben eine große Bedeutung, schaffen sie doch auch die nötige Transparenz.“ Spender können so sicher sein, dass ihre Hilfe auch ankomme, außerdem könne „nach Maß“ geholfen werden. Aus zunächst losen „Kontakten“ sind inzwischen echte Freundschaften entstanden.

Aufwand an der Grenze erheblich

Ob die Ehrenamtlichen weiterhin per Auto oder Kleinbus nach Weißrussland reisen oder in Zukunft fliegen, wird derzeit diskutiert. Das Problem: Der bürokratische Aufwand an der Grenze ist erheblich, es wird immer schwieriger, Sachspenden oder Geschenke direkt abzuliefern. Eine Alternative ist es, Spendengelder mitzunehmen und davon Waren vor Ort einzukaufen.

Andere Hilfsorganisationen sind bereits dazu übergegangen, Sachspenden nur noch per „offizieller“ Fracht zu versenden.

Von Karsten Klaus