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Bad Eilsen Parkprobleme in Bad Eilsen: Bergmann gegen Parkscheinpflicht
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Parkprobleme in Bad Eilsen: Bergmann gegen Parkscheinpflicht
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14:51 02.08.2019
Hier wird es eng: Parkplätze auf dem Remisengelände. Quelle: kk
Bad Eilsen

Ideen und Vorstöße zur Lösung der Parkplatzprobleme in Bad Eilsen gibt es eine ganze Reihe: Die Parkflächen auf dem Remisengelände könnten, wie schon lange angedacht, erweitert und befestigt werden, die CDU hat die Einführung von Parkgebühren und die Aufstellung von Parkscheinautomaten vorgeschlagen. Die Christdemokraten hatten vorgeschlagen, die gut 200 öffentlichen Parkplätze zu bewirtschaften. Und jetzt wurde die Parkscheibenpflicht für die Seitenstreifen der Bückeburger Straße aufgehoben.

Im Gespräch mit dieser Zeitung hat Bürgermeisterin Christel Bergmann noch einmal ausdrücklich auf die angespannte Parkplatzsituation hingewiesen, von einer Parkscheinpflicht hält sie jedoch nichts. Die Beschaffung der Automaten wäre teuer, die Einnahmen ungewiss. Und: „Ständige Knöllchen würden die Bevölkerung verunsichern.“

Gespräche mit Parksündern gesucht

Bergmann setzt eher auf Gespräche und Aufklärung, aber auch eine ausgeweitete Parkscheibenpflicht. Gespräche auf der einen Seite mit allen an der Planung Beteiligen, um neue Lösungsansätze zu finden, aber auch Gespräche mit „Parksündern“. Ihre Erfahrung: Häufig mangele es nicht an Einsicht.

So sind der Bürgermeisterin Autofahrer ein Dorn im Auge, die beim Einkauf von einem Geschäft zum anderen fahren – Bad Eilsen sei doch klein genug, um den Wagen auch mal etwas außerhalb abzustellen. Manch humorvoller Hinweis von ihr habe schon Wunder gewirkt.

Lieferfahrzeuge zerstören Gehwege

Nicht leiden kann das Gemeindeoberhaupt auch, wenn insbesondere Lieferfahrzeuge mit zwei Räder auf dem Gehweg stehen. Das führe nicht nur zu Behinderungen für alte und gehbehinderte Menschen, das halte langfristig auch der beste Bürgersteig nicht aus. Folge: Pfützen, Stolperfallen, Reparaturkosten. Die Lieferanten eines Altenheims seien bereits gezielt darauf angesprochen worden, dort gebe es jetzt keine Probleme mehr.

Engpässe, im wahrsten Sinne des Wortes, gibt es immer häufiger auf schmalen Straßen im östlichen Wohngebiet, zum Beispiel an der Ringstraße, der Berliner Straße oder der Hermann Löns-Straße. Gerade Langzeitparker, die im Zentrum keinen Stellplatz finden, weichen vermehrt dorthin aus. Das sind zum Teil Kurgäste, die mit dem Auto anreisen, aber auch Schüler und Seminarteilnehmer der Finanzakademie.

Parkscheibenpflicht nur bei Kontrolle sinnvoll

Beobachtung vieler Autofahrer: Auf den Seitenstreifen an der Bückeburger Straße gibt es „im Normalbetrieb“ meist freie Parkplätze. Bisher herrschte hier Parkscheibenpflicht. Diese Regelung wurde aber aufgehoben, wie Andreas Kunde auf Nachfrage bestätigte. Der Leiter der Ordnungs- und Baubehörde der Samtgemeindeverwaltung sieht dort keinen Parkdruck, Landzeitparker gebe es kaum. Außerdem: Parkscheibenpflicht wirke nur dann, wenn auch regelmäßig kontrolliert werden könne. Parkscheibenpflicht herrscht noch auf dem Parkplatz unterhalb des Samtgemeinderathauses.

Experten gehen davon aus, dass es im Zentrum einheitliche Regeln geben müsste, damit sich die Parkenden gut verteilen. Also entweder keine Einschränkungen oder überall Parkscheinpflicht oder gebührenpflichtige Automaten mit entsprechenden Kontrollen.

Keine Lösung bei Großveranstaltungen

Keine Lösung in Sicht ist indes bei Großveranstaltungen im Palais im Park, wie erst am Donnerstag bei der der Diplomierungsfeier der Steuerakademie. Dann wird es eng im Kurort. Für solche (Ausnahme)-Fälle würde auch die Erweiterung der Stellplätze auf dem Remisengelände wenig helfen. Dort wäre aber eine langfristige Lösung sowieso erst nach Verlagerung des Bauhofs realisierbar. kk