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Bad Eilsen Nach Konzert am Julianen-Kiosk in Bad Eilsen: Ärger über Auflagen
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Nach Konzert am Julianen-Kiosk in Bad Eilsen: Ärger über Auflagen
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12:48 22.08.2019
Nach Meinung von Monika Obendorf (links), hier mit Tochter Sarah beim Messen der Schallemissionen mittels einer Smartphone-App, ist von dem im Biergarten des Julianen-Kiosks (hinten) ausgerichteten Konzert keine Lärmbelästigung ausgegangen. Quelle: wk
Bad Eilsen

Der von Open-Air-Veranstaltungen ausgehende Lärm führt bekanntlich vielerorts zu Konflikten: Anwohner fühlen sich durch die laute Geräuschkulisse in ihrer Ruhe gestört und gehen deshalb gegen die sie nervenden Events an, während die Veranstalter wirtschaftliche Interessen haben und die Beschwerden über den Lärm sowie die ihnen deswegen behördlicherseits gemachten Auflagen für überzogen halten. Bad Eilsen ist da anscheinend keine Ausnahme.

Gerade erst brachte Monika Obendorf, die neue Pächterin des an der Ecke Bückeburger Straße/Julianenstraße gelegenen Julianen-Kiosks, im Gespräch mit dieser Zeitung ihren Ärger darüber zum Ausdruck, dass sie ein im Biergarten des Kiosks ausgerichtetes Konzert der Band „Acoustic Moments“ nur bis 22 Uhr laufen lassen durfte, statt wie von ihr ursprünglich geplant bis 22.30 Uhr.

Anwohnerbeschwerde eingegangen

Sie wolle „hier was aufbauen und den Leuten was bieten“, doch würden ihr „Knüppel zwischen die Beine geworfen“, beklagte sich Obendorf, verbunden mit dem Hinweis darauf, dass bei der Anfang August im Kurpark gefeierten „Mallorca-Party“ bis nach Mitternacht laute Musik gespielt worden sei.

Hierzu informiert Anja Gewald, Pressesprecherin des Landkreises Schaumburg, auf Anfrage dieser Zeitung, dass bei der Kreisverwaltung Anfang August eine Anwohner-Beschwerde über vom Julianen-Kiosk ausgehenden Lärm eingegangen sei. Anlässlich dessen habe das Bauordnungsamt recherchiert und dabei festgestellt, dass seitens des Kiosks eine Musikveranstaltung geplant sei.

Maximalwert von 30 Dezibel

Laut Gewald ist Obendorf dann schriftlich darauf hingewiesen worden, dass der Kiosk in einem allgemeinen Wohngebiet liegt und welche gesetzlichen Beschränkungen für Lärmemissionen es diesbezüglich gemäß der zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erlassenen Technischen Anleitung zum Schutz gegen Larm (TA Lärm) gibt. So dürfe durch den Kioskbetrieb tagsüber in der Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr ein Geräuschpegel in Höhe von maximal 55 Dezibel(A) nicht überschritten werden. Einzelne Geräuschspitzen aber dürften diesen Maximalwert um bis zu 30 Dezibel(A) überschreiten.

Zudem sind, wenn es sich um „ein seltenes Ereignis“ handelt, gemäß der TA Lärm Schallemissionen bis maximal 70 Dezibel(A) zulässig – allerdings nur bis 22 Uhr, so die Pressesprecherin. „Ein seltenes Ereignis“ sei demnach gegeben, wenn beispielsweise eine Musikveranstaltung nicht öfter als an zehn Tagen/Nächten im Kalenderjahr und dabei auch nicht öfter als an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinde.

Keine Beschwerden wegen Mallorca-Party

Gewald nach ist die Pächterin des Julianen-Kiosks in dem Schreiben des Bauordnungsamtes außerdem aufgefordert worden, dahingehend auf deren Gäste einzuwirken, dass diese nicht zu laut werden. Dies ergebe sich aus dem gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz zu beachtenden „Rücksichtsnahmegebot“.

Zu Obendorfs Vergleich mit der von der Agentur Affen Events im Bad Eilser Kurpark ausgerichteten „Mallorca-Party“ merkt Bernd Schönemann, Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen, gegenüber dieser Zeitung an, jene Veranstaltung sei so durchgeführt worden, wie diese vom Landkreis Schaumburg mit Auflagen genehmigt worden sei. Wegen der „Mallorca-Party“ habe es im Übrigen auch keine Beschwerden gegeben, ergänzt er. Demgegenüber sind ihm zufolge jedoch seit 2015 bereits mehrfach „Nachbar-Lärm-Beschwerden“ in Bezug auf den Julianen-Kiosk beim Landkreis Schaumburg vorgetragen worden. von Michael Werk

 

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