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Bad Eilsen „Rundum gelungene" Feier der Christuskirche
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen „Rundum gelungene" Feier der Christuskirche
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19:48 30.06.2019
BAD EILSEN

Los ging es am Freitagabend mit einem Empfang in der Christuskirche: „60 Jahre? Ist das denn ein richtiges Jubiläum?“, sei er im Vorfeld der Veranstaltung gefragt worden, berichtete Pastor Felix Nagel, und schob die Antwort gleich hinterher: Ja, man feiere dies ganz bewusst. Denn es sei doch schön, dass die Kirchengemeinde dieses Gebäude habe.

Über die Historie der Christuskirche informierte der Jugenddiakon Ingmar Everding in einem kurzen szenischen Auftritt. Dazu hatte er sich mit einem Pastorentalar und -hut kostümiert, um so den früheren Pastor Erich Hinz zu mimen. Jener Geistliche war damals im Amt gewesen, als die Grundsteinlegung (1957) erfolgte und der Kirchenbau eingeweiht wurde (1959).

Notkirche nach dem Zweiten Weltkrieg

Schon vor dem Ersten Weltkrieg habe es in Bad Eilsen Bemühungen gegeben, in dem Ort eine richtige Kirche zu bauen, erinnerte Everding. Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg sei dort eine Notkirche errichtet worden (1948). Dabei habe es sich allerdings um eine „Baracke“ gehandelt, die im Kurpark gestanden habe.

Für den späteren Bau der Christuskirche sind Everding zufolge seinerzeit rund 250000 Mark (umgerechnet circa 127823 Euro) an Baukosten kalkuliert worden. Ein Teil dieser Kosten sei mittels eines Zuschusses der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe finanziert worden.

Als Grußredner resümierte Pastor Stephan Strottmann (Steinbergen), dass die Christuskirche für die Mitglieder der Bad Eilser Kirchengemeinde „ein Stück Zuhause“ sei und eine „bewusste Begegnung“ (mit Gott) ermögliche.

Unumstößlicher Teil der Gemeinde

Dieses Gotteshaus sei „ein unumstößlicher Teil der Gemeinde Bad Eilsen“ geworden, meinte Emanuel Krenz, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Bad Eilsen. Zudem sei das Gebäude nicht nur nackter Stein, sondern es seien viele Erfahrungen und Erlebnisse damit verbunden.

Weitere Grußworte sprachen Pastor a.D. Hans-Peter Fiebig und Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von Anette Pflug-Herdrich (zwei Klavierstücke) sowie von René Noçon (Gesang, Gitarre) und Sängerinnen der Jugendband der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen.

Für Livemusik war auch am Samstag gesorgt: Der Gospelchor Sing&Pray sowie der CVJM-Posaunenchor konzertierten am Nachmittag, abends unterhielt das Duo Acoustic Moments – alias Harald Godau und Frank Dickhut – die Besucher.

Als ein großer Spaß – vor allem für Kinder – erwies sich ein neben dem Kirchturm angelegter „Strand“ mit reichlich Sand, zwei Strandkörben und einer hölzernen Strandterrasse. Denn in dem Sand konnten die Kinder nach dort verbuddelten „Edelsteinen“ suchen. Hatten sie welche gefunden, konnten sie die „Edelsteine“ gegen erfrischende, alkoholfreie Kinder-Cocktails eintauschen; dabei erhielten sie für jeweils zwei „Edelsteine“ ein Getränk.

Die Idee hierzu hatte der von Ingmar Everding geleitete Teamer-Turm-Treff gehabt: Das Festkomitee der Kirchengemeinde habe darum gebeten, dass der Teamer-Turm-Treff eine Cocktailbar bei der Feier betreibt, so der Jugenddiakon. Und da habe man sich gesagt, „wenn schon, dann machen wir das richtig“, und eben die Aktion mit dem „Strand“ vorgeschlagen. Insgesamt 14 Tonnen Sand seien dafür auf der Rasenfläche ausgebracht worden.

Die Veranstaltung sei „rundum gelungen“ und die Stimmung „unheimlich gut“, befand Gisela Harms, die am Samstag mit ihrer Familie aus Bückeburg nach Bad Eilsen gekommen war. Toll fand sie insbesondere auch die Idee mit der „Edelstein“-Suche, da die Kinder damit lange beschäftigt gewesen seien.

Pflanzen aus der Bibel

Ein weiterer Programmpunkt am Samstag war unter anderem eine Führung durch den bereits vor zehn Jahren an der Christuskirche angelegten kleinen „Bibelgarten“. Dieser wird hauptsächlich von Ruth Everding gepflegt, die auch allerhand zu den dort wachsenden Pflanzen zu erzählen wusste. Allen gemein sei, dass es sich um Pflanzen handele, die in der Bibel erwähnt würden. Exemplarisch nannte sie die Akelei, die auch „Dreifaltigkeitsblume“ genannt werde, den Aronstab, das Salomonssiegel, die Kichererbse, Puffbohne und Olive sowie den Wein.

Eine spätabendliche Attraktion war die Darbietung zweier Hobby-Feuerkünstler aus Vehlen, die unter dem Namen „MedFire“ auftraten. Dabei handelte es sich um das Ärzte-Ehepaar Andreas Schulz und Ute Richter. Richter bot eine anmutige Performance mit brennenden „Pois“ (an Schnüren befestigte Kugeln) sowie einem an den Enden brennenden „Staff“ (Stab), die sie kreisförmig um sich herumwirbelte. Schulz dagegen beeindruckte mit seinen Künsten im Feuerspucken und -schlucken.

Am Sonntag schließlich wurde ein Festgottesdienst zelebriert, bei dem der Gemischte Chor Bad Eilsen und der CVJM-Posaunenchor den musikalischen Part übernahmen. Von Michael Werk